Roland Leuschel heute (11.01.07) in der SZ


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Sarahspatz:

#23.

 
13.01.07 14:52
Zitat: Man sollte daher besser auf Leute hören, die wendig genug sind, ihr Urteil der jeweiligen Marktlage anzupassen und es verstehen, zur gegebenen Zeit vom Bullen- ins Bärenlager zu wechseln und umgekehrt.

Diese Menschen versuche ich zu finden. Kennst Du welche?
Jens Erhardt und Rolf Elgeti machen m.E. seit Jahren ganz verlässliche Zustandsbeschreibungen der Weltwirtschaft. Im Übrigen: Bin seit 1998 in Aktien(fonds) investiert und hab beide Extreme miterlebt. Bin kein „Experte", der viel Zeit für Analysen oder Charttechnik hat. Hab viel gelesen und daraus bisher nur zwei wirkliche (sehr triviale) Schlüsse gezogen, die langfristig Erfolg haben könnten:
1) im Winter läuft die Börse besser als im Sommer
2) solange die Bewertung (KGV) unter dem historischen Durchschnitt liegt (wie z.Z.) bleib ich in Aktien investiert. Evtl. Korr. sitze ich aus.

Zitat: Wenn Libuda und Sarahspatz also - mit gewissem Recht - Perma-Bären wie Leuschel, Faber (und Stephen Roach) als wenig hilfreich kritisieren, sollten sie die gleiche Kritik auch den vielen Perma-Bullen und Gloom-Propheten zukommen lassen, deren ewiges "Kaufen, kaufen!" ebenfalls keine Trendwenden signalisiert.

Unterschrieben, nur dies ist ein Roland Leuschel-Thread. Bin weder Bulle noch Bär.
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Malko07:

Vorhersagen wie die

2
13.01.07 15:30
kommende Berichtsaison laufen wird und wie die Märkte auf die Nachrichten reagieren werden ist hochgradig unseriös.

Trivial ist auch die Aussage, dass je länger ein Kursanstieg dauerte, ein erhebliche Korrektur täglich wahrscheinlicher wird. Allerdings verschlechtert man sein Ergebnis nicht nur, weil man nach den Top im Abstieg aussteigt. Oft ist man noch mieser dran, wenn viel zu früh vor dem Top aussteigt. Manche warnen schon seit 2 Jahren. Wie die Kurse sich in der Zeit entwickelt haben, ist bekannt.

Betrachtet man die Vergangenheit, so ist sowohl von der konjunkturellen Entwicklung als auch von der historischen Marktentwicklung ohne weiteres noch ein Jahr lang eine gute Börse denkbar. Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht nächste Woche schon der große Abstieg erfolgt. Werden wir zu gegebener Zeit wissen. Eine präzise Vorhersage eines Tops ist immer nur ein seltener und absoluter Zufallstreffer. Deshalb sei besonders vor den Gurus gewarnt, die schon einmal getroffen hatten.  
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Sarahspatz:

Leuschel, Faber, Roach

 
14.01.07 05:53
und Bolko Hoffmann ist auch so ein übler Bursche. Der warnt seit 2 Jahren davor, Aktien zu kaufen und rühmt sich dann in seinem Effecten-Spiegel (als Aufmacher auf der Titelseite) damit, Thyssen-Optionsscheine mit soundsovielhundert Prozent Gewinn empfohlen zu haben. Linker geht es nicht!  
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Anti Lemming:

Malko - wozu sollte man die großen Fonds nachäffen

 
14.01.07 08:51
"Allerdings verschlechtert man sein Ergebnis nicht nur, weil man nach den Top im Abstieg aussteigt."

???

Wenn man nach einem Top aussteigt, VERBESSERT man sein Gesamtergebnis. Das nennt sich auch Gewinnmitnahme. Selbst der Volksmund weiß: "Von Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden."

Wer behauptet, man müsse ständig zu nahezu 100 % long in Aktien sein, zeigt damit nur, dass er der Indoktrination der großen Fonds erlegen ist, die einem das weismachen wollen. Nur für große Fonds ist das sinnvoll: Erstens sind sie dann bei jedem Anstieg dabei, so dass es nicht zu einer Unterperformance gegenüber den Indizes kommt (sie messen sich ja stets am "Benchmark"). Zweitens sind sie viel zu groß, als dass sie im Abschwung "mal eben" ihre Bestände verkaufen könnten, ohne die Aktien nahe Null zu schicken. Hier hat der Kleinanleger einen Riesenvorteil gegenüber den Fonds, den er ausreizen sollte, statt sich vor den falschen Karren spannen zu lassen.

Last not least dreht niemand den Fonds einen Strick, wenn sie mit den Indizes FALLEN. Das ergibt sich zwangsläufig aus ihrer "immer nahezu 100 % long-Strategie". Das Plus ist, dass sie jeden Indexanstieg garantiert mitmachen. Das Minus ist, dass sie auch jeden Indexrückgang garantiert mitmachen. Ein Kleinanleger, der im Abschwung rechtzeitig aussteigt (was er, im Gegensatz zu den Fonds, aufgrund seiner wenigen Aktien KANN!), schneidet weit besser ab als der Fond, dessen Anteile mit den Indizes ins Tal der Tränen absacken (wie 2003).

In einer Baisse outperformt Cash fast jede Aktie. Vor allem kann man am Tief dann mit dem Cash die Aktien WEIT BILLIGER zurückkaufen. Ich habe z. B. die Commerzbank im Dez. 99 für 36 Euro verkauft. 2003 habe ich sie (als Trade) für 5,90 E zurückgekauft. Ohne den Verkauf in 99 hätte ich das Cash für den Rückkauf in 2003 gar nicht gehabt. Außerdem bekam ich für das gleiche Geld nun mehr als die sechsfache Zahl an Commerzbankaktien!

Klar dürfte sein, das man das Cash für diese "Billigeinkäufe" nur erhält, wenn man Aktien rechtzeitig, am besten nahe einem TOP, verkauft. Ob man kurz vor dem Top oder kurz danach aussteigt, spielt keine große Rolle. Wer z. B. wie ich schon im Dez. 1999, böses ahnend, aus Aktien ausgestiegen ist, hat die letzten 5 % bis zum Top in 2000 nicht mehr mitgenommen, dafür blieben ihm aber auch die 73 % Kursrückgang erspart, die der DAX vom Höchststand in 2000 (8000) bis zum Tiefstand in 2003 (2200) verlor!

Weiterhin dürfte klar sein, dass wir nach vier Jahren Index-Anstieg fast ohne Rücksetzer eher in der Nähe eine zyklischen Indexhochs sind als in der Nähe eine Indextiefs. Diese Feststellung mag trivial klingen, sie ist aber trotzdem immer wieder eine Erwähnung wert, da doch die meisten Kleinanleger fatalerweise an Markt-TOPS EINSTEIGEN. Das ist der Punkt, an dem Profis SHORT gehen.

Je weiter die Indizes ohne Pause gestiegen sind, desto höher ist die Rückschlagswahrscheinlichkeit. Das Chance-Risiko-Verhältnis wird immer ungünstiger. Wer am Top kauft, versündigt sich an dem Grundsatz "billig einzukaufen" und anschließend "teuer weiterzuverkaufen". Die meisten Kleinanleger machen es umgekehrt: Sie kaufen (euphorisiert) teuer, verkaufen später (frustriert) billig - und verlieren dabei regelmäßig Geld (an die Großen).
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Sarahspatz:

# 29

 
14.01.07 09:40
Die Gretchenfrage ist: befinden wir uns in der Nähe eines Tops?
Bei einer Aktienbewertung, die halb so hoch ist wie im Jahr 2000 kann ich mir das nur schwer vorstellen.
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Anti Lemming:

Alles Interpretationssache

 
14.01.07 10:11
zumal die Bewertung der DAX-Aktien durch IFRS künstlich um 15 % niedriger ausfällt als nach bisherigem Standard.

http://www.ariva.de/board/279968

Außerdem ist es schlicht konservativ, etwas vorsichtiger zu sein, als auch noch die letzten vielleicht 5 % ausreizen zu wollen. Wozu sich unnötig hohen Risiken aussetzen, wenn die Chancen nach vier Jahren non-stop Anstieg ohne die LÄNGST FÄLLIGE Korrektur (von über 10 %) viel zu klein geworden sind?

Wenn die Indizes so hoch gelaufen sind wie jetzt, können schon kleine Störungen riesige Abverkäufe auslösen (Hochseilakt). An Markttiefs hingegen wie im März 2003 konnten selbst übelste Meldungen (Nato droht auseinanderzufallen, Bombardierungsbeginn in Irak, Angst vor Nuklearkrieg, reihenweise rote Zahlen bei deutschen Banken und Versicherungen, faule Kredite usw.) die Indizes nicht mehr weiter nach unten bringen. In solchen Situationen ist das Chance-Risiko-Verhältnis ungleich größer, was eine Investition vielversprechend macht.

Wer ein solches Risiko-Management auf Makro-Ebene nicht betreibt (bzw. die Notwendigkeit dafür nicht einsehen will), bezahlt dafür typischerweise einen hohen Preis, wie die extrem wechselhafte Geschichte der Börse lehrt.

Dass die Börse keine Einbahnstraße ist, wird an Markttops grundsätzlich immer wieder geleugnet. Das ist die Phase, in der Perma-Bullen mit absurden Kurszielen wie DOW 36000 um sich werfen und das Volk ihnen gebannt lauscht. "Diesmal ist alles anders", lautet das dann gebetsmühlenartig vorgetragene Credo.

Dabei ist es de facto IMMER WIEDER DASSELBE - schon seit der holländischen Tulpenblase.

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Malko07:

#29: Es wäre nich schlecht Postings zuerst zu

2
14.01.07 10:31
lesen und dann Stellung zu nehmen. In #27 ist für jeden mitdenkenden Leser zu sehen, dass ich eher den Ausstieg nach dem Top als vor dem Top empfehle. Du machst also schon wieder nicht stimmende Unterstellungen um sie anschließend widerlegen zu können.

Natürlich ist es unerheblich ob man vor oder nach dem Top aussteigt. Vor dem Top ist alo nur was für Seher oder für solche die glauben die Zukunft rechnen zu können. Nach dem Top kann man mit einfachen technischen Regeln aussteigen.

Weiterhin dürfte klar sein, dass wir nach vier Jahren Index-Anstieg fast ohne Rücksetzer eher in der Nähe eine zyklischen Indexhochs sind als in der Nähe eine Indextiefs.

Wieder so eine nichtssagende banale Aussagen. Dazu folgendes.  Historisch waren die Folgen mit Kurssteigerungen eher bei 5+ als bei 4 Jahren. Wir haben einen außergewöhnlichen Crash hinter uns, der uns außergewöhnlich tief getrieben hat. Eine anschließend etwas länger anhaltende und größere Kurssteigerung wär also nicht unlogisch. Allerdings darf man auf eine derartige primitive Markttechnik kein Geld setzen. Aber ein weiteres Jahr Kursentwicklung kann sehr viel ausmachen. Manchmal herrscht in der Endphase eine starke Übertreibung. Die macht nicht wenig aus. Deshalb Verkauf nach dem Top. Auch ist in derartigen Phasen der Aufstieg mindestens so steil, oft sogar steiler, als der Abstieg.

Wer glaubt er könnte das Top genau bestimmen, den triebt die Gier. Dabei ist nicht die Gier sondern die Geduld ein guter Ratgeber.  
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moebius:

Dieser Faden drückt

2
14.01.07 13:58
allgemein vorherrschende Orientierungslosigkeit und Extreme sowohl in die eine wie auch in die gegensätzliche Richtung aus.

Das ganze erinnert mich bildlich unweigerlich, so wie auch der tägliche TTT-Faden, an einen Haufen aufgeschreckter, wildgewordener Hühner mitsamt einiger hervorstechender Gockel (z.B. Anti-Lemming/Libuda) an ihrer Spitze.
Die Gockel legen sich die Dinge so zurecht wie sie es brauchen und bei jedem noch so kleinen Kikererki schreckt der ganze Hühnerhaufen auf.

Gesundes Mittelmaß, Sachlichkeit und klare objektive Sicht der Dinge ist Mangelware und hält sich bedacht im Hintergrund.

Vielleicht liegt die Wahrheit in der goldenen Mitte und irgendwann bekommt jeder recht.



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