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Gruß Moya
Indizes auf tiefstem Stand seit zwei Monaten
Befürchtungen über Folgen der Kreditkrise verstärken sich - Strategen für Aktien zunehmend skeptisch
Von Christopher Kalbhenn, Frankfurt
Die Kreditkrise lässt die Aktienmärkte nach wie vor nicht aus ihrem Griff. Im Gegenteil: Die Nervosität der Marktakteure nimmt weiter zu, da die Befürchtung besteht, dass vor allem aus der US-Finanzbranche noch einige sehr böse Überraschungen kommen werden. Hinzu kommt die Sorge, dass sich die Hoffnungen zerschlagen könnten, dass die US-Wirtschaft das Ganze überstehen könnte, ohne in eine Rezession abzugleiten.
Kein Wunder, dass die Indizes weiter unter Druck stehen, zumal der Nachrichtenfluss aus der Finanzbranche - von Ausnahmen wie zuletzt Barclays abgesehen - negativ bleibt. So folgte am Freitag ein weiterer Tiefschlag mit den Zahlen der Dexia, deren Aktie um 7,7 % einbrach. Die nationalen und länderübergreifenden Indizes erreichten teilweise die niedrigsten Niveaus seit zwei Monaten. So sank der Dax bis auf 7 565, was dem niedrigsten Stand seit dem 18. September entspricht, ehe er mit einem Wochenminus von 2,6 % bei 7 612 schloss.
Bullenmarkt droht zu enden
Auch wenn sie nicht ausgeschlossen werden kann, fällt es sechs Wochen vor dem Ultimo angesichts des aktuellen Umfelds doch zunehmend schwer, sich die viel beschworene Jahresendrally vorzustellen. Das sehen auch die Strategen so, die zunehmend skeptisch werden und ihre Erwartungen zurückschrauben. So sprach zuletzt Morgan Stanley von einem zunehmenden Risiko, dass der Bullenmarkt dieses Jahrzehnts dem Ende entgegengeht. Das US-Wertpapierhaus nahm in seinem Musterportfolio Gewinne mit und schichtete es zugunsten defensiver Branchen um. Ungesetzt wurde dies durch den Verkauf von Michael Page (Personalberatungsunternehmen), Aegon, SAP und HSBC. Aufgenommen wurden RWE, Carrefour und France Télécom. Ferner reduzierten sie ihr Zwölfmonatsziel für den MSCI Europe kräftig von 1 750 auf 1 540. Dieses neue Ziel biete noch ein Aufwärtspotenzial von 1 %. "Angesichts der sich vertiefenden, anhaltenden Finanzkrise und der offensichtlichen Abneigung von Zentralbanken, angesichts nach wie vor lauernder Inflationsrisiken die Leitzinsen zu senken, haben wir ernsthafte Zweifel hinsichtlich des fundamentalen Wachstumsausblicks."
Die Erste Bank rät, in dem aktuellen Umfeld das Aktienengagement zurückzufahren. Die exzessive Expansion der globalen Geldmenge habe in den zurückliegenden Jahren in vielen Bereichen Ineffizienzen in der Kapitalallokation verursacht. Die Subprime-Krise sei lediglich ein Auslöser für eine "Implosion" einiger Vermögenswerte mit instabilem Wert gewesen, insbesondere unter US-Finanzorganisationen, für die der volle Umfang der Abschreibungen nach wie vor unbekannt sei. Die Reaktion der Märkte auf die bereits berichteten Abschreibungen sowie andere Indikatoren erlaubten die Schlussfolgerung, dass die Abschreibungen möglicherweise sogar den hohen dreistelligen Milliardenbereich erreichen würden. In den zurückliegenden sechs Monaten sei der Börsenwert der US-Finanzaktien um fast 500 Mrd. Dollar gefallen. Mittelfristig wiesen die meisten Aktienindizes ein moderates Gewinnpotenzial auf. Relativ attraktive Bewertungen und zumeist stabile Cash-flows seien Stützfaktoren.
In der aktuellen Phase des Konjunktur- und Zinszyklus sei es jedoch sinnvoll, Aktien unterzugewichten, da die Unsicherheit an den Kreditmärkten voraussichtlich anhalten werde. Die Bank rät, US-Finanzwerte zu meiden. Europäische Finanztitel, insbesondere solche mit geringen Subprime-Risiken, seien attraktiver. Das Erholungspotenzial im europäischen Finanzsektor sei höher als in den USA, zumal europäische Aktien bereits stärker korrigiert hätten. Vor einem Wiedereinstieg in europäische Finanztitel sollen Investoren nach Meinung der Bank jedoch eine Bodenbildung des Marktes abwarten.
Quelle:http://www.boersen-zeitung.com/online/redaktion/aktuell/bz222199.htm
Gruß Moya 
So könnten Banken und Hedge-Fonds, die sich größtenteils über Fremdkapital refinanzierten, wegen der Krise ihre eigene Kreditvergabe um bis zu 2 Billionen $ zurückfahren, sagte der US-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Jan Hatzius. "Die volkswirtschaftlichen Konsequenzen könnten ziemlich dramatisch sein", schrieb Hatzius in seinem Bericht an die Goldman-Sachs-Kunden.
Die riesige Summe für zurückgehaltene Kredite basiere dabei auf der Schätzung, dass der Schaden durch faule Hypothekenkredite sich bisher auf etwa 400 Mrd. $ belaufe. Für jeden abgeschriebenen Dollar aber würden Banken und Hedge-Fonds, die ihre Investition über Fremdkapital gestemmt hätten, etwa 10 $ zurückhalten. Wenn diese Investoren nun von den Gesamtschäden von etwa 400 Mrd. $ ungefähr 200 Mrd. abschreiben müssten, würden sie ihre eigene Kreditvergabe um bis zu 2 Billionen $ reduzieren.
"Das ist ein großer Schock", sagte Hatzius weiter. Die Folge könnte eine "ernste Rezession" sein, wenn der Engpass innerhalb eines Jahres auflaufe. Wenn er sich dagegen über zwei bis vier Jahre hinziehe, müsste man immer noch mit einer langen Phase niedrigen Wachstums rechnen. Die Unsicherheit darüber sei sehr groß. Die Krise auf dem Hypothekenmarkt sei deshalb "eine volkswirtschaftlich viel größere Gefahr als allgemein angenommen", bilanziert der Analyst.
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reuters, 16.11.2007
© 2007 Financial Times Deutschland
Unabhängig von den Kreditproblemen der Banken ist eine erstaunliche Konsumfreude zu beobachten. Der letzte Freitag gilt als Auftakt für das amerikanische Weihnachtsgeschäft - und da haben wohl die Menschen schon recht kräftig eingekauft.
Ich war letzten Freitagabend noch in München, und da sah ich auch viele auf Einkaufstour. Kann es also sein, dass der reale Konsum die Konjunktur über die Subprimekrise rettet?
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