Die Ukraine muss sich jetzt warm anziehen: Der internationale Währungsfonds (IWF) soll beim Besuch in Kiew die Verhandlungen mit der Regierung abgebrochen haben. Daher hat der IWF beschlossen, die nächste 1,9 Milliarden Dollar hohe Tranche des im November zugesagten Notkredites über 16,4 Milliarden Dollar für unbestimmte Zeit auf Eis zu legen, sagt Roman Schukowski, Chefökonom von Präsident Viktor Juschtschenko. Bisher hat die Ukraine erst 4,5 Milliarden Dollar des Kreditrahmens überwiesen bekommen.
Vor allem die Forderung von IWF-Boss Dominique Strauss-Kahn, das Budgetdefizit heuer auf null zu senken, soll Julia Timoschenko nicht gefallen haben – sie will drei Prozent. Die Regierungschefin verhandelt mit Russland über einen Fünf-Milliarden-Dollar-Kredit. „Ich glaube, dass die Russen auch Forderungen haben, wenn auch andere als der IWF“, sagt Alexander Pecherytsyn, Anlayst bei ING in Kiew. So dürften Tadschikistan und Kirgisien von Russland Notkredite bekommen – als Gegenleistung verlangt der Kreml laut dem Analysten die Beteiligung an gewissen Projekten oder den Erwerb bestimmter Assets.
Was die Forderung an Kiew sein könnte, kann sich nach der Gaskrise jeder denken. Das ukrainische Pipelinenetz ist laut Schukowski rund 25 Milliarden Dollar wert.
Wie der Markt die Sache sieht, ist klar: Der Kiewer Leitindex hat heuer 15 Prozent verloren, der Micex in Moskau 15 Prozent dazu gewonnen. Gestern gab es in Moskau neben Gazprom und der Gastochter Novatek auch die anderen Kreml-nahen Blue Chips wie Rosneft und Sberbank teurer.
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