Doch wenn im kommenden Jahr die positiven Effekte verbucht sind, sieht es trübe aus. Bislang hatte Eon für 2013 ein Ebitda von 11,6 bis 12,3 Milliarden Euro und für 2015 von bis zu 13 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Diese Prognosen sei wohl nicht mehr erreichbar, räumte Teyssen nun ein. "In Europa und mittlerweile auch in Deutschland wächst die Wirtschaft deutlich verlangsamt, manche Teile Europas gehen in Richtung Stagnation oder gar Schrumpfung."
In Italien sei die Stromnachfrage um 10 Prozent eingebrochen, bei den Industriekunden in Spanien um gut 7 Prozent. "Noch nie seit dem zweiten Weltkrieg war in so kurzer Zeit ein so deutlicher Absatzrückgang zu beobachten." Eon trifft die Schwäche in Südeuropa allerdings auch besonders stark, weil der Energieriese unter Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat Milliardensummen in südeuropäischen Geschäften versenkt hat, von denen ein großer Teil abgeschrieben werden musste.
Kritik kam denn auch von Analysten: "Eon hat aus unserer Sicht unter den gegenwärtigen Marktbedingungen die falschen Anlagen", schrieben die Experten der HSBC. Insbesondere in Deutschland werden die Kohle- und Gaskraftwerke zunehmen durch den boomenden Ökostrom verdrängt.
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