Samsung: Weltkonzern zum Spottpreis


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Jensolino:

Samsung: Weltkonzern zum Spottpreis

 
07.06.01 17:40
Nachdem die Bekanntgabe der Unternehmenszahlen für das erste Quartal nun allmählich abgeschlossen ist, lässt sich u.a. eines festhalten: Es gibt nicht viele Unternehmen, deren Gewinn für dieses Quartal eine Größenordnung von rund 1 Mrd. US-$ erreichte. Diese absoluten Ausnahmeunternehmen findet man v.a. in den USA und auch in Europa, man denke nur an die Ölkonzerne, Microsoft oder General Electric. Doch auch ein asiatisches Unternehmen liegt unter den Top 10: Es ist der koreanische Elektronikriese Samsung Electronics. Aufgrund der Tatsache, dass dieses im sehr zyklischen Halbleitergeschäft tätig ist, gibt es immer wieder besonders konträre Meinungen über die Asiaten, und jede Nachricht wird besonders kritisch beäugt.

Die Geschäftsbereiche

Samsung Electronics Kerngeschäftsfelder liegen in den Bereichen Halbleiter und IT-Produkte, hinzu kommt das Telekom-Geschäft und einige kleinere Aktivitäten. Samsung ist Weltmarktführer bei den Speicherchips, wobei die SDRAM und RDRAM-Chips, die u.a. in PCs oder Spielkonsolen zum Einsatz kommen, als wichtigste Produkte zu nennen sind. Dieser Bereich liefert entsprechend seiner Zyklizität unterschiedlich große Beiträge zum Gesamtumsatz, in der Regel aber immer mehr als ein Drittel. Nahezu ebenso bedeutsam sind Samsungs IT-Produkte, u.a. CD-Rom- oder DVD-Laufwerke, MP3 und LCD-Bildschirme. Etwas kleiner ist der dafür sehr wachstumsstarke Telekombereich, der u.a. den Handy-Verkauf und die Netzwerkerstellung umfasst. Schließlich verkauft Samsung auch Waschmaschinen, Mikrowellen u.ä.

Die Zukunft

Wie bereits angedeutet, ist die Situation im Halbleitermarkt besonders schwer einzuschätzen. In den letzten Monaten hatten alle in diesem Sektor tätigen Unternehmen mit der Konjunkturschwäche und der daraus resultierenden geringeren Nachfrage zu kämpfen. Doch auch wenn diese noch einige Quartale anhalten kann: In den Kursen der entsprechenden Unternehmen ist dies längst eskomptiert. Viel interessanter ist die Frage, wie gut sich Samsung Electronics mit seiner Produktpalette im Markt für Speicherchip positioniert hat. Dazu sollte man wissen, dass bisher noch die SDRAM-Chips im Markt dominieren, v.a. aus dem Grund, dass sie aufgrund der großen Stückzahlen ziemlich günstig herzustellen sind. Samsung hat sich nun bereits im Markt der noch teuren RDRAM-Chips recht weit vorgewagt und eine marktführende Stellung erlangt. Dies geschah wohl auch in der Erwartung, dass diese Technologie durch größere Stückzahlen in Zukunft weniger teuer sein wird. Abzuwarten bleibt allerdings, wie sich die Patentstreitigkeiten um Rambus auswirken werden: Dieses US-Unternehmen verlangt aufgrund seiner Patente für die RDRAM-Technologie von den Chipherstellern Gebühren. Bisher versuchte man dies mit wechselndem Erfolg auch für die SDRAM-Chips, doch könnte nach dem Urteil im Prozess gegen Infineon damit bald Schluss sein. Ob die Unternehmen aus dem Halbleiter-Sektor dann noch bereit sind, RDRAM weiter zu forcieren, wenn für SDRAM keine Gebühren mehr anfallen, ist ungewiss. Doch Samsung sollte dies nur am Rande betreffen, denn die Koreaner sind breit aufgestellt. Jüngste Meldungen über verschiedene Auftragseingänge lassen jedenfalls auch weiterhin gute Geschäfte erwarten: So wurde beispielsweise mit Dell eine Vereinbarung über die Lieferung von Computerteilen im Wert von 16 Mrd. US-$ in den nächsten vier Jahren geschlossen. Ein Großauftrag von China Unicom im Zusammenhang mit dem Aufbau eines CDMA-Netzes deutet auch auf ein beträchtliches Potential in Samsungs Telekom-Sparte hin.

Zahlen

Im ersten Quartal 2001 verdiente Samsung Electronics zwar weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, lag mit einem Gewinn von 912 Mio. US-$ und einem Umsatz von etwa 6,5 Mrd. US-$ aber über den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr 2001 erwarten die Analysten einen Umsatz von 28 Mrd. US-$, der Gewinn soll ca. 3,8 Mrd. US-$ betragen. Für 2002 sind dann wieder zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis geplant. Aus diesen Zahlen errechnet sich ein KGV 2002 von kaum mehr als 5. Zudem gelang es dem Unternehmen im vergangenen Jahr, den Schuldenabbau weiter voranzutreiben.

Analystenstimmen

Nahezu alle die Aktie beobachtenden Analysten sprechen Kaufempfehlungen für Samsung Electronics aus. Erst vor kurzem erklärte Merrill Lynch, die Aktie sei ein klarer Kauf und sprach von einem weiterhin „stabilen Gewinnwachstum“. Exemplarisch seien als weitere renommierte Investmentbanken HSBC Securities, die einen „ starken Kursanstieg“ erwarten, und Credit Suisse First Boston genannt, die Samsung ebenfalls für deutlich zu billig halten.

Fazit

Es bleibt festzuhalten, dass Samsung ein absoluter Global Player ist und in nahezu allen Geschäftsbereichen eine führende Marktposition einnimmt. Dass man die Aktie trotzdem zu einem wahren Spottpreis erwerben kann, lässt sich eigentlich kaum begründen. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob nicht in der vergangenen schwachen Börsenverfassung ungerechtfertigt auch viele Top-Aktien mit nach unten gezogen wurden. Samsung ist jedenfalls ein finanziell solides Unternehmen, das nachhaltiges Wachstum verspricht und zudem extrem günstig bewertet ist. Für langfristige Investoren ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau sehr empfehlenswert.


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