Deine Argumente finde ich etwas kurz. Ein starkes Wachsen der Indizes muss nicht zwingend folgen, denke ich. Seitwärtsgeschiebe in einer 1000 Punkte Range könnte es auf Grund der wirtschaftlichen Position in der Welt genauso werden.
1) Das weltweite Wachstum für 2010 wurde heute auf über 4% angehoben.
Falls es so kommt, profitieren andere Länder (Unternehmen) in noch viel größerem Umfang davon als USA / Europa? Wir sind es eigentlich, die das Gesamtwachstum hemmen.
2) Griechenland kann noch Staatsanleihen verkaufen.
Dazu wüsste ich gerne mehr. Hohes Risiko erfordert doch hohe Verzinsung und somit hohes Ausfallrisiko.
Und ob das Griechenland zukünftig retten wird, kann man bezweifeln, wenn die Politik sich schon in diese Lage hineinmanövriert hat. Und wir selbst haben nun auch eine Rekordneuverschuldung an der Backe.
3) Reihenweise sehr gute Quartalsergebnisse in den USA.
Sell on good news.. kann dann zukünftig nur schlechter werden.
Außerdem wächst die Konkurrenz im weltweiten Wirtschaftswachstum mit, und das vielleicht überproportional. Das treibt die Anleger in renditeträchtige Wachstumsmärkte.
4) Steigendes Verbrauchervertrauen in den USA.
Ändert sich meiner Meinung nach zu häufig, als dass des für einen langfristigen Indikator taugt. Eher als als kurzfr., nachlaufender Benchmarkwert der letzten Wochen, der sich mit ein oder zwei Fernsehauftritten der Politiker beeinflussen lässt.
5) Guter Geschäftsklimaindex in Deutschland.
Abwarten, was dieses Jahr noch bringt (Bsp. Automobilabsatz 2010)
Vielleicht sind meine Gedanken auch sehr pessimistisch, aber ich finde, man sollte der Wahrheit ins Gesicht schauen, und die ist eben keine hübsche Prinzessin.
Immer mehr "arme" Länder kooperieren miteinander und mit den größten dieser (China, Indien und Russland). Das sind Entwicklungen, die es früher nicht in dieser Ausprägung gab. Und das technologische Know-How fließt weiterhin zum Einen in diese Länder, während unser Bildungsniveau nachweislich stagniert, zum Anderen steigt das durchschnittliche Bildungsniveau in Ländern wie z.B. Indien kontinuierlich (spreche aus eigener Erfahrung).
Gestern habe ich noch eine Doku über Bolivien im TV gesehen, die schilderte, dass dank Präsident Morales Bolivien zukünftig zum Globalplayer unter den Lithium-Exporteuren aufstreben könnte. Ein Rohstoff, der dringend in Asien benötigt wird. Es werden keine ausländischen Firmen berücksichtigt, damit das Land autonom von seinen Rohstoffen profitiert. Das finde ich - nebenbei gesagt - super!
Unsere Gesellschaft verändert sich langsam hin in eine Dienstleistungsgesellschaft, da Produktionsstandorte hier tendenziell immer weniger finanziell tragfähig sind (Bsp. Heidelberg Druck produziert ihre Druckmaschinen für Asien in Asien, genauso wie es z.B. die Hersteller aus der Automobilindustrie machen). Was bleibt für Deutschland dann? Die jungen, gut ausgebildeten Menschen können theoretisch überall zurecht kommen, wenn es hier keine guten beruflichen Aussichten gibt.
Und wie bleibt man dauerhaft konsumfähig, wenn die Reallöhne und andern verfügbaren Mittel für die Mehrheit der Bevölkerung sinken? Das beschleunigt das Abwandern der Industrie ebenso.
Nur meine kurze Interpretation des Gesamtbildes. :) Andere Meinungen lese ich gerne.
Konstruktive Kritik ist die beste Anerkennung.