Rosa Riese mit Zukunftsperspektive:
Deutsche Telekom setzt auf SERfloware
Die Deutsche Telekom investierte in
eine Workflow-Unternehmenslizenz
des österreichischen
Software-Herstellers CSE Systems
GmbH, heute SERfloware GmbH.
Diese wird nun vom
Kommunikationsriesen in
verschiedenen Projekten von
Flensburg bis München eingesetzt.
Bereits 1995 wurde in der Zentrale der
Telekom das erste Mal über den Einsatz
einer Workflow-Lösung nachgedacht.
Damals installierte das Unternehmen ein
Qualitätsmanagement nach dem
Darlegungsmodell der DIN EN ISO 9001
und wollte dabei u.a. den
papiergestützten Prozess der
Dokumentenlenkung durch eine elektronische Form ablösen.
Eine Vorreiterrolle bei der Unterstützung von Prozessen mit Workflow und der damit
verbundenen Verbesserung von Dienstleistungen für Kunden hat innerhalb des
Telekom-Konzerns die Technikniederlassung Göttingen eingenommen. Die
Geschäftsleitung erkannte schnell, welches Potenzial diese Anwendung hat. Sie
erteilte den Auftrag, in einem ersten Schritt alle Arbeitsprozesse zu identifizieren,
die mit SERfloware optimiert werden konnten und die notwendige Infrastruktur zu
schaffen. Mehrfachbearbeitungen sollten vermieden und Durchlaufzeiten erheblich
verkürzt werden. "Bei Massenvorgängen, die sich mit dem elektronischen Workflow
verkürzen lassen, können erhebliche Summen pro Jahr eingespart werden. Das
wird in Zukunft entscheidend sein", ergänzt Telekom-Mitarbeiter Dietmar Macke,
der für Qualitäts- und Prozessmanagement Netze verantwortlich ist.
Der Auftrag der Geschäftsleitung wurde mit
Erfolg umgesetzt. Zur Zeit laufen in Göttingen
vier Prozesse des internen Bestellwesens
äußerst produktiv. Im Einzelnen sind dies der
allgemeine Einkaufsanstoß, der Einkaufsanstoß
für Mobilkommunikation sowie der Prozess für
das Bestellen, Einrichten und Ändern von
internen Festnetz- anschlüssen und für die
Bestellung von IV-Komponenten. Weitere
Prozesse sind bereits in Planung.
SER hat den Wettbewerb für sich
entschieden
Unter insgesamt zwölf Anbietern von
Workflow-Lösungen setzte sich SERfloware
gegen andere Konzepte und Anbieter durch.
Mitentscheidend waren die Kompatibilität zur
bestehenden Unternehmensplattform, die
Anpassungsfähigkeit an das
SAP-Warenwirtschaftssystem der Deutschen
Telekom und die Dokumenten-Lenkung. Das
Workflow-Tool sollte einfach zu installieren und kostengünstig sein. Als Ergebnis
erwarteten die Telekom- Manager, dass sich die Durchlauf- und Bearbeitungszeiten
in papier- und vor- druckgestetzten Prozessen drastisch reduzieren werden.
Dem Göttinger Team um Dietmar Macke und Peter Schneider brachte bereits die
Vorbereitungsphase der Installation wichtige Erkenntnisse: Bei der Überprüfung und
dem Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur, die für einen funktionierenden
Workflow Voraussetzung ist, stellte sich heraus, dass die vorhandenen
Mail-Systeme für diesen Zweck ungeeignet sind, da sie die Funktionen eines
Workflow-Management-Systems nicht besitzen. Während der Prozesserfassung
konnten bestehende Prozesse optimiert werden.
Das Reengineering und die Prozesskettenstraffung gestaltete sich dabei völlig
unspektakulär. In zwei 3-ständigen Workshops mit etwa zwanzig mit dem Projekt
beschäftigten Mitarbeitern wurden in Göttingen die Vorschläge bearbeitet und
diskutiert. Die Entwürfe wurden ständig verbessert. In der SER-Lösung werden die
Prozesse nun auf Zuruf mit dem "Calling Response" geändert, das heißt, die
Anpassung verläuft fließend.
Parallel zu den Workshops entstand ein Pflichtenheft, das mit dem Praxisbetrieb
gewachsen ist. Es gab zwar die strategische Richtung vor, wurde aber flexibel
genug gestaltet, um auch während der Implementierung Änderungen zuzulassen.
Dazu musste eine enge Kommunikation zwischen Programmierer und Anwender
sichergestellt werden. Um diese unabdingbar wichtige Zusammenarbeit noch zu
intensivieren, wird es in Zukunft notwendig sein, ein komplett neues
Kommunikations- und Vertriebskonzept zu erarbeiten. Dazu wird die
Workflow-Lösung einen großen Teil beitragen, erklärt Dietmar Macke.
Insgesamt betrug die Vorbereitungszeit unter Einbeziehung der operativen Ebene
bei den ersten Prozessen im vorletzten Jahr etwa 100 Mann-Stunden. Danach
halbierte sich der Zeitaufwand auf Grund der gewonnenen Erfahrungen. "Wir wollten
uns keinesfalls mit Programmierarbeit beschäftigen," bekräftigt Peter Schneider,
Projektleiter und Quality Auditor Qualitäts- und Prozessmanagement Netze. Dieser
Teil der Aufgabe wird von Experten der Deutschen Telekom, eigenen
Entwicklungszentren oder auch vom SER-Team erledigt.
Handling-Eigenschaften
Positiv aufgefallen ist die
leichte Handhabung der
Lösung. Auch wenn die
Bearbeitungsprozesse
verschieden sind - ob es
also um die Bearbeitung
von Vorgängen oder das
Hinzuf.gen von Daten
geht - die Bedienung der
Software bleibt annähernd
gleich. Um weitgehendst
Fehler im Vorfeld
auszuschließen,
konzipierte Peter
Schneider einen Leitfaden mit vielen Tipps und Hinweisen, Screenshots und einer
Hotline-Nummer, der sich aus dem Intranet abrufen lässt. Darin sind auch detailliert
die Abläufe in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung beschrieben. Zum Teil ersetzt
dieser Leitfaden im Bereich Dokumentenlenkung sogar die Mitarbeiterschulung.
Parallel werden aber außerdem eintägige Schulungen angeboten und ein
kompetenter Ansprechpartner steht bei Fragen jederzeit zur Verfügung.
Das wichtigste Firmengut - der Mitarbeiter - will überzeugt werden
Bei der Einführung der SER-Lösung wurden von Anfang an die Mitarbeiter
eingebunden. Das erzeugte bei der Belegschaft die notwendige Akzeptanz und
somit die Grundlage für das Funktionieren einer Workflow Software. Jeder
Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin kann Verbesserungen in den Workflow-Ablauf
einbringen. Dadurch erfolgt eine permanente Optimierung der Prozesse.
Mit der Einrichtung des Workflow Managements durch SERfloware konnten längere
Entscheidungswege und Reaktionszeiten deutlich verkürzt werden. Die mit
SERfloware unterstützten Prozesse konnten zeitlich um ca. 70 Prozent
beschleunigt werden.Transportzeiten wurden auf wenige Minuten reduziert. Auch
Auskunftszeiten wurden deutlich minimiert. Nicht wertschöpfende Prozessanteile
konnten zum großen Teil eliminiert und der Ressourcenbedarf pro Vorgang
reduziert werden.
Die Einsparung durch die Workflow-Lösung rechnet sich
Doppel- und Mehrfachbearbeitungen werden durch das Workflow Management
vermieden. Es kann genau definiert werden, wo sich ein Vorgang befindet und
welchen Bearbeitungstatus er vorweist. Nur jeweils ein Mitarbeiter hat Zugang zu
einem Bearbeitungsprozess. Die Dokumentation vollzieht die Lösung automatisch.
Gearbeitet wird mit virtuellen Arbeitskörben, die jedem Mitarbeiter zugewiesen
werden und die er abarbeitet. Ist der Mitarbeiter nicht anwesend, kann dieser Korb
mühelos und ohne Informationsverlust von einem anderen Mitarbeiter übernommen
werden. Eine aufwendige Übergabe ist damit hinfällig.
Anschluss an das IT-System des Konzerns in Vorbereitung
Ein weiterer Vorteil der Workflow-Lösung ist, dass die Technikniederlassung
Göttingen fast alle Veränderungen im Workflow selbst vornehmen kann. Ziel ist es,
andere EDV-Systeme in das Workflow System zu integrieren und vorhandene
Schnittstellen zu minimieren. Die eigentliche Anpassung wird das
Entwicklungszentrum der T-Nova in Darmstadt, ein eigenständiges
Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG, vornehmen.
Die ersten Erfolge der Göttinger Lösungen sind bereits sichtbar. Ihre schnelle
Implementierung und die einfache Bedienbarkeit der Standard-Oberflächen
sprechen für eine Ausweitung auf die gesamte Telekom. Im nächsten Schritt steht
die Anbindung der Standorte Hannover und Magdeburg auf dem Programm.
Werbung