Stöffen: Warum der Wahnsinn mittlerweile Methode ist
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02.11.13 21:19
#108466
Merke: Das KGV gibt an, wie viele Jahre es dauert, bis das Unternehmen den Wert seiner Aktien als Gewinn erwirtschaftet hat.
Es wäre unsinnig alle Aktien als überbewertet zu betrachten. Es gibt schon viele solide Unternehmen und etliche der Preisanstiege sind auch auf gute Unternehmensführung und die Inflation zurückzuführen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Unternehmen, wo einem eigentlich die Sprache fehlt. Wir wollen bei zwei bekannten Unternehmen aufzeigen wie das gemeint ist.
Am Beispiel von Facebook
Der einzige wirkliche Wert von Facebook besteht in der so genannten “Big Data” also ihren persönlichen Geheimnissen, Vorlieben und Kontakten. Ein Portal wie Facebook zu programmieren – wesentlich benutzerfreundlicher und moderner – würde nicht mehr als 1 Million Euro kosten. Der Börsenwert von Facebook liegt allerdings bei 90 Mrd. US Dollar. Damit ließen sich – wertmässig – 100 Unternehmen der Indizes locker pulverisieren.
Wirft man nun mit dem gelesenen einen Blick auf Facebook, wird der Wahnsinn recht schnell offensichtlich. Nach aktuellen Zahlen beträgt das KGV von Facebook 3800, sprich es würde 3800 Jahre dauern bis der Gewinn je Aktie den Wert des Börsenkurses erreicht hat. Selbst die – meiner Meinung nach völlig übertriebenen Schätzungen der Analysten sehen bis 2016 noch immer ein KGV von 29,05 wobei man die Anleger im ungewissen lässt woher diese Gewinne auf einmal sprudeln sollen. Gesunde KGV´s liegen im Bereich um die 12.
Ein weiterer Punkt ist das KBV. Eine kleine Analyse dazu stammt von informunity.de, wobei ich denke das ein großer Teil der Buchwerte, doch eher idieller Art sein dürften.
So haben wir mit dem KBV eine (von mehreren) Kennzahlen um zu prüfen ob ein Unternehmen überteuert an der Börse gehandelt wird.
Kommen wir zurück zu Facebook und dessen Gegenüber, dem Dreigespann aus Daimler, BMW & Lufthansa und sehen uns einmal deren KBV an (Zahlen entnommen von informunity.de):
Lufthansa: 0,5
Daimler: 1,0
BMW: 1,4
Facebook: 37,2
Das ist der Stoff aus dem Börsencrash´s gemacht werden. Übertreibungen der Superlative und alle mischen kräftig mit.
Last but not Least wollen wir in diesem Zusammenhang noch kurz einen Blick auf den bevorstehenden Börsengang (IPO) von Twitter werfen. Das KGV müsste dort mit unendlich angegeben werden, denn es gibt kein Geschäftsmodell. Das hingegen scheint niemanden zu stören immerhin wird mit etwa 11 Milliarden Dollar gerechnet die der IPO bringen soll. Tja was den Buchwert angeht, was sind ein paar Leasingkarren, Bürostühle und eine leicht zu kopierende Idee wert? Auch hier ist der Wert der User und seine persönlichen Kontakte. Sie sind also ein Wertgegenstand, passen Sie also auf sich auf ;)
Ich bitte die für mich unübliche Länge des Artikels zu entschuldigen, allerdings war es mir nicht möglich die Problematik kürzer darzustellen ohne dabei wichtige Punkte zu vernachlässigen.
Carpe diem
Auszug entnommen aus
"Indizes und die Tulpenmanie: Warum eine gewaltige Korrektur droht"