Krka ist für mich eines der besseren europäischen Pharmaunternehmen außerhalb der ganz großen globalen Namen. Die Firma wurde 1954 in Novo mesto gegründet, hat sich über Jahrzehnte von einem lokalen Hersteller zu einem international aufgestellten Generika- und Marken-Generika-Anbieter entwickelt und den strategischen Schwenk hin zu eigenen generischen Produkten schon in den 1980er- und 1990er-Jahren konsequent vollzogen. Seit 1996/97 ist Krka an der Börse in Ljubljana notiert; später kamen wichtige Meilensteine wie das Werk in Polen, die starke Expansion nach Osteuropa, der Ausbau der vertikalen Integration durch API-Produktion und der Eintritt in neue Felder wie Onkologie hinzu. (Krka)
Heute ist Krka ein breit aufgestellter Pharmakonzern mit Präsenz in mehr als 70 Märkten und mehr als 100 Millionen Anwendern. Das Unternehmen ist besonders stark in chronischen Erkrankungen, also vor allem Herz-Kreislauf, ZNS, Magen-Darm, Diabetes und Schmerz. Der eigentliche Burggraben ist aus meiner Sicht nicht „Wunderforschung“ wie bei Big Pharma, sondern das Zusammenspiel aus eigener Entwicklung, eigener Wirkstoff- und Fertigarzneimittelproduktion, regulatorischer Routine, starker Vertriebsstruktur und guter Positionierung bei Marken-Generika. Genau darauf baut auch die Strategie 2026 bis 2030 auf: im Schnitt mindestens 5 Prozent jährliches Umsatzwachstum, mehr als 25 Prozent EBITDA-Marge, rund 10 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung, durchschnittlich 150 Millionen Euro jährliche Investitionen sowie eine langfristig stabile Dividendenpolitik. (Krka)
Operativ hat Krka 2025 sehr stark geliefert. Laut den veröffentlichten 2025er Finanzzahlen lag der Umsatz bei 2,041 Milliarden Euro, das EBITDA bei 558,7 Millionen Euro, das EBIT bei 465,1 Millionen Euro und der Nettogewinn bei 403,7 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge betrug 27,4 Prozent, die EBIT-Marge 22,8 Prozent und die Eigenkapitalrendite 17,5 Prozent. Das sind für einen Generikahersteller starke Werte. Noch wichtiger: Die Bilanz ist sehr robust. Das Eigenkapital lag bei 2,377 Milliarden Euro, die Gesamtverbindlichkeiten bei 665,5 Millionen Euro, das Verhältnis Verbindlichkeiten zu Eigenkapital bei nur 0,28 und die liquiden Mittel bei 347,8 Millionen Euro. Krka ist damit bilanziell sehr komfortabel aufgestellt. (Krka)
Auch die Geschäftsstruktur gefällt mir. 83,2 Prozent des Umsatzes stammen aus verschreibungspflichtigen Arzneien, 8,5 Prozent aus OTC, 5,6 Prozent aus Tiergesundheit und 2,7 Prozent aus dem kleinen Kur- und Tourismusgeschäft. Regional ist Krka klar europäisch geprägt, aber nicht homogen: Osteuropa ist mit 35,1 Prozent der größte Block, Zentraleuropa kommt auf 22,6 Prozent, Westeuropa auf 17,9 Prozent und Südosteuropa auf 14,3 Prozent. Allein Russland brachte 2025 rund 422,3 Millionen Euro Umsatz ein. Das zeigt die Stärke der Marktstellung, aber auch die Achillesferse der Aktie. (Krka)
Auf der Innovationsseite ist Krka besser, als viele dem Unternehmen zutrauen. 2025 kamen 17 neue Produkte hinzu, über 900 Registrierungsverfahren wurden abgeschlossen, mehr als 32.000 regulatorische Variationen genehmigt und 250 gültige Patente schützen technologische Lösungen. Krka investiert weiter in Produktionskapazitäten in Slowenien und in den Aufbau des Indien-Joint-Ventures für Entwicklung und Produktion von Onkologika und festen Darreichungsformen. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf mehr als 170 Produkte in der Pipeline und auf über 800 F&E-Fachkräfte. Das ist kein „Moonshot“-Profil, aber es ist genau die Art von verlässlicher Innovationsmaschine, die ein Generikahersteller braucht, um dauerhaft Margen zu verteidigen. (Krka)
Zur Aktie selbst: Nach dem starken Lauf ist sie für mich nicht mehr billig. Krka hat 2025 bereits einen Kursanstieg von 46 Prozent verzeichnet; inklusive Dividende lag die Gesamtrendite bei 52 Prozent. Um den 14.4.2026 notiert die Aktie an der Ljubljaner Börse bei rund 242 Euro. Gleichzeitig liegt der Dividendenvorschlag für 2025 bei 9,10 Euro je Aktie. Daraus ergibt sich auf dem aktuellen Niveau eine Dividendenrendite von rund 3,8 Prozent. Auf Basis des 2026er Unternehmensplans von 405 Millionen Euro Nettogewinn und rund 30,33 Millionen ausstehenden Aktien komme ich grob auf ein 2026er EPS von etwa 13,35 Euro und damit auf ein KGV um 18. Das ist für ein qualitativ starkes, cash-starkes und aktionärsfreundliches Pharmaunternehmen vertretbar, aber eben kein Schnäppchen mehr. (Krka)
Der große Punkt, über den man bei Krka nicht hinwegreden darf, ist das Osteuropa- und Russlandrisiko. Das Unternehmen profitiert dort von starker Marktstellung, aber genau dort sitzen auch Währungs-, Regulierungs- und geopolitische Risiken. Krka selbst nennt für 2026 ausdrücklich Preiserosion, steigende Rohstoffpreise, Wechselkursschwankungen wichtiger Währungen und mögliche Nachfragerückgänge als Faktoren, wegen derer die Ergebnisse vom Plan abweichen können. 2025 half der Währungseffekt sogar, aber auf so etwas sollte man sich als Aktionär nie verlassen. Zweites Thema: Generika sind kein Geschäft mit unbegrenzter Preissetzungsmacht. Krka ist besser als viele Wettbewerber, aber auch Krka bleibt in einem regulierten, preisgetriebenen Markt. (Krka)
Trotzdem halte ich die langfristigen Aussichten für gut. Der strukturelle Rückenwind ist da: alternde Bevölkerung, chronische Erkrankungen, Kostendruck in Gesundheitssystemen und der politische Wunsch nach verlässlicher Arzneimittelversorgung sprechen eher für gute Generikahersteller als gegen sie. Krkas Strategie ist nüchtern und plausibel: Wachstum von mindestens 5 Prozent pro Jahr, hohe operative Marge, konstante Investitionen in Kapazität und F&E, stabile Dividendenpolitik. Das ist kein Stoff für eine Verzehnfachung in wenigen Jahren, aber sehr wohl für solide, dividendengetragene Wertsteigerung über lange Zeiträume. (Krka)
Meine eigene Bewertung lautet daher so: Krka ist ein sehr gutes Unternehmen, die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau aber eher fair bis leicht ambitioniert bewertet. Mein 12-Monats-Kursziel liegt bei 245 Euro, mit einem fairen Bereich von etwa 220 bis 270 Euro. Für die nächsten fünf Jahre halte ich bei weiterer Umsetzung der Unternehmensstrategie einen Bereich von 300 bis 330 Euro für realistisch. Auf Sicht von 10 bis 15 Jahren sehe ich, unter der Annahme eines Gewinnwachstums grob im Bereich der offiziellen Strategie und ohne strukturellen Bruch in den osteuropäischen Kernmärkten, eher 430 bis 470 Euro als plausibles Langfristfenster. Das wären keine spektakulären, aber sehr ordentliche Renditen, zumal Dividenden noch dazukommen. Mein Fazit ist deshalb klar: Krka ist für mich ein Qualitätswert mit Langfristklasse, aber aktuell eher ein Kauf für geduldige Anleger als ein offensichtliches Tiefstpreis-Schnäppchen. (Krka)
Autor: ChatGPT