Rohstoffaktien
Unter Tage steht hoch im Kurs
30. August 2005 Die Hausse an den internationalen Rohstoffmärkten spiegelt sich allmählich auch in dem paneuropäischen Index Stoxx-50. Mit dem australischen Minenunternehmen Rio Tinto könnte am Donnerstag schon der zweite Rohstofftitel in den Index der 50 gewichtigsten europäischen Aktienwerte aufgenommen werden. Vor zwei Jahren war bereits der britische Konkurrent Anglo American derart geadelt worden. Und mit dem größten Rohstoffkonzern der Welt, BHP Billiton, steht ein dritter Kandidat schon in den Startlöchern.
Im bedeutenden Stoxx 50 werden die Karten Jahr für Jahr am 1. September neu gemischt. Der Indexanbieter Stoxx Ltd. entscheidet darüber, wer in dem Index verbleiben darf und wer neu aufgenommen wird. Einziges Kriterium dafür ist die Marktkapitalisierung, gemessen am jeweiligen Schlußkurs vom 31. August. Die Aufnahme von Rio Tinto gilt als sehr wahrscheinlich, denn die zweitgrößte Bergbaugesellschaft der Welt erfüllt mit Rang 38 (Schlußkurs vom Montag) das Aufstiegskriterium, welches mindestens Rang 40 vorsieht.
Ein Abstiegskandidat steht parat
Und mit dem Versicherungskonzern Swiss Re (Rang 61) steht ein Abstiegskandidat parat, sofern dieser Wert nicht noch den rettenden Sprung unter die ersten 60 Titel schafft. BHP Billiton klopft mit Rang 42 ebenfalls an die Index-Tür; sofern der Kurs bis Mittwoch abend nicht um 2,6 Prozent steigt, wird der Einlaß diesmal wohl noch verweigert. Auch die Hintertür durch einen Abstieg eines anderen Indexmitglieds bleibt versperrt. Denn die beiden Wackelkandidaten L'Oreal (Rang 59) und Aviva (58) müßten binnen zwei Tagen mehr als anderthalb Milliarden Euro an Marktkapitalisierung einbüßen, um aus dem Stoxx herauszufallen.
Doch Analysten wie Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB) rechnen angesichts der boomenden Nachfrage nach Rohstoffen damit, daß BHP Billiton über kurz oder lang in den Stoxx aufgenommen wird. Rohstoff-Indizes wie der Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) zeigten eine weiterhin steigende Nachfrage, sagt Stocker. Vergleichbar mit den Technologiewerten, die in den Jahren 1999 und 2000 in die maßgeblichen Indizes hineindrängten, stünden nun eben Rohstoffwerte in der Gunst der Anleger weit oben. Mit BHP Billiton wäre allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn dann wäre die 60-Prozent-Regel erfüllt. Sie besagt, daß eine Branche mit nicht mehr als 60 Prozent ihrer Marktkapitalisierung im Stoxx vertreten sein darf. Der nächstmögliche Kandidat Norsk Hydro hätte somit keine Chance auf eine Aufnahme.
MTU Aero Engines vor Aufnahme in M-Dax
Am kommenden Montag wird auch die Deutsche Börse unter den indexorientierten Anlegern für Spannung sorgen. Denn dann nimmt der Arbeitskreis Aktienindizes alle maßgeblichen Indizes des Prime Standard unter die Lupe. Im Deutschen Aktienindex Dax werden keine Änderungen erwartet. Zwar rangiere die Hypo Real Estate beim Börsenwert aktuell auf Rang 24, sagt Anke Platzek von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Doch bei dem für den Dax ebenfalls maßgeblichen Kriterium der Handelsumsätze liegt die ehemalige HVB-Tochtergesellschaft nur auf Platz 37. Auch ein akuter Abstiegskandidat ist nicht in Sicht. Denn trotz der Übernahme durch Unicredito ist der Streubesitz der HVB noch groß genug, um im Dax verharren zu können. Und Fresenius Medical Care erhöht mit einer Zusammenlegung der Vorzugs- und Stammaktien seinen Börsenwert wieder deutlich.
Im Nebenwertesegment M-Dax wird sich der ewige Abstiegskandidat Beru dieses Mal wohl seinem Schicksal fügen müssen. Denn der Börsenneuling MTU Aero Engines erfüllt die Kriterien eindeutig und wird aller Voraussicht nach aufgenommen. Im Tec-Dax ist die Gemengelage dagegen weniger klar. Mit Teles gibt es zwar einen ziemlich sicheren Abstiegskandidaten. Doch im Fall von Elmos wird es schon komplexer: Das Unternehmen schrammt nach den bisherigen Daten mit Rang 36 beim Börsenwert nur haarscharf an einem Verbleib im Index vorbei. Das könnte sich zum einen bis Mittwoch abend noch ändern. Zum anderen entscheide der Arbeitskreis beim Tec-Dax nicht nur nach den harten Kriterien Marktkapitalisierung und Handelsumsätze, erläutert Platzek. Mit Tele Atlas und Solon stehen jedenfalls zwei Nachrücker parat.
Quelle: faz.net
...be invested
Der Einsame Samariter
Unter Tage steht hoch im Kurs
30. August 2005 Die Hausse an den internationalen Rohstoffmärkten spiegelt sich allmählich auch in dem paneuropäischen Index Stoxx-50. Mit dem australischen Minenunternehmen Rio Tinto könnte am Donnerstag schon der zweite Rohstofftitel in den Index der 50 gewichtigsten europäischen Aktienwerte aufgenommen werden. Vor zwei Jahren war bereits der britische Konkurrent Anglo American derart geadelt worden. Und mit dem größten Rohstoffkonzern der Welt, BHP Billiton, steht ein dritter Kandidat schon in den Startlöchern.
Im bedeutenden Stoxx 50 werden die Karten Jahr für Jahr am 1. September neu gemischt. Der Indexanbieter Stoxx Ltd. entscheidet darüber, wer in dem Index verbleiben darf und wer neu aufgenommen wird. Einziges Kriterium dafür ist die Marktkapitalisierung, gemessen am jeweiligen Schlußkurs vom 31. August. Die Aufnahme von Rio Tinto gilt als sehr wahrscheinlich, denn die zweitgrößte Bergbaugesellschaft der Welt erfüllt mit Rang 38 (Schlußkurs vom Montag) das Aufstiegskriterium, welches mindestens Rang 40 vorsieht.
Ein Abstiegskandidat steht parat
Und mit dem Versicherungskonzern Swiss Re (Rang 61) steht ein Abstiegskandidat parat, sofern dieser Wert nicht noch den rettenden Sprung unter die ersten 60 Titel schafft. BHP Billiton klopft mit Rang 42 ebenfalls an die Index-Tür; sofern der Kurs bis Mittwoch abend nicht um 2,6 Prozent steigt, wird der Einlaß diesmal wohl noch verweigert. Auch die Hintertür durch einen Abstieg eines anderen Indexmitglieds bleibt versperrt. Denn die beiden Wackelkandidaten L'Oreal (Rang 59) und Aviva (58) müßten binnen zwei Tagen mehr als anderthalb Milliarden Euro an Marktkapitalisierung einbüßen, um aus dem Stoxx herauszufallen.
Doch Analysten wie Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB) rechnen angesichts der boomenden Nachfrage nach Rohstoffen damit, daß BHP Billiton über kurz oder lang in den Stoxx aufgenommen wird. Rohstoff-Indizes wie der Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) zeigten eine weiterhin steigende Nachfrage, sagt Stocker. Vergleichbar mit den Technologiewerten, die in den Jahren 1999 und 2000 in die maßgeblichen Indizes hineindrängten, stünden nun eben Rohstoffwerte in der Gunst der Anleger weit oben. Mit BHP Billiton wäre allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn dann wäre die 60-Prozent-Regel erfüllt. Sie besagt, daß eine Branche mit nicht mehr als 60 Prozent ihrer Marktkapitalisierung im Stoxx vertreten sein darf. Der nächstmögliche Kandidat Norsk Hydro hätte somit keine Chance auf eine Aufnahme.
MTU Aero Engines vor Aufnahme in M-Dax
Am kommenden Montag wird auch die Deutsche Börse unter den indexorientierten Anlegern für Spannung sorgen. Denn dann nimmt der Arbeitskreis Aktienindizes alle maßgeblichen Indizes des Prime Standard unter die Lupe. Im Deutschen Aktienindex Dax werden keine Änderungen erwartet. Zwar rangiere die Hypo Real Estate beim Börsenwert aktuell auf Rang 24, sagt Anke Platzek von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Doch bei dem für den Dax ebenfalls maßgeblichen Kriterium der Handelsumsätze liegt die ehemalige HVB-Tochtergesellschaft nur auf Platz 37. Auch ein akuter Abstiegskandidat ist nicht in Sicht. Denn trotz der Übernahme durch Unicredito ist der Streubesitz der HVB noch groß genug, um im Dax verharren zu können. Und Fresenius Medical Care erhöht mit einer Zusammenlegung der Vorzugs- und Stammaktien seinen Börsenwert wieder deutlich.
Im Nebenwertesegment M-Dax wird sich der ewige Abstiegskandidat Beru dieses Mal wohl seinem Schicksal fügen müssen. Denn der Börsenneuling MTU Aero Engines erfüllt die Kriterien eindeutig und wird aller Voraussicht nach aufgenommen. Im Tec-Dax ist die Gemengelage dagegen weniger klar. Mit Teles gibt es zwar einen ziemlich sicheren Abstiegskandidaten. Doch im Fall von Elmos wird es schon komplexer: Das Unternehmen schrammt nach den bisherigen Daten mit Rang 36 beim Börsenwert nur haarscharf an einem Verbleib im Index vorbei. Das könnte sich zum einen bis Mittwoch abend noch ändern. Zum anderen entscheide der Arbeitskreis beim Tec-Dax nicht nur nach den harten Kriterien Marktkapitalisierung und Handelsumsätze, erläutert Platzek. Mit Tele Atlas und Solon stehen jedenfalls zwei Nachrücker parat.
Quelle: faz.net
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Der Einsame Samariter
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