Sektor „Life Science“


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Sektor „Life Science“

 
27.01.01 22:28
Gastkommentar
„In der Biotechnologie steckt noch starkes Potenzial“
Von Michael Fischer

27. Jan. 2001 Nach den starken Kurseinbrüchen in den vergangenen Monaten im Technologie- und Internetsektor, stellt sich vielen Anlegern die Frage, ob sich die Biotech-Branche weiterhin positiv entwickeln kann. Grundsätzlich ist dabei festzuhalten: Die Biotechnologie ist im Vergleich zu anderen Marktsektoren differenziert zu betrachten. Dafür sprechen mehrere Gründe:

Die auf den Sektor „Life Science“ spezialisierte Privatbank Burill & Company geht davon aus, dass der Kursrückgang bei den Technologie- und Internetwerten auch zu Gewinnmitnahmen im Biotech-Sektor geführt hat. Der Vertrauensverlust in die „New Economy“ beeinflusste die Wertentwicklung der Biotechnologiebranche negativ, wenn auch in geringerem Maße. Aus rein fundamentaler Sicht betrachtet, stehen die Biotechfirmen jedoch nach wie vor sehr gut da.

Entwicklungen im Biotech-Bereich sind patentierbar

Im Biotechnologie-Sektor beträgt die Zeitspanne, die von der Idee bis zur Markteinführung eines Präparats verstreicht, in der Regel circa acht bis über zehn Jahre. Gerade in der Internetbranche sind die Entwicklungszeiten für neue Produkte wesentlich kürzer. Daher können Ideen schneller nachgeahmt werden, sind aber gleichzeitig auch schneller „veraltet“. Entwicklungen und Entdeckungen im Biotech-Bereich dagegen sind meist patentierbar und sichern dem Unternehmen langfristig das Ertragspotenzial. Die Patentierung erfolgt in der Frühphase der Produktentwicklung. Da Probleme während der klinischen Prüfungsphase oder die Verweigerung der Zulassung noch möglich sind, ist es sehr wichtig, bei der Auswahl der einzelnen Unternehmen deren Produktpipeline auch von fachlicher Seite beurteilen zu können.


Der Biotech-Markt profitiert nach wie vor von einem starken Basistrend, der fundamentale Unterstützung durch die jüngsten Entwicklungen in der Medikamenten- und Genforschung erfährt. Die Pipelines der Unternehmen sind gut gefüllt: Momentan befinden sich circa 250 Präparate in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.

Biotechnologie ist die Grundlage für neue Diagnose- und Therapieansätze bei Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Alzheimer, Parkinson und AIDS und vieles mehr. Zunehmend mehr Biotech-Präparate kommen auf den Markt und zeigen Erfolge. So konnte die Firma Cor Therapeutics mit dem Präparat „Integrilin“ im ersten Jahr bereits Umsätze von rund 180 Millionen Dollar erzielen. Das Marktpotenzial des Produkts, das bei Verdacht auf akuten Herzinfarkt angewandt wird, liegt bei über 500 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr. Unter anderem durch dieses erfolgreiche Präparat konnte Cor Therapeutics am 23. Januar das Erreichen der Gewinnschwelle bekannt geben.

Vermarktungsallianzen für Pharma- und Biotech firmen vorteilhaft

Vermarktungsallianzen zwischen großen Pharmafirmen und Biotech-Unternehmen haben für beide Partner Vorteile: Pharmafirmen profitieren von der Schnelligkeit und Innovationsfreudigkeit von Biotech-Firmen, denen wiederum die guten Vermarktungskanäle der „Big Pharmas“ zugute kommen. Erst in den letzten Tagen hat die Firma OSI Pharmaceuticals für den Wirkstoff „OSI 775“ zwei hochkarätige Vermarktungspartner bekannt gegeben. Diesen neuen Wirkansatz in der Behandlung von Tumoren werden Genentech in den USA und Roche in Europa vertreiben. Das Marktpotenzial für das Präparat wird bei über einer Milliarde Dollar gesehen.

Die kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsphase im Biotech-Sektor führt dazu, dass die Unternehmen einen entsprechend hohen Kapitalbedarf haben. Im vorigen Jahr betrugen die Mittelzuflüsse in Biotech-Unternehmen über 30 Milliarden Dollar. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht. Nun verfügen viele Biotech-Unternehmen über ein finanzielles Polster, das es ihnen erlaubt, ihre Entwicklungsprojekte ohne weitere Zwischenfinanzierungen abzuschließen. Vermehrt werden Biotech-Unternehmen in Zukunft auch ihre eigenen Produkte vermarkten können.

Biotechnologie wird  langfristig Wertsteigerungen vorweisen

Aufgrund der genannten Aspekte gehen wir davon aus, dass die Biotechnologie, die ja erst am Anfang ihrer Entwicklung steht, langfristig eine positive Wertsteigerung vorweisen wird. Um frühzeitig die vielversprechendsten Werte an der Börse zu erkennen, ist aufwendiges Research und fachliches Know-how notwendig. Aus diesem Grund ist für den Privatanleger ein Biotechnologie-Investmentfonds mit einer überzeugenden Strategie ratsam. Wir sehen auch künftig vor allem für die Unternehmen, deren Produkte sich in fortgeschritten klinischen Prüfungsphasen, im Zulassungsverfahren oder in einer frühen Markteintrittsphase befinden, unverändert hohe Potenziale.

 
 Dr. Michael Fischer ist Berater des DG Lux Lacuna Apo Biotech. Der Fonds konnte im vergangenen Jahr eine Wertsteigerung von über 90 Prozent erzielen.


gruß
proxi


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