So entstand der Weltkrieg I.


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So entstand der Weltkrieg I.

 
27.04.02 19:04
Der Erste Weltkrieg

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Zu Beginn des Ersten Weltkrieges proklamierte der deutsche Kaiser Wilhelm II. in seiner zweiten Balkonrede am 1. August 1914 den so genannten Burgfrieden. Die Streitereien mit den politischen Parteien verwies er nicht nur in die Vergangenheit, in die "Friedenszeiten", sondern er verzieh sogar die Angriffe des politischen Gegners auf seine Person "heute von ganzem Herzen". Angesichts des drohenden Krieges war sein politisches Kredo: "Ich kenne keine Parteien und auch keine Konfessionen mehr; wir sind heute alle deutsche Brüder und nur noch deutsche Brüder."


Der Erste Weltkrieg
© Corbis-Bettmann, New York

Auch die nach dem Ersten Weltkrieg so entscheidende Frage der alleinigen deutschen Kriegsschuld bekam in des Kaisers Rede ihre Deutung. Die Schuldzuweisung für den Ausbruch des Krieges schob er eindeutig auf den Gegner. Weil der "Nachbar es nicht anders will" und Deutschland "den Frieden nicht gönnt, so hoffe ich zu Gott, dass unser gutes deutsches Schwert siegreich aus diesem schweren Kampfe hervorgeht."

Sofort nach Ende des Ersten Weltkrieges entbrannte durch die Fassung der Kriegsschuldthese im Versailler Vertrag und in der Alliierten Mantelnote vom 16. Juni 1919 zu Lasten des Deutschen Reiches ein internationaler politischer Streit. Die einseitige Schuldzuweisung hat nicht nur der Machtentfaltung des Nationalsozialismus Vorschub geleistet. Auch die wissenschaftliche und publizistische Diskussion um die Bedingungen der Ursachen des Ersten Weltkrieges und damit auch die Frage der Berechtigung der alleinigen deutschen Verantwortung für die Kriegsschuld ist heute noch nicht abgeklungen. Sie wurde durch einige, die beharrliche deutsche Kriegszielpolitik bis 1918 analysierende Bücher des Hamburger Historikers Fritz Fischer seit Beginn der 1960er Jahre neu entfacht. Sie weitete sich in der Folge zur "Fischer-Kontroverse" aus. Dabei stritten die Kontrahenten um die Kontinuität der offensiven Aggression des deutschen Kaiserreichs unter Wilhelm II. oder aber um die Betonung des defensiven Charakters der deutschen Politik. Es bleibt allerdings festzuhalten, dass zu den Ursachen des Ersten Weltkrieges das wirtschaftliche, politische und militärische Machtstreben ("Imperialismus") aller - besonders der europäischen - Großmächte zählt.

In einem Aufruf unter dem Titel "Mobil gemacht!" vom 1. August 1914 meldete sich ein so genannter Einjährig-Freiwilliger zum Kriegsdienst und beklagte auch: "So stumpf, ach so stumpf war der Friede!". Nach seinen Worten warten die Deutschen gelassen, "als Männer von Welt, auf den Sturm der bunten Barbaren: Nun funkeln die neuen Geschirre im Stall - Wie lange hat's danach uns gelüstet!" Seine Waffenliebe und Kriegsbegeisterung spitzte sich derart zu: "Kanonen, Haubitzen, Granaten, Schrapnell - Da hilft kein Winden und Drehen, Das klingt so glatt und das jauchzt so hell."

In der Tat aber war der Erste Weltkrieg einer der brutalsten Kriege der Militärgeschichte. Dazu trugen nicht nur die hohe Zahl der Menschenopfer und die seither bei Kriegen steigende Verlustrate der Zivilbevölkerung bei. Vor allem der noch neue, unkontrollierbare und daher umso barbarischere Gaskrieg führte zu einem fürchterlichen Sterben und zu grausamen Verwundungen. In der Schlacht bei Ypern im April und Mai 1915 setzte das deutsche Militär zum ersten Mal Giftgas ein.


Propagandaplakat
© Corbis-Bettmann, New York

So stellte "Grünkreuz" eine Sammelbezeichnung für chemische Kampfstoffe dar, die auf die Atemorgane einwirkten, z.B. Chlor, Chlorpikrin, Phosgen, Di- und Triphosgen. Der Name ergab sich, da die Munition, die solche Stoffe enthielt, im Ersten Weltkrieg mit einem grünen Kreuz gekennzeichnet war. Dagegen wurden unter dem Begriff "Gelbkreuz" chemische Kampfstoffe zusammengefasst, die vor allem durch die Ätzung der Haut wirkten. So wurde z.B. der bekannteste Gelbkreuz-Kampfstoff "Lost" mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet. Der Erste Weltkrieg kostete acht Millionen Menschen das Leben und ließ zwanzig Millionen Verwundete zurück.

Chronik des Ersten Weltkrieges   > Seitenanfang

20.5.1914: Eine vom österreichischen Auswärtigen Amt ausgearbeitete Denkschrift stuft die Ausmerzung Serbiens als lebenswichtig für die habsburgische Herrschaft ein.
28.6.1914: In Sarajevo werden Franz Ferdinand, der österreichische Thronfolger, und eine Gemahlin von serbischen Fanatikern ermordet.
23.7.1914: Der österreichische Gesandte in Belgrad überreicht eine Note, die auf den 25.7. befristet ist, die auf die deutsche Beistandszusage gestützt ist und deren Ultimatum an Serbien Wien selbst für unannehmbar hält.
25.7.1914: Termingerecht nimmt Serbien das Ultimatum zwar formell an, räumt jedoch schwer wiegende Vorbehalte ein. Österreich bricht die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab, da es die auch nach deutscher Ansicht nachgiebige Antwort Serbiens nicht akzeptiert.

Aufruf zur Mobilmachung
© Corbis-Bettmann, New York


26.7.1914: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg.
31.7.1914: Nach der Zarenregierung ordnet Österreich ebenfalls die allgemeine Mobilmachung an. Das Deutsche Reich lässt Österreich wissen, dass seine militärische Hauptmacht gegen Frankreich antreten werde und daher der Verbündete die Hauptlast des Krieges gegen Russland alleine tragen müsse.
1.8.1914: Die Reichsregierung erklärt Russland den Krieg. Während daraufhin nach Frankreich auch Deutschland die allgemeine Mobilmachung befiehlt, erklärt Italien sich neutral.
2.8.1914: Das Deutsche Reich verlangt von Belgien, den Durchmarsch deutscher Truppen zu erlauben. Die britische Flotte wird mobilgemacht.
3.8.1914: Das Deutsche Reich erklärt Frankreich den Krieg.
4.8.1914: Deutsche Truppen marschieren am frühen Morgen in Belgien ein. Die Kriegskredite werden vom deutschen Reichstag einstimmig bewilligt.
5.8.1914: Nach Ablauf seines Ultimatums erklärt Großbritannien Deutschland den Krieg.
26.-30.8.1914: Hindenburg und Ludendorff schlagen bei Tannenberg die russische Invasionsarmee entscheidend.
26.8-12.9.1914: Nach verlustreichen Niederlagen werden die österreichischen Armeen bis auf die Karpaten zurückgedrängt.
30.8.1914: Der rechte deutsche Flügel, der Paris umfassen soll, richtet sich zur Marne. Der französische Gegenangriff führt zur Marneschlacht.
9.9.1914: Nachdem die Offensive der deutschen Truppen im Westen gescheitert ist, werden sie hinter die Marne zurückgenommen ("Wunder an der Marne").

Kriegsbegeisterung der Deutschen
© Corbis-Bettmann, New York


14.9.1914: Moltke wird durch General von Falkenhayn ersetzt.
1.11.1914: Die Türkei tritt an der Seite der Mittelmächte um Deutschland und Österreich-Ungarn in den Krieg ein.
Mitte Dezember 1914: An der Front in Frankreich kommt es zur Erstarrung. Damit geht der Kampf vom Bewegungs- zum Stellungskrieg über.
18.2.1915: Deutschland eröffnet den U-Boot-Krieg gegen Großbritannien.
19.2.1915: Die Westmächte um Frankreich und Großbritannien (Alliierte) eröffnen den Angriff auf die Dardanellen, den sie am 9.1.1916 abbrechen.
22.4.-25.5.1915: Die Deutschen setzen zum ersten Mal in der verlustreichen und dennoch entscheidungslosen Schlacht bei Ypern Giftgas ein.
7.5.1915: Bei der Versenkung des britischen Passagierdampfers "Lusitania" durch ein deutsches U-Boot kommen circa 1000 Passagiere, einschließlich vieler Amerikaner, ums Leben.
23.5.1915: Das bislang neutrale Italien erklärt Österreich-Ungarn und der Türkei den Krieg. Die Kämpfe am Isonzo, in Kärnten und Tirol beginnen.
September 1915: Auch die russische Front erstarrt nach der deutschen und österreichischen Eroberung Westrusslands.
6.9.1915: Die Mittelmächte schließen ein Bündnis mit Bulgarien, um eine Landverbindung mit der Türkei herstellen zu können.
18.9.1915: Auf amerikanischen Druck hin stellt das Deutsche Reich den U-Boot-Krieg gegen Großbritannien ein.

Luftschlachten im Ersten Weltkrieg
© Corbis-Bettmann, New York


14.10.1915: Serbien erklärt Bulgarien den Krieg.
21.2.-21.7.1916: Mit der Eröffnung des deutschen Angriffs auf Verdun kommt es zur Ausblutung der französischen und deutschen Armee.
6.3.1916: Kaiser Wilhelm II. ist gegen die von Falkenhayn und Tirpitz geforderte Wiederaufnahme des unbeschränkten U-Boot-Krieges, worauf Admiral von Tirpitz am 17.3. zurücktritt.
20.4.1916: Nach der Versenkung des Dampfers "Sussex" durch ein deutsches U-Boot und nach der drohenden Note der USA sichert Deutschland die Einhaltung der völkerrechtlichen Regeln am 4.5. zu.
31.5.-1.6.1916: Im Skagerrak schlagen die britische und die deutsche Flotte eine unentschiedene Seeschlacht, die als gewaltigste Schlacht der Seekriegsgeschichte gilt.
4.6.1916: Mit Verlusten von einer Million gelingt dem russischen General Brussilow das Vordringen bis zu den Karpaten.
24.6.-26.11.1916: Bei der Sommeschlacht, die englische und französische Truppen gegen die Verdun-Offensive richten, können aufgrund der Verluste von einer Million Menschen circa 800 km² erobert werden.
27.8.1916: Rumänien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
29.8.1916: Hindenburg wird zum Chef des Generalstabes und Ludendorff zum Ersten Generalquartiermeister ernannt.
1.9.-Dezember 1916: Deutsche Truppen unter Generalfeldmarschall von Mackensen überrennen Rumänien.
5.11.1916: Die Mittelmächte erklären Polen zum selbständigen Königreich, um eine polnische Armee zum Kampf gegen Russland zu rekrutieren.
21.11.1916: Nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. im Alter von 86 Jahren tritt Karl I. seine Nachfolge an.
12.12.1916: Deutschland macht ein zugeständnisloses und daher erfolgloses Friedensangebot an die Alliierten.
Winter 1916/17: Die Hungersnot in Deutschland führt zum so genannten Steckrübenwinter bzw. Kohlrübenwinter.
Januar-Mai 1917: Über den Prinzen Sixtus von Parma bemüht sich Karl I. von Österreich um Sonderfriedensverhandlungen mit Frankreich, und zwar ohne Verständigung des Deutschen Reiches.
31.1.1917: Da das Deutsche Reich den unbeschränkten U-Boot-Krieg erklärt, brechen die USA die diplomatischen Beziehungen ab.
14.2.1917: Russland, Frankreich und Großbritannien schließen einen geheimen Vertrag über Elsass-Lothringen, die Rheingrenze und am 11.3. über die Westgrenzen Russlands.
12.3.1917: Die Revolution in Russland bricht aus.
6.4.1917: Die USA erklären dem Deutschen Reich, später auch Österreich den Krieg. Die meisten amerikanischen Staaten und China schließen sich an.
7.4.1917: In der Osterbotschaft verspricht der deutsche Kaiser die Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen.
9.-11.4.1917: Auf dem Gothaer Parteitag löst sich der kriegsfeindliche Flügel der Sozialdemokratie endgültig von der Mehrheit und gründet die USPD.
16.4.1917: Mit Hilfe des deutschen Oberkommandos erreicht Lenin Petersburg.
4.5.1917: Das neutrale Griechenland wird von den Alliierten besetzt.
14.7.1917: Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg wird gestürzt.
19.7.1917: Die Mehrheitsparteien des deutschen Reichstages nehmen eine Friedensresolution an.
1.8.1917: Eine Friedensvermittlung des Papstes scheitert, da Deutschland Belgien nicht völlig herausgeben will.
7.11.1917: Die Bolschewisten kommen in Russland an die Macht (Oktoberrevolution) und errichten die Sowjetrepublik.
28.11.1917: Die Bolschewisten verkünden einen Frieden ohne Entschädigung und Annektionen.
22.12.1917: In Brest-Litowsk beginnen Friedensverhandlungen zwischen den Mittelmächten und der neuen Sowjetregierung.
1.1.1918: US-Präsident Wilson verkündet ein Friedensprogramm in vierzehn Punkten.
3.3.1918: In Bresk-Litowsk wird ein Friede mit Russland geschlossen, bei dem das Land die ganzen Erwerbungen seit Peter dem Großen verliert.
21.3.-17.7.1918: Die deutsche Armee scheitert mit ihren letzten Angriffen gegen alliierte Stellungen.
7.5.1918: Rumänien und die Mittelmächte schließen Frieden in Bukarest, bei dem Deutschland die Ausnutzung der Ölquellen zugestanden wird.
18.7.-September 1918: Nachdem die Entente die Offensive im Westen eröffnet hat, gelingt britischen Panzerdivisionen am 8.8. der Durchbruch. Daraufhin erklärt Ludendorff, den Krieg militärisch nicht mehr beenden zu können.
15.9.1918: Da die bulgarische Front zusammenbricht, kommt es am 30.9. zum Waffenstillstand.

Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen
© Corbis-Bettmann, New York


29.9.1918: Die Oberste Heeresleitung fordert von der Reichsregierung einen schnellen Waffenstillstand, um den der neue Reichskanzler Prinz Max von Baden am 3.10. bittet.
12.10.1918: Deutschland nimmt den von Wilson geforderten Waffenstillstand an.
17.10.1918: Durch Umwandlung in einen Bundesstaat versucht Kaiser Karl I. sein Reich und die Monarchie zu retten.
24.10.1918: Italien eröffnet den Kampf gegen das auseinander brechende österreichisch-ungarische Heer, das diesen nach dem Sieg von Vittorio Veneto am 3.11. einseitig abbricht.
26.10.1918: Nach der Entlassung von Ludendorff wird General Groener Generalquartiermeister.
28.10.1918: Die Matrosen meutern bei der Hochseeflotte in Wilhelmshaven.
Ende Oktober 1918: Mit dem Auseinanderbrechen des Habsburgerreichs wird am 28.10. die "Tschechoslowakei", am 29.10. "Jugoslawien", am 30.10. Deutschösterreich und am 1.11. Ungarn selbständig.
31.10.1918: Auch die Türkei legt die Waffen nieder.
3.11.1918: Es kommt zum Aufstand der Matrosen in Kiel.
9.11.1918: Kaiser Wilhelm II. dankt ab. Karl Liebknecht ruft die sozialistische, Scheidemann die demokratiche Republik aus.
10.11.1918: Kaiser Wilhelm II. geht nach Holland ins Exil. Der "Rat der Volksbeauftragten" wird aus Vertretern der SPD und der USPD gebildet und verhindert durch eine Übereinkunft mit der Heeresleitung (Groener) eine Fortsetzung der Revolution.
11.11.1918: Der Waffenstillstand in Compiègne wird zwischen Deutschland und der Entente unterzeichnet.
23.3.1919: Kaiser Karl I. sucht Zuflucht in der Schweiz.
21.6.1919: Die kaiserliche Kriegsflotte versenkt sich selbst in Scapa Flow.
28.6.1919: Der Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten wird in Versailles unterzeichnet und tritt als "Versailler Vertrag" am 10.1.1920 in Kraft.
18.11.1919: Mit der Aussage Hindenburgs vor dem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung wird die "Dolchstoß-Legende" propagiert.  
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So entstand der Weltkrieg II

 
27.04.02 19:13
 Wirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg 1930-1945
Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg veränderten wie kaum ein anderes historisches Ereignis die Welt. Nach 1945 entwickelten sich die USA zur westlichen Führungsmacht, die Sowjetunion konnte während und nach dem Krieg ihren Einflussbereich erheblich erweitern, die ehemalige Weltmacht Großbritannien büßte ihre Führungsrolle endgültig ein, ebenso musste Frankreich seine Rolle als Kolonialmacht aufgeben. Im ostasiatischen Raum begünstigte die Niederlage Japans den Aufstieg Chinas.

Als „Schwarzer Freitag”

ging der 25. 10. 1929 in die Geschichte ein: Eine Spekulationswelle hatte die Aktienkurse in den USA hoch schnellen lassen. Panikverkäufe setzten ein, als die Spekulanten begannen, ihre Papiere abzustoßen. Die Folge waren Kurseinbrüche von bisher ungekannten Ausmaßen. Die Krise wirkte bis Europa und traf vor allem das Deutsche Reich und Österreich, die seit 1924 erhebliches Kapital aus den USA erhalten hatten. Der Überlebenskampf der Banken verschärfte die Wirtschaftskrise: Im Deutschen Reich sank die Industrieproduktion, die Arbeitslosenzahl stieg auf fünf Mio. Die Deflationspolitik Heinrich Brünings (Reichskanzler von 1930-1932) stärkte die politischen Parteien der Linken (KPD) und Rechten (NSDAP).

Faschistische Bewegungen

etablierten sich in Europa. Im Oktober 1922 begann der Führer der „Partito Nazionale Fascista”, Benito Mussolini, die Alleinherrschaft der Faschisten in Italien durchzusetzen. Die Erfolge der italienischen Faschisten dienten den deutschen Nationalsozialisten als Vorbild. In Ungarn, Rumänien, Frankreich sowie in Portugal und Spanien gründeten sich faschistische Bewegungen. 1933 erreichte die NSDAP den politischen Durchbruch im Deutschen Reich mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Innerhalb von nur fünf Monaten errichtete die Partei das NS-Terrorregime. Zu den Zielen Hitlers und seiner Anhänger zählte außenpolitisch die Revision der als ungerecht empfundenen Versailler Verträge von 1919. Im März 1938 proklamierte Hitler den „Anschluss” Österreichs und ordnete im selben Jahr den Einmarsch ins „Sudetenland” an. Dass Hitlers Pläne aber über den landläufigen Revisionismus hinausgingen wurde deutlich, als im Oktober 1938 deutsche Truppen in die Tschechoslowakei einmarschierten.

Hitlers Expansionismus

zielte auf den europäischen Osten als „Lebensraum” ab. Den Anspruch auf diese Ziele bezog er aus seinen rassefanatischen Überzeugungen, nach denen die „arische Herrenrasse” den Auftrag habe, sich gegen die Völker im Osten durchzusetzen. Gleichzeitig sagte Hitler damit den beiden Feindbildern des Faschismus - Kommunismus und Judentum - den Kampf an. Gegen die jüdische Bevölkerung richtete sich das Programm der NSDAP auch im Inneren. Seit 1935 wurde die seit 1933 praktizierte Verfolgung und Entrechtung der deutschen Juden auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg legitimiert. 1938 bildete das als„Reichskristallnacht” verharmloste Pogram den Auftakt zu öffentlichen und gewalttätigen Repressionen gegenüber der jüdischen Bevölkerung.

Mit dem Überfall auf Polen

am 1. 9. 1939 wurde der Zweite Weltkrieg eröffnet. Abgesichert durch den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. 8. 1939 überrollten deutsche und sowjetische Truppen das Land. Während Großbritannien und Frankreich bisher darauf vertraut hatten, das Hitler-Regime durch Verhandlungen stoppen zu können, erklärten sie dem Deutschen Reich jetzt den Krieg. Damit war ein Zweifrontenkrieg im Westen und Osten eröffnet worden. Bis 1941 eroberte die Wehrmacht in „Blitzfeldzügen” Dänemark, Norwegen, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Frankreich. Ab Juni 1940 trat Italien auf der Seite des Deutschen Reiches in den Krieg ein. Das Kriegsgeschehen verlagerte sich auf den Balkan und nach Nordafrika.

Die Ausweitung zum weltweiten Krieg

vollzog sich 1941/42. Der Angriff der japanischen Luftwaffe auf die US-amerikanische Flotte in Pearl Harbor am 7. 12. 1941 führte zum Eintritt der USA in den Krieg und zur Verbindung des europäischen mit dem asiatischen Kriegsschauplatz. Seit 1937 standen sich China und Japan gegenüber, das dabei in Konflikt mit den USA geraten war. Am 22. 6. 1941 hatte Hitler mit dem Überfall auf die Sowjetunion den lange vorbereiteten „Ostfeldzug” eröffnet. Der geplante „Blitzkrieg” entwickelte sich jedoch schon bald zu einem zähen und kräfteraubenden Kampf gegen die Rote Armee. Nach dem 22. 6. 1941 trieb die nationalsozialistische Führung die Verfolgung und systematische Ermordung der europäischen Juden voran. Ende 1941 wurden in Chelmno jüdische Gefangene durch Giftgas ermordet, am 20. 1. 1942 legte die Wannsee-Konferenz fest, dass insgesamt 11 Mio. Juden dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer fallen sollten. Ab Mitte des Jahres wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern Juden zu Hunderttausenden ermordet. Bis zum Ende des Krieges starben etwa 6 Mio. Menschen im Namen der „Endlösung der Judenfrage”.

Die 1943 gebildete „Anti-Hitler-Koalition”,

in der sich die USA, Großbritannien und die Sowjetunion zusammengeschlossen hatten, führte schließlich die endgültige Kriegswende herbei. Die Niederlage wurde nur noch zu einer Frage der Zeit, als am 6. 6. 1944 alliierte Truppen in der Normandie landeten. Am 8. 5. 1945 kapitulierte das Deutsche Reich. Der Krieg der USA gegen Japan endete am 14. 8. 1945, nachdem die US-amerikanische Regierung am 6. 8. den Abwurf zweier Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki angeordnet hatte. Fast 200 000 Menschen kamen bei dieser Demonstration des rückhaltlosen Siegeswillens und der militärischen Übermacht der USA ums Leben. Als Japan am 14. 8. kapitulierte, war der Zweite Weltkrieg endgültig beendet.


 
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Elan:

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27.04.02 19:42
Die französische Machtausweitung in Afrika wollte Deutschland nur um den Preis territorialer Kompensation am Kongo zulassen. Um diese Forderungen zu unterstützen, wurde das Kanonenboot "Panther" nach Agadir entsandt. Wiederum konnte sich in dieser Krise Frankreich auf die englische Unterstützung verlassen, die jetzt sogar einen gemeinsamen Aufmarschplan gegen Deutschland ermöglichte. Das Deutsche Reich mußte sich daher mit einer Erweiterung seiner Kolonie Kamerun begnügen, Frankreich erhielt dafür das Protektorat über Marokko 1911 auch formell zugestanden.

Zum Herd großer europäischer Krisen wurde ab 1908 die Balkanhalbinsel. Um jungtürkischen Ansprüchen auf die formell noch zum türkischen Reich gehörigen Gebiete zuvorzukommen, annektierte Österreich im Oktober 1908 Bosnien und die Herzegowina, die es schon seit 1878 besetzt hielt und verwaltete. Auf diese Weise schien die Möglichkeit gegeben, den Dualismus von Deutschen und Magyaren zu einem trialistischen System auszuweiten, das den neu hinzugekommenen Slaven eine gleichberechtigte Position im Reich gegeben und damit die Versuche Serbiens, Führungsmacht aller Südslaven zu werden, vereitelt hätte. Serbien protestierte daher gegen die Annexion und wurde in seiner Forderung nach Kompensation oder Herstellung des früheren Zustandes von Rußland unterstützt. Die Spannungen verschärften sich schon im Winter 1908/09 bis zur Kriegsgefahr. Aber Rußland war zu einem europäischen Krieg noch nicht in der Lage. Das Einlenken Rußlands isolierte Serbien und das mit ihm verbündete Montenegro; unter dem Druck der Großmächte mußte Serbien seinen Protest ausdrücklich zurücknehmen.

Als die Türkei durch den Krieg mit Italien belastet war, schlossen Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro ein Bündnis und griffen im Oktober 1912 die dem osmanischen Reich noch verbliebenen europäischen Besitzungen an. Erneut war Gefahr für einen Krieg europäischen Ausmaßes gegeben. Diesmal warnte Deutschland Österreich vor dem Krieg und es kam 1913 zum Londoner Friedensvertrag, in dem die Türkei ihr gesamtes europäisches Territorium abtrat. Unter den Staaten des Balkanbundes kam es daraufhin zu Spannungen und im Juli zum Krieg Bulgariens gegen Serbien, dem sich Griechenland und Rumänien anschlossen. Bulgarien mußte bald um Frieden bitten. Rumänien und Bulgarien erwarben nur relativ geringen Zuwachs an Gebiet und Bevölkerung. Serbien, Montenegro und Griechenland gingen demgegenüber erheblich vergrößert aus den Kriegen hervor. Serbien war somit auf dem Weg zur führenden Macht auf dem Balkan.

Die neuen Grenzen in Südosteuropa führten erstmals in der neueren Geschichte zu gewaltsamen Bevölkerungsverschiebungen. Während der Kriege war die Bevölkerung der umstrittenen Gebiete gedrängt worden, Religion, Sprache und Kultur der jeweiligen Besatzungsmacht anzunehmen. Um drohender Diskriminierung und Verfolgung zu entgehen, gaben Unzählige ihre angestammten Wohnsitze auf.

Der Kriegsausbruch 1914 beendete eine Epoche, die im Rückblick der Zeitgenossen durch Frieden, innere Stabilität und Wohlstand gekennzeichnet war, trotz der russischen Revolution und der blutigen Unruhen in Spanien und Portugal. Trotzdem war die Zeit vor dem Krieg nicht frei gewesen von großen Auseinandersetzungen, die bis an den Rand eines großen Krieges geführt und weithin das fatalistische Gefühl genährt hatten, daß auf die Dauer doch ein europäischer Krieg unvermeidlich sei. Rußland und Spanien hatten mit den außereuropäischen Großmächten Kriege geführt und verloren. In den Kolonien konnten die Auseinandersetzungen bis an die Schwelle eines Krieges geraten, wie im Falle Frankreichs und Englands in Faschoda. Krieg war somit ein ständiges Mittel in der Politik der Großmächte, noch ehe der offene Konflikt begann. Wenn das Lebensgefühl der Zeitgenossen trotzdem von Sicherheit und Dauer des Bestehenden geprägt sein konnte, so deshalb, weil die Erfahrung des Krieges auf kleine Personenkreise beschränkt blieb und die militärischen Aktionen sich in weit abgelegenen Gebieten abspielten. In den europäischen Kabinetten wurde der Krieg noch als ein kalkulierbares Risiko betrachtet.

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gattin am 28. Juni 1914 in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo durch eine südslavistisch-nationalistische Geheimorganisation löste eine Krise aus, die in ihrem Verlauf zum weltweiten Krieg führte. Die Empörung der Weltöffentlichkeit über das Attentat und dessen rasch aufgedeckte Verbindungen zu serbischen Militär- und Regierungskreisen schienen für Österreich-Ungarn die Möglichkeit zu bieten, die eigene Position auf dem Balkan zu verbessern und darüberhinaus den gesamten Status Quo zugunsten der Mittelmächte zu verändern. Als sich Österreich-Ungarn entschloß, die ihm von Serbien unzweifelhaft geschuldete Genugtuung als Mittel zu benutzen, um diesen Staat als politischen Faktor auf dem Balkan auszuschalten, versicherte das Deutsche Reich am 5. Juli dem Bündnispartner seine unbedingte Unterstützung ("Blanko-Scheck"). Das Risiko des europäischen Krieges ist man dabei bewußt eingegangen. Verschärft wurde die internationale Situation dann durch das österreichische Ultimatum vom 23. Juli, das von Serbien die Bestrafung aller am Attentat Beteiligten unter Bedingungen verlangte, welche die serbische Souveränität erheblich beeinträchtigt hätten. Das Ausmaß der österreichischen Forderungen galt aber inzwischen international als unbillig. Die serbische Regierung beantwortete die österreichische Note unter dem Rückhalt Rußlands und Frankreichs innerhalb der vorgeschriebenen Frist mit großem, aber nicht vollständigen Entgegenkommen und machte gleichzeitig mobil. Österreich betrachtete sein Ultimatum als abgelehnt und mobilisierte acht Armeekorps zum Eingreifen in Serbien.

Der Krieg auf dem Balkan berührte alle in Europa bestehenden Bündnissysteme. Großbritannien, das darin noch den größten Handlungsspielraum besaß, versuchte durch Einwirken auf Österreich den Ausbruch offener Feindseligkeiten zu verhindern. Aber gerade diese Intervention veranlaßte Österreich, durch die Kriegserklärung an Serbien vom 28. Juli vollendete Tatsachen zu schaffen. Die russische Teilmobilmachung folgte am folgenden Tage und brachte das Räderwerk der militärischen Kriegsvorbereitungen in Gang, bei dem die immer noch andauernden diplomatischen Ausgleichsversuche kaum mehr Erfolgsaussichten besaßen. In die Front der kriegführenden Mächte reihten sich Schlag auf Schlag Deutschland, Frankreich, England und auch Japan ein.

Das Eingreifen der USA bedeutete die endgültige Entscheidung des Krieges, wenn sie auch nicht gleich zur Wirkung kam. Am 15. Dezember 1917 schied Rußland durch Waffenstillstand formell aus dem Kreis der kämpfenden Staaten aus. Die deutsche Führung versuchte nunmehr, an der Westfront eine Entscheidung zu erzwingen, bevor amerikanische Truppen in die Kämpfe eingreifen konnten. Mit einem französischen und einem darauffolgenden englischen Gegenstoß fiel die militärische Entscheidung. Daran beteiligten sich zusätzlich in wachsender Zahl amerikanische Truppen und gleichzeitig brach die Widerstandskraft der Alliierten zusammen: Bulgarien mußte Waffenstillstand schließen, die türkische Front brach zusammen, Österreich-Ungarn war am Ende seiner Leistungsfähigkeit. Am 29. September 1918 wurde von der 3. Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und Ludendorff die Entscheidung zur Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen getroffen. Am 11. November trat dann die Waffenruhe ein.
Antworten
chreil:

wusste ich schon! o.T.

 
27.04.02 19:48
Antworten
Kicky:

Corbis- Bettmann ist ja wirklich toll f. Bildsuche

 
28.04.02 00:32
pro.corbis.com/search/
Antworten
Elan:

Kicky der Link geht nicht.....mach nochmal bitte

 
28.04.02 03:34
bussi.
Antworten
comroadi:

Ellen-mädchen

 
28.04.02 08:08
funktioniert doch:


Sie haben nicht die erforderliche Berechtigung, um die Seite anzuzeigen.
Möglicherweise haben Sie nicht die erforderlichen Zugriffsrechte, um das Verzeichnis oder die Seite anzuzeigen.

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Wenden Sie sich an die Website, indem Sie die eine auf der pro.corbis.com Startseite angegebenen E-Mail-Adressen oder Telefonnummern verwenden, wenn Sie nicht die erforderliche Berechtigung haben, um dieses Verzeichnis oder diese Seite anzeigen zu können.

Sie können auf  Suchen klicken, um nach Informationen im Internet zu suchen.

Verboten
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Kicky:

geht doch

 
28.04.02 13:27
www.corbis.com/  und dann rechts den Namen eingeben.z.B. Lenin
Antworten
comroadi:

warum gerade lenin, frau rot

 
28.04.02 13:45
nigs für ungut, aber das nervt dieses kommunistische flair
Antworten
hjw2:

comradi, versuchs mal mit Dumpfbacke Kohl

 
28.04.02 13:51
trägt evtl. zur Erheiterung bei..noch witziger ist seine Dissertation über die Auswirkungen des pfälzer Weines auf die rheinische Frohnatur..

mfg
hjw
Antworten
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