DJ: XETRA-VORBERICHT/Abgaben im DAX dürften sich fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)--Mit einer leichteren Eröffnung am deutschen Aktienmarkt
rechnen Händler für die Sitzung am Freitag. Der DAX könnte nach den schwachen
Vorlagen aus den USA und aus Asien weiter nachgeben, so Händler. Gegen 8.17 Uhr
zeichnet sich eine Eröffnung im DAX bei 5.520 Punkten ab, 0,6% unter dem
Vortagesschluss.
In den USA hat der Dow den stärksten Tagesverlust seit Anfang Juli erlitten
und nahe Tagestief geschlossen. Unter Druck standen vor allem Banken-,
Halbleiter- und Transporttitel. "Das ist die natürliche Reaktion, nachdem diese
Werte den Aufschwung angeführt hatten", sagt ein Marktteilnehmer. Der Markt
korrigiere, weil die enttäuschenden US-Konjunkturdaten der vergangenen beiden
Wochen die Angst vor einem Rückfall in die Rezession schürten.
Aus technischer Sicht habe sich die Situation im DAX mit dem Bruch der
Unterstützung um 5.575 Punkte eingetrübt. Als nächste Haltemarke gilt nun das
Hoch vom 7. August bei 5.481 Punkten. Eine Rückkehr über 5.575 würde die
technische Situation etwas entspannen, heißt es.
Der US-Arbeitsmarktbericht wird als Dreh- und Angelpunkt für die
Börsenentwicklung am Freitag gesehen. Erwartet wird ein Abbau von 175.000
Stellen außerhalb der Landwirtschaft und ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf
9,8%. Ein schwacher Arbeitsmarktbericht könnte als weiterer Hinweis auf ein
konjunkturelles "Double-Dip", auf eine weiterhin schwache Konsumkonjunktur und
auf weitere Probleme am Immobilienmarkt aufgefasst werden. Das würde die Börsen
belasten.
"Sollte er besser als erwartet kommen, könnte das die Stimmung schnell drehen
und die Kurse nach oben treiben", sagt ein Marktteilnehmer. Ein anderer
Marktteilnehmer meint allerdings, ein zu starker Arbeitsmarktbericht könnte
Zinserhöhungsängste auslösen: "Der schwache Arbeitsmarkt ist der letzte Grund,
weshalb die US-Notenbank an ihrer Null-Zinspolitik festhält", so der Händler.
Insofern wäre ein Arbeitsmarktbericht im Rahmen der Erwartungen am besten für
die Märkte, meint er.
Relative Stärke erwarten Marktteilnehmer von BMW, VW und Porsche nach den
US-Absatzzahlen. "Besonders die BMW-Zahlen sind sehr gut", sagt ein
Marktteilnehmer mit Blick auf das Plus von 3,6%. Neben dem "1er" hätten sich
auch die hochpreisigen "6er" und "7er" gut verkauft. Damit sei nicht zu rechnen
gewesen, denn der Gesamtmarkt sei mit dem Auslaufen des Programms "Cash for
Clunkers" schwach.
Auch die Zahlen von VW und Porsche seien gemessen an den schwachen Zahlen der
US- und japanischen Konkurrenten gut. Bei Mercedes habe sich der Absatz dagegen
enttäuschend entwickelt: "Die neue E-Klasse erfüllt die Hoffnungen bisher
anscheinend nicht", so der Marktteilnehmer. Daimler dürften deshalb hinter BMW
zurückbleiben, erwartet er. Vorbörslich geben BMW um 1% nach, Daimler um 1,3%.
In der zweiten Reihe verlieren Sky Deutschland vorbörslich über 5% nach einer
Herunterstufung auf "Neutral" durch die Analysten der UBS.
DJG/mpt/reh
(END) Dow Jones Newswires
October 02, 2009 02:19 ET (06:19 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2009
"Wer gegen den Strom schwimmt, sollte das möglichst in der Nähe des Ufers tun."
"Wenn man in der falschen Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen"