Größte Ausstiegswelle seit der Lehmanpleite
von Henrik Voigt
Liebe Leserin, lieber Leser,
Ende September, als der DAX seine bisherigen Jahreshöchstkurse markierte, beobachtete das Handelsblatt ein auffälliges Phänomen: Viele deutsche Topmanager veräußerten Aktien ihres eigenen Unternehmens in großen Mengen. Erstaunlich war nicht dieser Umstand allein, nachdem der DAX in den Wochen zuvor ja kräftig gestiegen war. Auffällig war vielmehr der Umfang der Insiderverkäufe: Es handelte sich um die größte Verkaufswelle seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers vor vier Jahren! Damals im Oktober 2008 brachen die Aktienkurse crashartig ein, nachdem zuvor noch ausgiebig auf eine geldpolitisch induzierte, plötzliche Erholung der Weltwirtschaft spekuliert worden war. Merken Sie etwas? Geschichte wiederholt sich immer mal wieder in ähnlicher Form.
Gerade ist die Masse der Anleger wieder mutig geworden, den Kursen hinterhergelaufen und in der Hoffnung auf weitere Gewinne wieder in den Markt gesprungen, da wird den Insidern die Sache zu heiß, sie steigen aus und der Markt fällt. So ein Mist aber auch. Zahlen dazu:
Das Insider-Barometer des Aachener Forschungsinstituts für Asset Management fiel Ende September um rund 20 auf 99 Punkte. Einen Absturz in so kurzer Zeit in dieser Größenordnung gab es bisher nur in der heißen Phase der Finanzkrise 2008/2009. Damit hat der Indikator wieder das Niveau von Mitte April erreicht, als es mit dem Dax anschließend innerhalb von zwei Monaten um rund 800 Punkte bergab ging.
Verluste beim DAX in ähnlicher Größenordnung dürften auch nun wieder anstehen, denn ein Panik-Niveau" des Insider-Barometers ist noch lange nicht erreicht. Auf die Käuferseite werden die Insider vermutlich erst auf deutlichen tieferen Niveaus wieder wechseln. Und dann wird es auch für den Privatanleger wieder interessant. Das kann aber noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin ist es ratsam, viel Cash aufzubauen. Das bringt aber noch keinen Gewinn. Es ist also besser, sich auf die Shortseite des Marktes zu begeben. Dort locken in den kommenden Wochen erhebliche Gewinne, zumal jetzt immer mehr Aktien charttechnisch deutlich angeschlagen sind.
Quelle: DAX Daily