Der interessanteste Punkt betrifft nichts, was in der Gewinnwarnung steht, sondern etwas, was dort nicht steht. Bisher ruhten die Gewinnhoffnungen der Anleger auf zwei Säulen, nämlich Ibersol und USA. Während das seit langem angekündigte Ibersol-Kraftwerk den bereits realisierten Andasol-Kraftwerken vom Typ her entspricht, sind die US-Kraftwerke einige Nummern größer und entsprechend schwerer zu verwirklichen.
Im Geschäftsjahr 2008/09 hatte SoM einen Gewinn aus Anteilsveräußerungen an dem geplanten Ibersolprojekt ausgewiesen. Dieser Gewinnausweis musste inzwischen korrigiert werden, weil die Transaktion nicht bis zum Ende des Geschäftsjahres realisiert worden war. Der Gewinn ist nunmehr in 2009/2010 gebucht und hat den laufenden Verlust gemindert. Sollte das Ibersol-Kraftwerk gar nicht realisiert werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hat Ferrostaal für diesen Fall ein Rücktrittsrecht. Dann muss SoM den Gewinn demnächst zurückgebuchen. Oder Ferrostaal hat kein Rücktrittsrecht. Dann bleibt Ferrostaal auf einem Verlust sitzen, der der künftigen Zusammenarbeit mit SoM nicht förderlich sein wird.
Der wichtigste Punkt ist folgender: Wenn SoM und Ferrostaal für das relativ kleine Ibersol-Kraftwerk keine Finanzierung zustandebekommen - wie sollen dann die riesigen Blythe-Kraftwerke finanziert werden, die pro Stück rund das Dreifache von Ibersol kosten? Und wenn sich die Ibersol-Finanzierung schon über Jahre hinstreckt - wie lange wird dann die Blythe-Finanzierung dauern?
Wir sind nun schon alle auf Deine "Analyse" gespannt