Natürlich stellt sich jedem Investor die Frage, wie werthaltig Solar Millennium noch ist und ob man dem Unternehmen überhaupt noch Geld anvertrauen sollte.
Während Utz Claassen davongelaufen ist, hat Dr. Wolff die Herausforderung angenom-men. Was die Größe der Projekte und deren Finanzierung angeht, gibt es immer ein erstes Mal. Technologisch betrachtet hat Solar Millennium die Sache im Griff und ein Blythe-Kraftwerk ist gemessen an der Größe des zu errichtenden Solarfeldes in etwa so groß wie die Standorte Andasol1-3 zusammengenommen. Ich sehe keinen Grund, warum sie es nicht hinbekommen sollten.
Bleibt die loan guarantee und der Finanzierungsabschluß zusammen mit den Investoren. Bei diesem Thema wird es in den nächsten Monaten ans Eingemachte gehen. Solar Millennium hat sich auf die Fahnen geschrieben auch die Projektfinanzierung zu gestalten und durchzuziehen. Wenn die loan guarantee im Verlaufe der nächsten Wochen erteilt wird, stehen die Rahmenbedingungen für die Einbringung des Eigenkapitals durch Investoren fest. Wohin fließt nun langfristig zu investierendes Kapital, etwa in Staatsanleihen oder lieber doch etwas mit Gegenwert, das noch eine anständige Rendite abwerfen wird bzw. nach einem Totalcrash am Kapitalmarkt immer noch was wert ist? Ich denke, daß sie auch diese Hürde nehmen werden.
Solar Millennium will ja selbst 20%-Teilhaber (mit dann 120 Millionen Dollar) werden. Ein ähnlicher Beitrag könnte von der Cross Capital kommen. Bleiben noch ca. 360 Millionen USD für die übrigen Investoren. Solar Millennium wird das Geld aus der neuen Anleihe nehmen. Der Rest der neuen Anleihe wird auf die zu hinterlegende Avale und den notwendigen Cash für die Vorfinanzierung von Materialien und Bauhallen am Projekt-standort entfallen. Auch die Lieferantenkette hat Dr. Wolff angesprochen. Im Sommer sollen alle Verträge unter Dach und Fach sein. Auch hier werden wegen der Dimensio-nen (Materialmengen) Gelder als Sicherheiten angezahlt werden müssen.
Das von abizz gezeichnete Bild ist mithin eine Momentaufnahme mit berechtigten Fragen, die aber geklärt werden können. Hier kann die Kommunikation von Solar Millennium noch erheblich verbessert werden. Was die US-Projekte angeht, war die Kommunikation von Solar Millennium bisher ausreichend, um sich ein Bild zu machen. Alle wichtigen Schritte und Meilensteine wurden beginnend im Frühjahr 2009 mit Presse-meldungen erläutert. Es wurde auf staatlich gestütze Finanzierungsmöglichkeiten, die verwendete Technologie in Testphase, den Stand der laufenden Genehmigungs-verfahren, die Stromabnahmeverträge und und und..... hingewiesen. Alle wichtigen Vorgänge sind mindestens einmal erwähnt worden. Soweit ich das sehen kann, hat Solar Millennium hier mit offenen Karten gespielt. Auch das ist Bestandteil eines seriösen Projektgeschäftes.
Fazit: Meiner Meinung nach sind die Vorausetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung der US-Projekte gegeben. Das Risiko, das ein Investor in der Zeichnung der neuen Anleihe eingeht, halte ich für überschaubar.
Gruß
Rhapsodie