Malko, es macht einen großen Unterschied, ob man ein "Bär im Geiste" ist (d. h. mit fallenden Kursen rechnet, aber nicht groß drauf wettet) oder ein investierter Bär (d.h. bereits größere Summen aktiv auf diese Markterwartung gesetzt hat).
Der Unterschied liegt darin, dass ein Irrtum für "geistige Bären" kostenlos ist (es sei denn, man rechnet entgangene Long-Gewinne ein, wobei dann allerdings ein "Unsicherheits-Schmerzengeld" abzuziehen wäre), während investierte Bären reale Verluste machen, die auch erzieherisch wirken können und im Extremfall dazu führen, dass Permabären an Tops tatsächlich aus Frust long gehen.
Ich hab zurzeit eine Art Zwitterposition: Wegen der von Dir beschriebenen Unwägbarkeiten (da teile ich Deine Auffassung) setze ich nur kleine Beträge auf langlaufende Optionen. Ich hab zurzeit 5 % meines Depots in langlaufenden SP-500 Puts investiert. Diese 5 % entsprechen meinen Gewinnen der letzten acht Wochen, der Rest ist in Cash. Mein Depot ist auf ATH und wäre daher auch bei einem Totalverlust dieser 5 % noch "gut oben" (nämlich auf dem Stand von April). Bis zu einem etwaigen Totalverlust dieser Puts (am Geld) ist aber noch lange Zeit, da sie bis Dezember 2009 laufen.
Ich halte mich an die Devise, in Zeiten schwieriger Vorhersagbarkeit wie jetzt entsprechend wenig auf irgendeine Erwartung zu setzen. Größere Anlagen in Longs halte ich zurzeit für ähnlich riskant wie größere Anlagen in Shorts. "Fast draußen" zu sein ist das Gebot der Stunde, der Rest ist Sport.
Das Risiko ist durch die kleine Positionsgröße begrenzt. Ich hab außerdem die Erfahrung gemacht, dass man mit so kleinen Positionen sehr viel "cooler" reagiert, wenn es gegen einen läuft. Mein "SL" sieht so aus, dass ich mit diesen 5 % einen Totalverlust riskiere. Ich könnte alternativ auch zu 100 % investiert sein und 5 % tiefer einen realen SL setzen. Aber wozu, wenn es auf Cash so schöne Zinsen gibt?
Fundamental sieht es wegen der Bond-Probleme im Subprime-Markt zurzeit gar nicht so schlecht aus für die Bären, zumal jetzt auch große US-Finanzhäuser (Bear Stearns) betroffen sind. Ich respektiere aber den Irrsinn der Dip-Buyer, indem ich meine Positionsgröße klein halte.