16.04.2010 12:41
Gehen, wenn es am schönsten ist?
Das Leben der Aktienanleger könnte derzeit nicht schöner sein: Ein guter Auftakt der Q1-Berichtssaison macht Appetit auf mehr.
Ein Cocktail aus überraschend starken Makrodaten und gleichzeitig entspannter Geldpolitik lässt das "goldilock"-Szenario aus hohem Wirtschaftswachstum, niedriger Inflation und unterstützender Geldpolitik wieder hoffähig werden und ein sprunghafter Anstieg von Fusionen und Übernahmen nährt die Gerüchteküche und lässt die Kurse potenzieller "Ziele" nach oben schnellen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Wahrnehmung der Marktteilnehmer verändert: Herrschte im Frühjahr letzten Jahres noch Katzenjammer und Weltuntergangsstimmung, ist momentan Optimismus weit verbreitet. Die Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren Schrecken scheint verarbeitet. Von daher gibt es eigentlich keinen Grund zur Klage. Oder etwa doch?
Fakt ist, dass sich die Anleger derzeit allzu sorglos geben. Die Stimmung - z.B. gemessen an der Positionierung institutioneller Anleger oder an der bekannten Put-/Call-Ratio - hat sich massiv verbessert. Sie ist zwar noch nicht extrem euphorisch, aber als klassischer Kontraindikator ein erstes Warnsignal. Auch die Erwartungshaltung der Investoren ist massiv gestiegen. Dies zeigt ein Vergleich der "Flüsterschätzungen" mit den offiziellen Konsens-Daten oder nachvollziehbarer die bescheidene Kursreaktion von Titeln wie Intel und J.P. Morgan auf wirklich beeindruckende und überzeugende Quartalsberichte.
Auch von der Makroseite werden die positiven Überraschungen zunehmend kleiner. Ja, in den kommenden Wochen dürften erste Frühindikatoren in ihrer Dynamik nachlassen und damit sogar einen Wendepunkt markieren. Hinzu kommen die nach wie vor großen strukturellen Ungleichgewichte, die auch Monate nach dem akuten Abklingen der Finanz- und Wirtschaftskrise fortbestehen. Dazu zählt die hohe Verschuldung vieler Staaten, die - wie im Fall Griechenlands - vor allem dann Probleme mit sich bringt, wenn zusätzlich der aktuelle Haushalt ausartet. Aber auch die Sparquote der angelsächsischen Haushalte ist nach kurzer Korrektur mittlerweile wieder im freien Fall.
Vor diesem Hintergrund sind wir davon überzeugt, dass die Bäume am Aktienmarkt nicht in den Himmel wachsen werden. Entsprechend neutralisieren wir unsere Übergewichtung. Unter Timingaspekten erwarten wir zwar, dass der Aktienmarkt noch etwas weiterlaufen wird. Für uns wären starke Börsentage aber eher eine Chance, Bestände zu reduzieren und aufgelaufene Gewinne abzusichern. Sinn macht auf jeden Fall eine disziplinierte Stop Loss-Disziplin und eine stärkere Berücksichtigung "defensiver" Elemente. Dazu zählen beispielsweise der US-amerikanische und schweizerische Aktienmarkt, die traditionell mit einer im internationalen Vergleich defensiven Indexstruktur aufwarten, oder Aktien aus den Branchen Pharma, Gesundheit und Verbrauchsgüter.
Chris-Oliver Schickentanz leitet in der Commerzbank das Investment-Team und trägt damit die Gesamtverantwortung für die Kapitalmarktstrategie, das Research und die Fondsauswahl auf der Privatkundenseite.
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© 2010 Der Aktionär
@Cayman
habe mein limit auch nur auf 6266,knapp drunter (6260)ist das 60er bb schon,glaube die vola läßt nicht viel mehr zu,max bis 50 vllt.
sie boazahlen sind wahrscheinlich auch schon eingepreist,brent fällt auch immer mehr.
DIE GANZE WELT IST EINE BÜHNE