Risiken US-Wirtschaft


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Risiken US-Wirtschaft

 
25.09.02 04:23
25.09.2002 01:00

FOKUS 3-Fed warnt vor geopolitischen Risiken für US-Wirtschaft

(Neu: Zins-Umfrage, Analysten) Washington, 25. Sep (Reuters) - Die US-Notenbank (Fed) hat am Dienstag vor erhöhten geopolitischen Risiken für die weltgrößte Volkswirtschaft gewarnt, die Leitzinsen aber erwartungsgemäß unverändert gelassen. Offensichtlich mit Blick auf einen drohenden Irak-Krieg wiesen die Währungshüter auf neue Unsicherheitsfaktoren für die US-Konjunktur hin. Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld liegt seit dem 11. Dezember 2001 bei 1,75 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit rund 40 Jahren. Zwei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder des für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) stimmten am Dienstag nach Fed-Angaben allerdings für eine Leitzinssenkung. Einige Analysten werteten dies und die Warnung vor weiteren Risiken als Signal für eine geldpolitische Lockerung noch in diesem Jahr. Die US-Aktienmärkte bauten nach dem Fed-Entscheid ihre Kursverluste aus. Händler sagten, einige Anleger hätten offenbar insgeheim mit einer Zinssenkung gerechnet und seien daher enttäuscht. Dollar und Staatsanleihen reagierten dagegen kaum. FED SIEHT GEOPOLITISCHE RISIKEN Wie bereits nach ihrer letzten Sitzung im August erklärte die Fed, es bestehe weiter die Gefahr einer wirtschaftlichen Abschwächung. "Es gibt beträchtliche Unsicherheit über den Ausmaß und den Zeitpunkt der erwarteten Belebung bei Produktion und Beschäftigung", hieß es von der Fed weiter. Erhöhte geopolitische Risiken trügen zu der Ungewissheit bei. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wachse indes in einem moderaten Tempo. Die derzeit niedrigen Zinsen und das starke Wachstum der Produktivität dürfte "mit der Zeit" ein besseres Geschäftsklima hervorbringen, teilte die Fed mit und wählte damit die gleichen Worte wie nach der vergangenen FOMC-Sitzung. Im Falle eines Militärschlags der USA gegen Irak befürchten Experten, dass steigende Rohölpreise die ohnehin nur schleppend verlaufende Konjunkturerholung bremsen könnte. US-Präsident George W. Bush äußerte sich am Dienstag nach einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern allerdings zuversichtlich über die weitere Konjunkturentwicklung in den USA. Die Wirtschaft erhole sich weiter von den Folgen der Rezession des vergangenen Jahres, sagte Bush. UNEINHEITLICHES VOTUM ÜBERRASCHT ANALYSTEN Analysten zeigten sich nach dem Fed-Entscheid lediglich von der Tatsache überrascht, dass die Fed ihren Beschluss entgegen der üblichen Praxis nicht einstimmig fasste. David Resler von Nomura Securities in New York erkannte darin ein klares Signal. "Sie schaffen die Basis für eine geldpolitische Lockerung." Bill Quan von Mizuho Securities USA sagte, im FOMC gebe es derzeit offenbar eine lebhafte Debatte darüber, ob die Zinsen etwas weiter gesenkt werden sollten. Eine uneinheitliche Entscheidung hatte es bei der Fed zuletzt im Dezember 2001 gegeben, als ein Notenbanker gegen den damaligen Zinssenkungs-Beschluss gestimmt hatte. Auch an der Wall Street erwartet nach der Fed-Entscheidung eine zunehmende Zahl von Händlern bis zum Jahresende eine Leitzinssenkung der Fed. Wie eine Reuters-Umfrage ergab, rechnen mittlerweile acht der 21 befragten Primärhändler mit niedrigeren Zinsen bis zum Ende dieses Jahres. Vor einer Woche waren es lediglich sechs Befragte. Die Mehrheit prognostiziert indes weiter unveränderte Zinsen. Von einer Zinserhöhung - wie noch zu Beginn des Jahres von einigen Analysten erwartet - spricht dagegen niemand mehr. Die nächste Fed-Zinsentscheidung wird am 6. November erwartet. Nach Einschätzung der Analystin Lisa Finstrom von Salomon Smith Barney zeigt das abweichende Votum der beiden FOMC-Mitglieder Robert McTeer und Edward Gramlich, dass der Fed die Hoffnungen der Märkte auf eine Zinssenkung nicht entgangen ist. McTeer hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für eine weitere Lockerung der Geldpolitik ausgesprochen. Dabei hatte er besonders auf die nach seiner Ansicht weiter angespannte Lage am Arbeitsmarkt verwiesen. Im vergangenen Jahr hatte die Fed den Schlüsselzins in elf Schritten um insgesamt 475 Basispunkte gesenkt, um der Konjunkturabkühlung entgegenzusteuern. rkr/phi

Quelle: REUTERS
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