DAX: Verhaltene Kauflaune
von Andreas Wolf
Ein außerordentlich schwacher Montag blieb aus, die Abwärtsbewegung der Vorwoche fand zunächst in der Stabilisierungszone zwischen 5.440 und 5.500 Punkte halt. Der positive US-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen beförderte den Index dann sogar über die 5.500er Marke, ohne dabei für übermäßige Euphorie zu sorgen. Der Abwärtstrend wurde damit erwartungsgemäß gestoppt, eine Fortsetzung einer Gegenreaktion ist damit möglich, mehr aber auch nicht. Die Erholung ist gemessen an den Verlusten seit Ende September bisher zu geringfügig, die Käufer sind noch nicht wieder zurück am Markt.
In vielen Charts der Standardwerte findet sich deshalb auch bisher kaum eine nachhaltige Verbesserung der technischen Situation. Vor diesem Hintergrund muss weiter abgewartet werden, in welche Richtung der Beginn der Bilanzsaison vorgibt. Die „Hauptkampfwoche" startet ohnehin erst am nächsten Montag, die ersten Ergebnisse sollten deshalb auch mit Vorsicht genossen werden. Fällt ein Standardwert wie IBM oder General Electric aus dem Rahmen, bringt dass gleich den Gesamtmarkt in Wallung und erhöht wiederum die Volatilität. Es muss also an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen werden, dass der mittelfristige Erholungstrend des DAX nach wie vor intakt ist.
Mehr Terminmarkt als echte Käufer
Die einzelnen Bewegungen des gestrigen Tages lassen zudem vermuten, dass der Einfluss des Terminmarktes wieder stärker wird, während die Umsätze am Parkett kaum angezogen haben. Diverse Strategien werden rasch mit Hilfe von Derivaten umgesetzt und wirken so auch leicht auf den einen oder anderen Basiswert. Kurzfristig haben sich die short ausgerichteten Investoren von Teilen ihrer Positionen getrennt, neue Long-Positionen wurden aber kaum aufgebaut. Ein sauberer Wendepunkt der aktuellen Korrektur steht deshalb noch aus.
Auffällig sind die Divergenzen am Rohstoffmarkt. Während Öl und andere konjunkturabhängige Stoffe leichte Verluste erleiden, bewegt sich Gold weiter in Richtung Allzeithoch. Nur dort, wo es wetterbedingt zu Ernteausfällen kommt, steigen die Preise nachhaltiger, wie z.B. bei Zucker. Nimmt man diese Vorzeichen als gemeinschaftlichen Indikator, so bleibt das Thema einer steigenden Inflation weiterhin auf der Tagesordnung. Den Aktienmarkt könnte das mittelfristig weiter befeuern.
Gegenbewegung zweiter Teil
Die 5.508 Punkte zu Wochenbeginn sind nur eine begrenzte Vorlage für die Ambitionen der Bullen, schnellstens wieder an Boden zu gewinnen. Die nächsten Hürden warten schon bei 5.557 und 5.585 Punkten, spätestens dort dürften die Bären wieder stärkeren Widerstand leisten. Bisher gibt es zwar auf der Unterseite in Bereich um 5.440 Punkte eine erste frische Unterstützungszone, möglicherweise wird der nächste Abwärtsimpuls auch noch tiefere Niveaus testen.
Zu achten ist hierbei auf den Bereich zwischen 5.387 und 5.414 Punkten, kann der DAX hier eine Kehrtwende ausbilden, bestehen gute Chancen auf ein rasches Ende der Korrektur. Fällt der DAX hingegen unter 5.387 Punkte, kommt es rasch zum Test des Aufwärtstrends bei aktuell 5.200 Punkten. Für die Bullen hält sich das technische Bild umgehend wieder auf, wenn der Widerstand bei 5.624 Punkten überwunden wird.
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