Schlechte zeiten für Consors und Co. !!!!


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Schlechte zeiten für Consors und Co. !!!!

 
12.08.01 08:06
  UNTERNEHMEN 12.08.2001

Discountbroker am Neuen Markt stecken in der Strategiekrise

Die von Börsianern erwartete drastische Verschlechterung der Quartalsergebnisse der am Neuen Markt notierten Discountbroker kommt nicht von ungefähr. Denn: Der Börsenhandel mit den ehemals heißgeliebten über 330 Wachstumsaktien am Neuen Markt fiel ins Sommerloch. Nun droht den Discountbroker nach Analystenmeinung eine Strategiekrise.

Die Aktienumsätze schrumpften im ersten Quartal diesen Jahres um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Handel mit Auslandswerten an deutschen Börsen, eine weitere Spezialität der Discounter, hinkte um 42 Prozent hinterher.

Die Folge: Tiefrote Zahlenreihen werden die Quartalsergebnisse von Comdirect , ConSors und der Direkt Anlage Bank beherrschen, meinen viele Analysten übereinstimmend. Eine Studie der durch Online-Geschäfte weitgehend unbelasteten BHF-Bank sieht die Internet-Anbieter und deren Muttergesellschaften sogar in der Strategiekrise.

Die Krise der Internet-Banken geht anscheinend tiefer, als es die aktuellen Zahlen zeigen. Volker von Krüchten und Philipp Häßler, Analysten der BHF-Bank, sehen die Discount-Anbieter in einem klassischen Zielkonflikt mit ihren Großbank-Müttern. Ohne zusätzliche Beratungsleistungen und ein breiteres Produktangebot "kehren die Töchter kaum zu den hohen Kundenwachstumsraten der Vergangenheit und zur Profitabilität zurück".

Bei dem Bemühen um Wachstum und Profit sprächen die Discountbroker verstärkt Kunden der "zweiten Welle" an: Diese wertpapier- und internetunerfahrenen Aktiensparer sind derzeit die Geschäftspartner der Filialbanken und Sparkassen. Damit wäre der Konkurrenzkampf mit den Muttergesellschaften Commerzbank (Comdirect) und HypoVereinsbank (Direkt Anlage Bank) entfacht.

ConSors, eine Tochter der kleinen SchmidtBank, habe im ersten Quartal für jeden Neukunden Marketingkosten von 785 Euro gehabt, zählte die BHF-Bank vor. Damit liegen die Nürnberger an einsamer Spitze gegenüber den am Neuen Markt notierten Mitbewerbern. Bei comdirect kostete jeder neue Aktienfan 598 Euro und bei der Direkt Anlage Bank 350 Euro.

Doch auch die hohen Marketingaufwendungen bewegten die Kunden in diesem Börsenumfeld nicht zum Kauf. "Da sind die Träume geplatzt", sagte Volker von Krüchten. Er rechnet für das laufende Jahr nur noch mit 11,9 Handelstransaktionen pro Comdirekt-Kunde. Im Börsenboomjahr 2000 waren dies noch 27.

Die Analysten sehen Handlungsbedarf bei den Großbanken, für die es mehrere Optionen gibt, aber anscheinend auch ein Dilemma: Die Kosten von Beratungsdienstleistungen in Anlagecentern, die jetzt nötig wären, um neue Kunden zu gewinnen, drücken auf die Margen. Gleichzeitig treten diese so in Konkurrenz zu dem herkömmlichen Filialgeschäft. Bei reinen Discountbrokern sei auf absehbare Zeit allerdings kaum mit dauerhaften Gewinnen zu rechnen, so die Analyse.

Die Optionen, die die Vorstände der Großbanken nun hätten, reichen von dem Erhalt der Discountbroker - einhergehend mit weiteren Verlusten - bis hin zur vollständigen Integration in den Filialbetrieb der Mutter, schreiben von Krüchten und Häßler. Eine Fortsetzung der bisherigen Strategie halten beide für unwahrscheinlich. Ein eigenständiges Überleben ohne Eingriff der Mütter würde ihrer Meinung nach auf einen weitgehenden Verzicht auf weitere Expansion, gerade ins Ausland, hinauslaufen.


 
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Kicky:

Auch Charles Schwab entlässt viele Mitarbeiter

 
12.08.01 10:24
ebenso Morgan Stanley,an der Wallstreet ist Bescheidenheit angesagt. Auch bei den deutschen Consors und Comdirekt wurden schon Übernahmespekulationen laut.Selbst Banken entlassen in grossem Umfang,frage mich,was die Entlassenen künftig machen,vielleicht ne Finanzseite im Internet?Das kann sich natürlich in dem Moment ändern,wenn es wieder aufwärts geht,nur wann ist das?Allgemein wird ja wohl inzwischen angenommen,auch das nächste Quartal sei nicht rosig.
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Jensolino:

Consors dürfte im Quartal erneut rote Zahlen schre

 
12.08.01 11:38
Der Direct-Broker Consors Discount Broker AG, Nürnberg, wird nach Einschätzung von Analysten am Dienstag bei der Ergebnisvorlage für das zweite Quartal wegen des schwachen Marktumfeldes erneut rote Zahlen präsentieren. "Es sieht momentan sehr schlecht aus", sagte Johannes Thormann von der WestLB Panmure mit Blick auf die gesunkenen Börsenumsätze und den Rückgang bei den Transaktionen. Er rechnet mit einen Ergebnis nach Steuern von minus 20,4 Mio EUR, verglichen mit plus 2,71 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Der Consors-Vorstandsvorsitzende Karl Matthäus Schmidt hat die Erwartungen für das zweite Vierteljahr bereits gedämpft, nachdem im Vorquartal bei Consors ein Verlust von 15,6 Mio EUR angefallen war.



Beim operativen Ergebnis prognostiziert die WestLB Panmure im Berichtszeitraum einen Verlust von 35,5 (Gewinn 8,0) Mio EUR. Auch für das Gesamtjahr geht Thormann trotz eingeleiteter Sparmaßnahmen von einem Verlust von 26 Mio EUR bei Consors aus. Schmidt hat bislang eine Markterholung im zweiten Halbjahr in Aussicht gestellt, zugleich jedoch rote Zahlen für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr ausgeschlossen. Im zweiten Quartal hatte der drittgrößte deutsche Direct-Broker wegen der Börsenflaute weniger Transaktionen und ein geringeres Kundenwachstum verzeichnet.



So stieg die Zahl der Depots gegenüber dem Vorquartal nur noch per saldo um 9.500 auf knapp 550.000, während in den ersten drei Monaten noch ein Plus von 12.700 verzeichnet wurde. Die Zahl der abgewickelten Handelsaufträge (Trades) ging im Vergleich zum Vorquartal um 28 Prozent auf 1,8 Mio zurück. Nach Angaben von Consors wird am Dienstag möglicherweise auch ein neues Kundenziel für das Gesamtjahr bekannt gegeben. Schmidt hatte bereits auf der Hauptversammlung Ende Mai angedeutet, dass das Ziel von insgesamt 215.000 Neukunden im laufenden Jahr nicht erreicht werden dürfte. "Wenn Consors 80.000 Neukunden bekommt, wäre das schon nicht schlecht", meint WestLB-Panmure-Analyst Thormann.




Langfristig sei er jedoch für den Wert "sehr positiv" gestimmt, da Consors "von der von uns erwarteten Markterholung überproportional profitieren sollte". +++ Mathias Schmidt
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