Je mehr der deutsche Mann Karriere macht, um so stärker drängt er seine Frau, zu Hause zu bleiben. Anders in Großbritannien, Den USA und ehemals sozialistischen Ländern wie Polen und Ungarn. „Hier fördern Männer die Karriere ihrer Frau – und zwar um so mehr, wie sie selber nach oben kommen“, sagt Soziologe Hans-Peter Blossfeld. Leiter der ersten internationalen vergleichenden qualitativen Studie über Partnerschaften in Doppelverdiener-Gesellschaften (Careers Of Couples in Contemporary Society). Ein internationales Soziologen-Team befragte fast 25 000 Paare in zwölf Ländern, wie sich in den letzten 30 Jahren Berufskarrieren und Geschlechterrollen verändert haben. Eins blieb überall gleich: Hausarbeit und Kinderbetreuung sind in den meisten Familien immer noch Frauensache – auch wenn sie arbeiten. Ebenfalls in allen Ländern zu beobachten: Durch die Doppelverdiener werden die sozialen Unterschiede größer, weil kaum noch jemand über Standesgrenzen hinweg heiratet. Reich sucht Reich und Arm findet Arm.
Bizz 01/02