Commerzbank-Chef sagt dramatische Schieflage von Finanzinstituten voraus
KÖLN (dpa-AFX) - Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken und Sprecher des Vorstands der Commerzbank
, Klaus-Peter Müller, warnt vor einer dramatischen Schieflage deutscher Geldhäuser aufgrund von Dumping- Konditionen im Kreditgeschäft. In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' sagte Müller, dass bei der Kreditvergabe auch im Konsumentenbereich die Risikokosten abgedeckt sein müssen. „Banken, die anders agieren, werden es schwer haben, dauerhaft am Markt zu überleben“, sagte Müller. „Diese Bedrohung nimmt auch für öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Institute stark zu.“ Es werde deshalb „vor allem bei ostdeutschen Sparkassen zu Rettungsaktionen kommen“.
Müller forderte die Banken auf, sich künftig stärker auf die Kunden zu konzentrieren. „Da haben alle Banken in der Vergangenheit große Fehler gemacht.“ Die Branche müsse verstärkt über Abend- und Samstagsöffnungen nachdenken. Außerdem dürfe es nicht sein, „dass Bank-Filialen über die Mittagszeit schließen“, so Müller. Ausgerechnet dann, wenn Kunden Zeit hätten, vorbeizuschauen.
Der Commerzbank-Chef widersprach Meldungen, wonach er plane, im kommenden Jahr an die Spitze des Aufsichtsrats zu wechseln: „Mein Vertrag als Vorstandssprecher läuft bis 2010. Und daran halte ich mich.“/he
Quelle: dpa-AFX
Servus, J.B.
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