Ja, ich befürchte auch, daß es manchmal anmassend klingt, was ich schreibe. Aber letztlich zählt (oder sollte es in Zunkunft zählen), ob eine Analyse RICHTIG oder FALSCH ist. Wir leben in einer Welt, die heute weniger von Ideologien als von der Entdeckung naturgesetzlicher Zusammenhänge bestimmt ist. Gott sei Dank dringt naturwissenschaftliche Denke mehr und mehr in den Bereich ein, der früher von den sog. Geisteswissenschaften dominiert war. Auch für so etwas wie "distributive justice", Verteilungsgerechtigkeit, hilft ein kühler sachlicher Verstand mehr als Tränen in den Augen und Wut im Bauch.
So, jetzt kommt es: Ich behaupte, eine Mathematik gefunden zu haben, die die Verteilungsprobleme, die durch unser Geld entstehen, wirksam lösen könnte. Für jemanden, der ein naturwissenschaftliches Fach oder auch Mathematik studiert hat, ist das Ganze geradezu verblüffend einfach. Da die Sache noch nicht publiziert ist und nur als Manuskript existiert, kann ich die Gleichungen hier leider nicht hinschreiben. Aber soviel sei gesagt: Die neue Mathematik verlangt für eine Zentralbank eine neue politische Verantwortung, die sie zur Zeit nicht besitzt. Zur Zeit reguliert steuert eine Zentralbank eine Volkswirtschaft vor allem über den Leitzins. In Zukunft wünsche ich mir, daß ein zweiter Stellknopf dazukommt, den ich als Monetäre Wachstumsordnung bezeichnen möchte. Dieser Parameter hat einen starken (aber verzögerten) Einfluß auf die Verteilungsgerechtigkeit. Steht er auf 1 ändert sich gegenüber heute nichts. Ist er größer 1 werden die Reichen automatisch noch schneller reich als heute - dieser Bereich ist also im Moment kontraindiziert. Ist er kleiner 1 wachsen die Vermögen der Armen relativ gesehen schneller als die Vermögen der Reichen - ebenfalls automatisch.
Die Sache ist natürlich nicht ohne Kritikfläche. Ich zitiere mal aus der englischen Wiki über Soddy:
In four books written from 1921 to 1934, Soddy carried on a "quixotic campaign for a radical restructuring of global monetary relationships", offering a perspective on economics rooted in physics—the laws of thermodynamics, in particular—and was "roundly dismissed as a crank". While most of his proposals - "to abandon the gold standard, let international exchange rates float, use federal surpluses and deficits as macroeconomic policy tools that could counter cyclical trends, and establish bureaus of economic statistics (including a consumer price index) in order to facilitate this effort" - are now conventional practice, his critique of fractional-reserve banking still "remains outside the bounds of conventional wisdom".
Und genau um den letzten Punkt geht hier - in gewisser Weise falle ich diesem hochgeschätzten Genie nämlich in den Rücken...
Soddy hat als Zeitzeuge mitgekommen, wie die Federal Reserve Bank , der FED, in den USA entstand. Und tatsächlich hat es diese Verschwörung (the monster of Jeckyll Island) real gegeben. Eine der hoheitlichsten Aufgaben des Staates ist die Versorgung der Bevölkerung mit Geld als gesetzliches Zahlungsmittel - Münzen und Banknoten. Während das Münzrecht bis heute in staatlichen Händen ruht, obliegt die Produktion von Banknoten den Zentralbanken: FED/EZB. Und das sind Banken, bei denen der Staat zwar mitspricht, die sich aber letztlich in Privatbesitz befinden. Übrigens nicht erst seit Soddy's Tagen - auch die Bank of England stand finanztechnisch über dem Monarchen.
Wieso kam es dazu?: In christlichen Urzeiten war das Verleihen von Geld gegen Gebühr Sünde und Schande, mit so etwas wollte sich der "Gerechte" oder der "Ehrliche" nicht die Hände schmutzig machen. Geldverleiher hatten das Ansehen noch unterhalb von Bahnhofsbunken und Zuhältern heute. Bis in die Aufklärung hinein wurde diese Haltung von den Königen und Päpsten dieser Welt moralisch zementiert - das ist auch der Grund, warum dieser Job dann den Juden zufiel. Im Judentum war das Verleihen von Geld gegen Zins an Fremde erlaubt aber in der eigenen Sippe war der Zins verpönt. Wer allerdings nicht mit Geld umgehen konnte, waren unsere damaligen Feudalherren und Aristokraten - Kriege haben sich noch nie "gerechnet" und die Ausbeutung der Leibeigenen war dem Prasser von damals oft zu wenig. Man muß sich das vorstellen: Das Reichwerden jüdischer Familien ist unmittelbare Folge der Exponentialität, die mit dem Zinssystem einhergeht - ohne die Naturgesetzlichkeit des Geldwachstums hätten es Menschen, die einst auf der untersten Stufe der Gesellschaftpyramide standen, niemals geschafft, sich heute über die politischen Macht zu erheben. Alessio Rastani, zwei Tage her "Goldman Sachs rules the world"
Zurück zum Thema: Ich befürchte, daß Politiker auch in Zukunft nicht mit Geld umgehen können. Auch das zieht sich durch die Geschichte wie ein roter Faden. Und wenn es so ist, daß man Verteilungsgerechtigkeit per Stellschraube einstellen kann, dann sollen das lieber Menschen machen, die die Erfahrung, arm und verachtet zu sein, noch in ihren Genen tragen....