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29. Dezember 2008 In den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahres 2008 ist es der pfälzischen Baumarktkette Hornbach gelungen, der Kreditkrise zu trotzen und auf Wachstumskurs zu bleiben. So ist es im dritten Quartal gelungen, den Umsatz um 6,4 Prozent auf gut 644 Millionen Euro zu erhöhen.
Wichtig dabei: Auch flächenbereinigt, also ohne Neueröffnungen, ist der Umsatz in den Monaten Juli bis September um 1,5 Prozent gestiegen. Damit hat sich das Unternehmen, das in Deutschland auf einen Marktanteil von knapp neun Prozent kommt, weiter besser als die Branche geschlagen.
Steigende Marktanteile
Und nach Unternehmensangaben hat man auch in den Monaten Oktober und November deutlich besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten. Sehen lassen kann sich auch das Betriebsergebnis. Im dritten Quartal kam dieses um 67,9 Prozent auf 22,6 Millionen Euro voran und nach neun Monaten um 65 Prozent auf 164,5 Millionen Euro.
Verbessert hat sich mit 38,3 Prozent zum Stichtag 30. November auch die Eigenkapitalquote (Bilanzstichtag 29. Februar 2008: 36,1 Prozent), während die Nettofinanzschulden des Gesamtkonzerns innerhalb von neun Monaten um 88 Millionen auf 495,3 Millionen Euro sanken.
Auf das am 22. Dezember vorgelegte Zahlenwerk reagierten die Vorzugaktien der Hornbach Holding mit einem deutlichen Kursplus. Seitdem ist die Notiz um rund zehn Prozent gestiegen und seit dem 12. Dezember steht sogar ein Plus von rund 20 Prozent zu Buche. Der Kurs konnte sich somit ähnlich wie der bei der Hornbach Baumarkt-AG deutlich von den unlängst markierten Mehrjahrestiefs lösen.
Analysten zeigen sich zufrieden
Beigetragen zur Kurserholung hat dabei sicherlich auch die vom Vorstand für 2008/2009 bekräftigte Geschäftsprognose. Demnach sollten die Umsätze beim Dachkonzern im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das Betriebsergebnis soll deutlich stärker als der Umsatz steigen und den Rekordwert des Jahres 2006/2007 von 119 Millionen Euro im Konzern übertreffen. Auch Analysten bewerteten dies positiv und bei der BHF Bank sowie beim Bankhaus Lampe wurden die bereits bestehenden Kaufempfehlungen bekräftigt. Bei einem aktuellen Kurs von 57 Euro notieren die Vorzugsaktien der Holding inzwischen aber nicht mehr allzu weit entfernt von den jeweils genannten Kurszielen (BHF: 61 Euro, Lampe: 60 Euro).
Zusätzliches Kurspotenzial könnte allerdings zumindest charttechnisch gesehen erschlossen werden, wenn es gelingen sollte, die im Bereich des aktuellen Niveaus verlaufende Abwärtstrendlinie zu überwinden. Fundamental betrachtet wäre dies durchaus denkbar, wenn etwa die von der BHF Bank geschätzten Gewinne stimmen. Denn auf Basis der für 2009 und 2010 erwarteten Ergebnisse je Aktie von 6,45 Euro und 7,54 Euro würden die Kurs-Gewinn-Verhältnisse nur rund neun und weniger als acht betragen. Allerdings bleibt wie bei allen Konsumaktien abzuwarten, ob sich die schlechten Konjunkturaussichten nicht doch noch negativ auf die Kaufbereitschaft der Kunden auswirken.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
Bildmaterial: Tai-Pan
Bin gerade auf die DAX-Prognose 2009 gestoßen. Eine Umfrage bei 20 der wichtigsten Banken und Brokern, die von Reuters in Auftrag gegeben wurde:
Börsen-Prognose DAX 2009
Bankhaus Mitte 2009 Ende 2009
Mittel 4507 5077
http://www.mmnews.de/index.php/200812261822/...AX-Prognosen-2009.html
- Wenn die Gehälter steigen, dann führt das zur Inflation, dass wiederum ist eine Grundvorraussetzung für die Konjunktur. -
29. Dezember 2008 Angesichts von Produktionsstopps, Dienstreisestopps und Einstellungsstopps scheinen die Zeiten für eine Gehaltserhöhung denkbar ungünstig zu sein. Das meinen zumindest viele Arbeitnehmer und sagen den schon lange vereinbarten Termin für ein Gespräch mit dem Vorgesetzten lieber wieder ab. Das kann ein Fehler sein, meinen jene Beratungsgesellschaften, die sich auf Vergütungsthemen spezialisiert haben. Ihre Umfragen in den Personalabteilungen der Unternehmen haben ergeben, dass die Verantwortlichen trotz der schlechten wirtschaftlichen Stimmung Budgets für Gehaltserhöhungen für das kommende Jahr planen.
„Auch wenn der Druck groß ist, Kosten zu sparen: Die Unternehmen wissen, dass sie für besonders leistungsfähige und wichtige Mitarbeiter Gehaltssteigerungen einplanen müssen“, sagt Martin Emmerich, Vergütungsfachmann der Beratungsgesellschaft Towers Perrin. Er sieht derzeit keine Anhaltspunkte, dass Unternehmen, wie in vergangenen Krisenzeiten schon praktiziert, Gehaltsrunden verschieben oder Beförderungen ohne Vergütungsanpassungen vornehmen.
„Mehr Geld bedeutet immer auch mehr Motivation“
Jedes Jahr hört sich die Vergütungsberatungsbranche im Spätsommer in den Unternehmen um und fragt nach deren Plänen für das kommende Jahr. Im September kam Towers Perrin daraufhin zu dem Schluss, dass die Gehälter um durchschnittlich 3,9 Prozent steigen werden. Einige der Befragten rechneten zu diesem Zeitpunkt sogar noch mit mehr als 5 Prozent Gehaltssteigerung. Eine im November nachgeschobene Befragung ergab ein anderes Bild. Zwar fand diese Umfrage aus Zeitgründen mit einem kleineren Teilnehmerkreis statt, eine Tendenz spiegelte sie aber wider: Inzwischen planten die Unternehmen nur noch mit Erhöhungen von 2,2 Prozent, und kein Unternehmen plante mehr Gehaltssteigerungen von 5 Prozent und mehr. Vor allem Automobilhersteller und Technologieunternehmen korrigierten ihre Angaben nach unten. Mit einer weiteren Korrektur auf einen Wert unterhalb von 2,2 Prozent rechnet Emmerich aber nicht. „Der Spielraum wird sich auf diesem Niveau bewegen.“
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft Hewitt in einer neuen Studie. Auch sie hat ihrer turnusgemäßen Umfrage im August eine weitere folgen lassen. Auch hier korrigierten 90 Prozent der Befragten die geplanten Gehaltssteigerungen nach unten, von einem ursprünglichen Korridor von 3,7 bis 4,0 Prozent auf nunmehr 3,1 bis 3,2 Prozent, je nachdem, wo ein Mitarbeiter auf der Karriereleiter steht und wie wichtig sein Wissen und Können für den Arbeitgeber ist. Und auch Hewitt-Berater Davide Vitolo, nach eigener Aussage tendenziell immer eine Spur pessimistischer gestimmt als seine Kunden, erwartet wenn keine Drei, dann jedoch mindestens eine Zwei vor dem Komma. „Mehr Geld bedeutet immer auch mehr Motivation“, sagt er. „Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten lohnt definitiv.“
Individuellen Leistung eines Mitarbeiters ist ausschlaggebend
Während Towers-Perrin-Berater Emmerich damit rechnet, dass die Erhöhungsspielräume für Mitarbeiter aller Hierarchiestufen gleichermaßen gelten, sieht Hewitt-Berater Vitolo Mitarbeiter in leitenden Funktionen im Vorteil: „Führungskräfte haben in der Regel einen größeren Spielraum, was Gehaltssteigerungen betrifft.“ Ähnliches gelte für begehrte Spezialisten. In einem aber sind sich die Berater einig: Mehr denn je entschieden die Personalverantwortlichen nach der individuellen Leistung eines Mitarbeiters. Das Gießkannen-Prinzip gebe es nicht mehr.
Einen Anhaltspunkt, wo jemand mit seinem Gehalt im Vergleich zum Branchendurchschnitt liegt, zeigt eine für die Frankfurter Allgemeine Zeitung durchgeführte Auswertung von Towers Perrin. Sie zeigt die durchschnittlichen Bezüge von Führungskräften in Zentralfunktionen, gegliedert nach Branchen (siehe Tabelle). Vergleichsweise hohe Gehälter zahlt demnach die Chemieindustrie, wo anders als in anderen Branchen schon ein Gruppenleiter im Finanzwesen auf ein sechsstelliges Jahresgehalt kommt – vorausgesetzt, dass er seine Zielvereinbarungen erfüllt und den vollen Bonus ausgezahlt bekommt. Ein Kollege in der IT- und Telekommunikationsbranche kommt dagegen lediglich auf ein durchschnittliches Zielgehalt von rund 80.000 Euro.
Bis zur nächsten Gehaltsrunde
Spannend wird es im ersten Quartal 2009. Denn viele Unternehmen passen die Bezüge ihrer Mitarbeiter zum 1. April eines Jahres an. „Wir beobachten, dass die entsprechenden Gespräche oft relativ kurz vor diesem Termin geführt werden, oft auch im Rahmen von allgemeinen Mitarbeitergesprächen“, sagt Towers-Perrin-Berater Emmerich. Meist geben die Unternehmen für die Gespräche neben dem Durchschnittswert, um den die Gehälter steigen können, einen Korridor für bestimmte Mitarbeitergruppen vor. Wer am unteren Ende dieses Korridors liegt, hat bessere Chancen als ein vergleichsweise gut bezahlter Mitarbeiter.
Wer im Gespräch trotz aller Überzeugungsversuche nicht mehr Gehalt aushandeln kann, dem raten die Vergütungsberater zum Plan B. Um besonders geschätzte Mitarbeiter zu halten und zu motivieren, reservieren die Unternehmen nicht nur einen Teil des Gehaltserhöhungsbudgets für diese Gruppe. In der Hewitt-Umfrage nannte mehr als die Hälfte der befragten Arbeitgeber, dass sie ihre Leistungsträger auch mit Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufriedenstellen wollen – bis zur nächsten Gehaltsrunde.
Text: F.A.Z. / loe.
Bildmaterial: dpa/dpaweb, F.A.Z.
30. Dezember 2008 Das Jahr 2008 ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen. Mit Kursverlusten von bis zu 97 Prozent in einzelnen lokalen Aktienmärkten gehörte es zu den schlechtesten Jahren, die sich Aktienanleger überhaupt vorstellen können.
Der deutsche Prime All Share Performance Index verlor in den vergangenen zwölf Monaten knapp 44 Prozent seines Wertes. Allerdings täuscht diese Zahl darüber hinweg, dass sich einzelne Werte in den vergangenen Wochen deutlich von ihren Tiefs erholen konnten.
Kurserholung bei Immobilienwerten ...
Dazu zählen nicht nur ausgelaugte Penny-Stocks wie die Papiere von Balda oder die der IM Internationalmedia AG, sondern auch die Immobilienwerte. Die Aktien der Deutsche Wohnen, der Colonia Real Estate, der Patrizia Immobilien und der Alstria Office REIT-AG konnten seit dem 20. November Kursgewinn zwischen 80 und knapp 114 Prozent verbuchen. Tatsächlich sehen sie zumindest mit Blick auf die Buchwerte immer noch vergleichsweise günstig aus.
Diese Papiere mögen in den vergangenen Monaten im Rahmen der allgemeinen Schwäche an den internationalen Immobilienmärkten nach unten getrieben worden sein. Möglicherweise haben werden die Unternehmen auch in Deutschland mit den Folgen einer schwachen Konjunktur und schwieriger werdenden Finanzierungsbedingungen konfrontiert. Auf der anderen Seite bildete sich in den vergangenen Jahren in Deutschland im Immobilienbereich nicht dieselbe Preisblase, wie in den angelsächsischen Staaten.
Aus diesem Grund lassen sich in diesem Sektor bei näherer Betrachtung möglicherweise werthaltige Investments ausmachen. Ob Papiere wie jene von Colonia Real Estate dazu gehören, ist eine andere Frage. Das Unternehmen zeichnete sich in den vergangenen Jahren eher durch den buchtechnischen Ausweis von Gewinnen aus als durch eine solide operative Entwicklung.
Neben den Immobilienwerten konnten jedoch auch die Aktien einiger industrieller Unternehmen sich deutlich von ihren Tiefs erholen. Dazu zählen die Papiere des Autozulieferers Leoni, die in kurzer Zeit 70 Prozent zulegen konnten. Die Anleger scheinen darauf zu wetten, dass die europäische Automobilindustrie von der Krise nicht so stark betroffen werden wird wie die amerikanische. Möglicherweise spekulieren sie auch auf europäische Kaufanreize, die zumindest in Frankreich schon zu belebenden Effekten geführt haben.
... und bei Unternehmen mit solider Marktstellung
Satte Kurgewinne verbuchten auch die Aktien von SGL Carbon. Das Unternehmen entwickelte sich in den vergangenen Jahren robust und zeigt bisher operativ kaum Schwächen. Es bezeichnet sich selbst als einen der weltweit führenden Hersteller von Produkten aus Carbon. Das Produktportfolio reicht von Kohlenstoff- und Graphitprodukten bis zu Carbonfasern und Verbundwerkstoffen, die unter anderem bei der Entwicklung von innovativen Technologien gefragt sind. SGL Carbon kann deswegen von Konjunkturprogrammen profitieren, die diese Fördern wollen.
Ähnliches gilt für die Bauer AG im Infrastrukturbereich. Die Produkte des Herstellers von Baumaschinen mit hoher Produktivität sind weltweit auf vielen Baustellen zu finden. Noch im November berichtete das Unternehmen von einer guten Auftragslage und davon, von der Kreditkrise bisher kaum betroffen worden zu sein.
Das Unternehmen sieht sich nicht zuletzt durch seine globale Präsenz in über 60 Ländern optimal auf mögliche Veränderungen in den Märkten vorbereitet. So können Rückgänge in Ländern, die von der Finanzmarktkrise betroffen seien, durch Chancen in Ländern mit wirtschaftlichen Nachholeffekten und auch Rohstoffvorkommen ausgeglichen werden. Relativ konjunkturunabhängig positioniere sich Bauer bei Infrastrukturprojekten sowie bei Lösungen, die hülfen, die weltweite Verknappung der Rohstoffe und die daraus resultierenden Energieprobleme zu bewältigen. Darauf habe man sich mit neuen Geräten und Spezialkenntnissen gut vorbereitet, hieß es.
Insgesamt wird deutlich, dass Anleger trotz der schlechten Konjunkturzahlen mit Blick auf die lockere Geldpolitik und die angekündigten und geplanten Konjunkturprogramme begonnen haben, auf eine wirtschaftliche Erholung zu wetten. Bei einzelnen Unternehmen scheinen solche Wetten aufgrund ihrer speziellen Marktstellung tatsächlich eine gewisse Berechtigung zu haben.
Grundsätzlich dürften sie sich jedoch nur in Verbindung mit Absicherungsstrategien empfehlen. Denn eine Kurserholung mag aus technischen Gründen kommen. Wie weit sie tragen kann, wird sich zeigen müssen. Angesichts der angeschlagenen Bonität vieler Wirtschaftsteilnehmer ist unter normalen Umständen kaum mit einer dynamischen Erholung zu rechnen, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu beobachten war. Gute Aussichten dagegen haben Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen, Marktnischen und einer soliden Finanzierungsbasis.







31. Dezember 2008 Viele Analysten und Fondsmanager an der Wall Street prognostizieren für das kommende Jahr eine Erholung der Kurse an den amerikanischen Aktienmärkten. So rechnet die Hälfte der von der Anlagegesellschaft Russell Investments regelmäßig befragten Fondsmanager für 2009 mit Kursgewinnen von mindestens 10 Prozent. Weitere 27 Prozent der insgesamt befragten 206 Vermögensverwalter glauben, dass die Kurse um bis zu 10 Prozent steigen werden. Und nahezu drei Viertel der Fondsmanager halten den Aktienmarkt nach den starken Verlusten des vergangenen Jahres für unterbewertet.
Dieser Optimismus folgt auf ein Jahr, für das die meisten Geldverwalter eklatante Fehlprognosen abgegeben hatten. Denn auch bei der Russell-Umfrage für 2008 hatten drei Viertel der Fachleute mit Kursgewinnen für amerikanische Aktien kalkuliert. Es ist bekanntlich anders gekommen. Die von fallenden Häuserpreisen und Zahlungsausfällen bei Hypotheken ausgelöste Finanzkrise eskalierte zu einer Rezession der Realwirtschaft. Die Wall Street bebte im Jahr 2008 so stark wie seit der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre nicht mehr.
Der Fall der Kurse kam schnell und massiv
Kaum ein Geldanlageprofi hatte damit gerechnet, dass drei der einst größten Investmentbanken der Wall Street entweder kollabieren würden wie Lehman Brothers oder unter Druck verkauft würden wie Bear Stearns und Merrill Lynch. Großbanken wie die Citigroup oder Wachovia wackelten. Mehrere Kreditinstitute, darunter die große Sparkasse Washington Mutual, brachen zusammen. Der Versicherungsriese AIG musste wiederholt von der Regierung gestützt werden. Und im Dezember erschütterte auch noch der Betrugsskandal des Börsenmaklers Bernard Madoff. Er soll Kunden seiner Vermögensverwaltung um 50 Milliarden Dollar geprellt haben.
Die Konsequenz: Der Dow-Jones-Index der 30 größten Industriewerte notiert kurz vor dem Ende des Jahres mit 36 Prozent im Minus. Das breiter gefasste Marktbarometer S&P 500 ist im gleichen Zeitraum sogar um knapp 41 Prozent gefallen. Das sind dramatische Verluste. Nur 1931 war der Einbruch des S&P 500 mit 47 Prozent stärker gewesen. Der Fall der Kurse kam schnell und massiv. Vom im Oktober 2007 markierten Rekordhoch bis zum tiefsten Stand im November 2008 hatte sich der S&P 500 innerhalb von nur 13 Monaten um 52 Prozent ermäßigt - die drittgrößte Baisse seit dem Börsenkrach von 1929 bis 1932. „Eine der verblüffendsten Eigenschaften dieses Rückgangs war die Geschwindigkeit“, schreibt Sam Stovall, der Chefanlagestratege des Informationsdienstes Standard & Poor's.
Analysten schöpfen Zuversicht aus der Dividendenrendite
Historisch betrachtet dauerten „Kernschmelzen“ dieser Größenordnung im Durchschnitt 21 Monate. Das Ausmaß des Einbruchs ist einer der Gründe, warum Stovall glaubt, dass der Tiefpunkt im November erreicht wurde. „Es geht wahrscheinlich nicht weiter nach unten“, glaubt Stovall, der für das kommende Jahr einen Kursgewinn für den S&P 500 von rund 20 Prozent prognostiziert. Zudem lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500, gemessen an den operativen Gewinnen des vergangenen Jahres, zum Tiefpunkt im November bei 11,5. Das war das niedrigste KGV der vergangenen 20 Jahre. In anderen Worten: Aktien sind günstig zu haben.
Analysten schöpfen auch Zuversicht aus der Dividendenrendite des S&P 500, die erstmals seit 50 Jahren mit 3,3 Prozent höher liegt als die Renditen von Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit (2,2 Prozent). Selbst wenn Aktien keine Kursgewinne abwerfen, verdienen Investoren mehr mit Dividendenausschüttungen als mit Zinsausschüttungen. Das könnte Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiv machen.
Steigende Arbeitslosigkeit und knappe Kredite tragen zur Verunsicherung bei
Entscheidend dürfte sein, wie sich die Maßnahmen der Notenbank Fed auf die Konjunktur auswirken. Die Fed hatte jüngst den Leitzins auf einen Zielkorridor von 0 Prozent bis 0,25 Prozent gesenkt, um gegen die Rezession zu steuern. Volkswirte halten das Risiko eines sich weiter verschärfenden Konjunkturabschwungs für hoch. „Die Verbraucherausgaben sind der Faktor Nummer eins, der die Wirtschaft derzeit belastet“, sagt Ökonom Nariman Behravesh von der Analysegesellschaft IHS Global Insight. Der Rückgang der Häuserpreise und der Aktienkurse belaste das Vertrauen der Verbraucher in die Konjunktur und sorge für Zurückhaltung bei Ausgaben.
Steigende Arbeitslosigkeit und knappe Kredite tragen ebenfalls zur Verunsicherung bei. Auch Unternehmen treten auf die Kostenbremse. Einige Ökonomen glauben daher, dass die Schätzungen für die Gewinnentwicklung der Unternehmen weiterhin zu optimistisch sind. Analysten rechnen nach Angaben des Informationsdienstes Thomson Reuters für die im S&P 500 abgebildeten Unternehmen derzeit mit einem Gewinnwachstum von 5,6 Prozent im kommenden Jahr. Unternehmensgewinne sind langfristig die wichtigste Triebfeder für Aktienkurse.
Dennoch glauben die meisten Ökonomen, dass die Stützungsmaßnahmen der Fed, des Finanzministeriums und des Kongresses gegen Ende des kommenden Jahres für den Anfang einer Konjunkturbelebung sorgen könnten. Der Aktienmarkt bildet Erwartungen in der Regel mit einem Vorlauf von sechs Monaten ab, was für eine Erholung der Kurse sprechen könnte. „Die Chancen, dass der Boden der Baisse erreicht wurde, sind wegen der massiven Zinssenkung der Fed gestiegen“, sagt Alfred Goldman, der Chefmarktstratege der Bank Wachovia.
Obama will wahrscheinlich einen dreistelligen Milliarden-Dollar-Betrag investieren
Auch die Hoffnung auf ein Konjunkturpaket des neuen Präsidenten Barack Obama hatte den Aktienmarkt in den vergangenen Wochen gestützt. Obama will wahrscheinlich einen hohen dreistelligen Milliarden-Dollar-Betrag in Infrastrukturprojekte investieren. „Wenn es nach Plan läuft, wird 2009 ein Jahr des Übergangs von einem großen Finanzdesaster zu allmählicher Belebung“, sagt Michael Sheldon, Chef-Marktstratege beim Wertpapierhaus RDM Financial.
Auch der berühmte Investor Warren Buffett hatte jüngst ein Votum für amerikanische Aktien abgegeben. Buffett hatte Mitte Oktober bekanntgegeben, dass er angesichts der deutlich gefallenen Kurse für sein persönliches Wertpapierdepot amerikanische Aktien kauft. Buffett prognostizierte für die nähere Zukunft zwar auch steigende Arbeitslosigkeit und nachlassende Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Er hält es aber für sehr wahrscheinlich, dass die Kurse am Aktienmarkt deutlich steigen, bevor sich die Stimmung und die Konjunktur wieder bessern. Zwar sei Skepsis bei hochverschuldeten Firmen oder Unternehmen in schwacher Wettbewerbssituation angebracht. „Aber Sorgen um die vielen intakten Unternehmen im Land machen keinen Sinn“, glaubt Buffett.
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EC7D9E826A27942808B652E89542D4885~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Sie können anhand er Tabelle ablesen wie sich 100.000,- Euro in der jeweiligen Anlage verhalten hätte. Negativ muß aber nicht unbedingt negativ sein, wenn sie auf eine negative Entwicklung gewettet hätten und sich diese auch in Ihrem Sinne negativ entwickelt hätte. So hätten sie mit Put-OS auf isländische Aktien den größten Gewinn einfahren können.
01. Januar 2009 Hätte man das vorher gewusst. Aktien in Ghana und Anleihen in Japan, der Schweiz und den Vereinigten Staaten; so hätte ein deutsches Depot im Jahr 2008 aussehen sollen, um mit üppigen Kursgewinnen durch die Finanzmarktkrise zu kommen. Doch auch sonst ist das Börsenjahr 2008 für viele ganz in Ordnung gewesen: Am Geldmarkt, mit Tagesgeld, und mit Immobilienfonds ließen sich vernünftige Renditen erzielen. Nur für Aktionäre war es ein ganz bitteres Jahr.
Wer zum Beispiel 100.000 Euro zu Jahresbeginn in isländische Aktien angelegt hat, dem ist der Missgriff des Jahres passiert, denn an keinem Aktienmarkt der Welt hat die Finanzkrise so verheerende Auswirkungen gehabt. Neben dem Verfall der Aktienkurse ist die isländische Krone gleich mit in den Keller gezogen worden, so dass für einen deutschen Anleger gerade einmal gut 3000 Euro von seinem ursprünglichen Einsatz übrig geblieben sind. An das Geld kommt der Anleger derzeit aber noch nicht einmal heran. Die meisten Aktien sind vom Handel ausgesetzt. Die den Markt dominierenden isländischen Banken sind kollabiert und nun unter staatlicher Kontrolle. Gegenwärtig ist ein genauer Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme des Börsenhandels noch nicht abzusehen.
Nur wenig besser erging es den Anlegern in Russland. Auch hier sind Aktienkurse und Währung verfallen, in erster Linie wegen des scharfen Rückgangs der Rohstoffpreise, von denen die russische Volkswirtschaft in hohem Maße abhängt. Doch auch an den anderen Aktienmärkten in Schwellen- und Industrieländern ging es deutlich bergab. Die kompletten 100 000 hätte kein Anleger wiedergesehen. Die Kursverluste in Euro bewegen sich meist zwischen 25 und 50 Prozent.
Geld verdienen im Exotenmarkt Ghana
In einem Exotenmarkt wie Ghana hätten Anleger im Jahr 2008 mit Aktien sogar Geld verdienen können. Aus 100.000 Euro wären theoretisch 129.000 Euro geworden. Theoretisch sind diese Gewinne deshalb, weil es einem deutschen Anleger quasi unmöglich ist, in Ghana Aktien zu kaufen. Selbst die sonst so findige Zertifikateindustrie hat noch keinen Weg der Partizipation deutscher Anleger am Aktienmarkt des westafrikanischen Landes gefunden. Und auch die Direktanlage ist nicht ohne: Ghana hat keinen elektronischen Börsenhandel. Die Händler in Accra schreiben ihre Angebots- und Verkaufspreise auf Tafeln. Es sind nur 34 Gesellschaften börsennotiert, und an vielen Tagen kommt überhaupt kein Börsenhandel zustande. Falls also ausländische Investoren im Markt engagiert waren, konnten sie ihr Geld nur schwerlich abziehen. Damit erklären sich Beobachter auch die gute Kursentwicklung. Außerdem gilt der Aktienmarkt in Ghana als besonders träge. Er hat die Aufwärtsentwicklung verschlafen, die andere Aktienmärkte in den Vorjahren verzeichneten, und vollzieht nun auch die Krise nicht mit - zumindest nicht sofort.
Überboten wird die Wertentwicklung in Ghana noch von japanischen Anleihen. Aus 100.000 Euro wären durch die Geldanlage in japanischen Staatsanleihen im Laufe des Jahres 2008 nun 134.000 Euro geworden. Für ein Land, das seit Jahren quasi keine Zinsen zahlt, ein beachtliches Ergebnis. Zu verdanken ist es fast ausschließlich den Währungseffekten. Der Yen hat gegenüber dem Euro im Jahresverlauf fast 30 Prozent an Wert gewonnen. Mussten zu Jahresbeginn gut 6 Cent für 10 Yen gezahlt werden, sind es nun knapp 8 Cent. Ohne Währungseffekte hat die Geldanlage in japanischen Staatsanleihen eine Rendite von nur gut 3 Prozent eingebracht.
Genauso ist die gute Entwicklung der Schweizer Staatsanleihen zu erklären. Aus 100.000 Euro wären hier im Jahresverlauf 123 000 Euro geworden. Gut die Hälfte davon ist durch Währungsgewinne des Franken gegenüber dem Euro zu erklären. Aber auch mit amerikanischen Anleihen ließ sich Geld verdienen, auch wenn hier der Wechselkurseffekt unter dem Strich kaum ins Gewicht fällt. Mit nun 1,42 Dollar kostet der Euro fast dasselbe wie am Jahresanfang mit 1,45 Dollar. Doch angesichts der Finanzkrise und ihrer Folgen für die Weltwirtschaft erinnerten sich viele Anleger an die als sicherer Hafen geltenden amerikanischen Staatsanleihen. Obwohl die Verzinsung deutlich gesunken ist, konnte wegen der hohen Kursgewinne eine ansehnliche Rendite erzielt werden. Selbiges gilt in abgeschwächter Form für die deutschen Staatsanleihen. Gemessen an der Entwicklung des Rentenindex Rex, warfen sie eine Rendite von fast 11 Prozent ab und damit noch deutlich mehr als Geldmarktfonds (gut 6 Prozent), offene Immobilienfonds (knapp 5 Prozent), Tagesgeld (im Durchschnitt fast 4 Prozent) und das Sparbuch (gut ein Prozent). Somit konnten deutsche Anleger auch ganz ohne Ghana und Japan Geld verdienen.
http://www.faz.net/s/RubBD6B20C3D01A48D58DA92331B0A80BC3/Doc~E8CF7128A9C8C46E29CF5B51BD5A7AEB9~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://www.marketwatch.com/video/asset/...9FAE-4C0B-A9B9-99FFD27D1B65

04. Januar 2009 Sichere Anlagen sind derzeit das Einzige, was die Anleger haben wollen. Darum kaufen sie derzeit nur eines: Staatsanleihen. Die Folge: Deren Kurse sind nach oben geschnellt, und selbst Bundesanleihen mit langen zehn Jahren Laufzeit bringen nur weniger als drei Prozent Rendite. Anleger sollten darum auch andere sichere Papiere ansehen, vor allem Pfandbriefe.
Die sind nach den Staatsanleihen die sichersten Zinspapiere. Doch in der Finanzkrise trauen die Anleger selbst ihnen nicht mehr. Das konnte man in der Renditedifferenz zu Staatsanleihen ablesen. Pfandbriefe mit fünf Jahren Laufzeit boten vor Ausbruch der Finanzkrise im Juli 2007 etwa 0,2 Prozentpunkte mehr Rendite, weil Bundesanleihen eben immer noch ein klein bisschen sicherer waren. In den ersten Monaten der Krise waren es schon 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte. Und in der Panik nach der Lehman-Pleite schoss der Abstand auf einen ganzen Prozentpunkt in die Höhe, heute liegt er immer noch so hoch. Am Rentenmarkt ist das viel. Schließlich warfen Bundesanleihen schon damals weniger als vier Prozent ab.
Überdurchschnittlich viel Rendite
Das heißt: Obwohl Pfandbriefe fast die gleiche Sicherheit bieten wie Staatsanleihen, bringen sie derzeit überdurchschnittlich viel Rendite: bei fünf Jahren Laufzeit im Durchschnitt 3,4 Prozent, bei zehn Jahren 3,9 Prozent.
In der Tat sind Pfandbriefe sicherer, als die Anleger derzeit denken. Zwar gab es Zweifel daran, als ein großer Anbieter erst in letzter Minute gerettet wurde: die Hypothekenbank Hypo Real Estate. Aber selbst wenn eine Pfandbriefbank pleitegeht, verfallen ihre Pfandbriefe nicht. Das ist in der mehr als 200jährigen Geschichte noch nie passiert. Denn diese Wertpapiere sind vor dem Zugriff anderer Gläubiger sicher.
Öffentliche Pfandbriefe sind zudem mit Darlehen an den Staat hinterlegt. Da er sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit zurückzahlt wie Staatsanleihen, ist die Sicherheit fast genauso hoch. Deshalb ist der Renditevorsprung von öffentlichen Pfandbriefen derzeit nur etwa halb so hoch wie der des anderen Pfandbrieftyps: Hypothekenpfandbriefen. Aber auch diese Papiere sind zumindest in Deutschland stark geschützt. Sie sind mit Grundpfandrechten auf Immobilien abgesichert. Selbst bei einem starken Einbruch am Immobilienmarkt leiden die Papiere nicht. Die hinterlegten Hypotheken dürfen nämlich nur mit 60 Prozent des Grundstückswertes beliehen werden. Das heißt, die Preise müssten schon um mehr als 40 Prozent fallen, bevor die Sicherung nicht mehr reicht.
Zur Not springt wohl der Staat ein
Zudem übersteigt das hinterlegte Volumen das Emissionsvolumen des Pfandbriefes um zwei Prozent. Einige Hypotheken könnten also sogar ganz ausfallen, ohne dass der Pfandbrief Probleme bekäme. Hinzu kommt für alle Pfandbriefbanken: Geraten sie in die Insolvenz, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass zur Not auch andere Banken oder der Staat einspringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Beispiel hat versprochen, dass kein deutscher Pfandbrief ausfallen werde.
Anleger, die Pfandbriefe kaufen wollen, sollten kurze Laufzeiten von einem oder zwei Jahren bevorzugen. "Für längere Laufzeiten gibt es kaum zusätzlichen Zins. Das ist angesichts des höheren Risikos zu wenig", sagt Analyst Sebastian Sachs von der DZ Bank. Das große Problem aber ist, dass ein Handel derzeit kaum stattfindet. "Niemand will auf diesem niedrigen Preisniveau seine Papiere verkaufen", sagt Sachs. Zudem ist das Vertrauen noch nicht zurückgekehrt. Jederzeit könnten sich die Renditedifferenzen wieder ausweiten. Das brächte Kursverluste für kurzfristig orientierte Anleger.
Nur Käufer, die die Pfandbriefe bis zum Ende der Laufzeit halten, sollten sich daher engagieren. Am einfachsten kommen sie über Fonds in den Markt. Einige europäische Staatsanleihefonds mischen bis zu ein Drittel öffentliche Pfandbriefe bei. Unternehmensanleihefonds kaufen auch Hypothekenpfandbriefe. Die direkteste Art sind Indexfonds, die einen Pfandbriefindex abbilden.
Am stärksten gehandelt wird der iShares eb.rexx Jumbo Pfandbriefe. In einem Jahr legte er rund sechs Prozent zu. Der Fonds baut einen Index nach, der die Wertentwicklung von bis zu 25 deutschen Jumbo-Pfandbriefen möglichst exakt abbildet. Die Jumbos sind besonders große Pfandbriefe und müssen in dem Index ein Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro haben. Der Index beinhaltet Pfandbriefe mit Laufzeiten zwischen 1,5 und 10,5 Jahren.
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