Guten Morgen,
hier wurde ja auch schon über Volumen und einen letzten Paniktag diskutiert. Ich war bis gestern der Meinung ohne so einen richtigen Sell-off geht's nicht. Dann habe ich den sehr interessanten Marktkommentar von Gehrt gelesen: www.system22.de/marktkommentar.html
Die Frage: wie kommt man als Bär an sein Gewinn? Für uns kleine Bären kein Thema: ich verkaufe einfach meinen Put-OS oder Short-KO. Aber die großen Bären, die Leerverkäufer und Futurekontrakter? Im Moment stehen deren Gewinne nur auf dem Papier. So ähnlich wie bei einer Hausse: nicht alle können am Höchstkurs verkaufen, wenn sich nicht gleichzeitig jemand findet, der ihm die Aktie abkauft. Ein Leerverkäufer braucht umgekehrt jemanden, der ihm seine leer verkaufte Aktie zurückverkauft.
Um es kurz zu machen: ein richtiger Sell-Off würde den großen Bären genügend Möglichkeiten geben, die eingegangenen Short-Positionen zu schließen, weil es gleichzeitig genügend reale Verkäufer von "echten" Aktien gibt.
Und wenn der Sell-off ausbleibt? Dann steigen die Kurse gemütlich nach oben und nähern sich langsam gefährlich nahe der Margin-Grenze des Shortsellers. Gehrts Ansatz: erst bei überschreiten von gewissen Grenzen (Novembertiefs) werden die Shortseller nervös, dann kann es aber schnell gehen.
Fazit: fehlendes Volumen und Sell-off sprechen noch lange nicht dafür, dass der Boden noch vor uns liegt. Vielleicht stehen wir schon drauf.
Für mich persönlich: jetzt bin ich um eine interessante Erkenntnis reicher, aber um eine klare Position ärmer. Die aktuelle Situation ist so oder so die Ruhe vor dem Sturm: nur wohin?
Der Artikel von Gehrt ist trotzdem lesenswert! Auch als PDF zu haben: www.system22.de/Marktkommentar04.03.pdf