Dabei halte ich von Röttgen eigentlich ne ganze Menge.
Es wirkt fast so, als ob ihm dieser Wahlkampf gewissermaßen auf's Auge gedrückt wurde und er eigentlich gar nicht Ministerpräsident von NRW werden wollte.
Anders ließe sich dieser lustlos und schlampig geführte Wahlkampf kaum erklären.
Dass er sich nicht hat darauf festlegen lassen, als Verlierer in NRW zu bleiben, finde ich hingegen völlig verständlich und wenn man sich mal die Praxis in der Politik anschaut auch keineswegs unüblich.
Naumann hat sich bei der Wahl gegen von Beust damals ebenfalls offen gelassen, ob er bei einer Niederlage in der Hamburger Politik bleibt, was ihm in keiner Zeitung auch nur mit einer Silbe negativ angelastet worden wäre.
Gerhard Schröder und Joschka Fischer haben haben vor ihrere letzten Bundestagswahl ebenfalls offengelassen, ob und in welcher Funktion sie ihrer Partei bei einer Niederlage erhalten blieben. Hinterher sind sie dann beide gegangen.
(Es ist allerdings m.E. mal wieder typisch für unsere spd-parteibuch-geprägte Medienlandschaft, dass dort dann nicht die Lupe draufgehalten wird.)
Die typische Formulierung lautet in solchen Fällen immer sinngemäß: Wir wollen gewinnen und konzentrieren uns erstmal auf den Wahlkampf - hinterher sehen wir dann weiter.
Ich finde dieses Vorgehen auch legitim
Was soll man denn als Bundesumweltminister auch in der Opposition irgendwo in der Landespolitik?
Die ganze Idee, ihn dort in den Wahlkampf zu setzen, sieht ja fast nach einer Strafversetzung aus, um einen ehrgeizigen möglichen Konkurrenten auf Eis zu legen.