Heute bin ich rein mit einer ersten Position....da ich das Chance-Risiko aktuell so ziemlich ausgeglichen sehe....
PSEC – was spricht auf dem aktuellen Niveau für einen Einstieg?
Ich schaue mir Prospect Capital momentan wieder etwas genauer an. Für mich ist das aktuell keine sichere Aktie, aber das Chance-/Risiko-Verhältnis könnte auf dem jetzigen Kursniveau interessant sein.
Was für einen Einstieg spricht:
1. Extrem hoher Abschlag auf den NAV
Zum 30.06.2026 lag der NAV je aktie bei 5,71 USD. Der Aktienkurs liegt dagegen nur bei rund 2,30–2,35USD. Damit wird PSEC momentan mit nur etwa 40 % des ausgewiesenen NAV gehandelt.
Natürlich darf man nicht einfach davon ausgehen, dass die Aktie irgendwann wieder bei 5,71 USD steht. Der NAV ist im vergangenen Jahr schließlich von 6,56 auf 5,71 USD gefallen. Der Abschlag ist trotzdem bemerkenswert.
2. Der CEO kauft massiv selbst
Für mich persönlich ist das einer der interessantesten Punkte.
CEO John F. Barry hat im Mai und Juni 2026 mehrfach PSEC-Aktien über den offenen Markt gekauft. Besonders auffällig:
22.06.2026: 1.000.000 Aktien zu ca. 2,25 USD
23.06.2026: 1.067.648 Aktien zu ca. 2,27 USD
Allein diese beiden Käufe entsprechen über 2,4 Mio. USD.
Dazu kamen weitere Käufe im Mai. Das ist für mich deutlich interessanter als irgendein symbolischer Insiderkauf über ein paar tausend Dollar.
Natürlich garantiert ein Insiderkauf keinen steigenden Aktienkurs. Aber wenn der CEO bei rund 2,25 USD persönlich Millionen investiert, während die Aktie gleichzeitig mit einem extrem hohen NAV-Abschlag gehandelt wird, sollte man sich zumindest fragen, was er hier sieht.
3. Die Dividende ist trotz der Kürzung aktuell noch durch NII gedeckt
Im Juni-Quartal erzielte PSEC 77,7 Mio. USD Net Investment Income bzw. rund 0,15 USD je Aktie.
Die Ausschüttung lag bei 58,0 Mio. USD bzw. 0,105 USD pro Quartal je Aktie. Das entspricht weiterhin einer Deckung von ungefähr 1,3x.
Die Dividende wurde allerdings reduziert – das sollte man nicht verschweigen.
Bei 0,105 USD pro Quartal sind das aktuell 0,42 USD pro Jahr, also beim Kurs von etwa 2,33 USD eine laufende Rendite von ungefähr 18 %.
Genau deshalb ist PSEC für mich eher eine Cashflow-Wette als eine klassische Kurssteigerungswette.
4. Die Bilanz sieht nicht nach einem unmittelbar vor der Pleite stehenden Unternehmen aus
Zum 30.06.2026 standen rund 6,45 Mrd. USD Assets und rund 1,95 Mrd. USD Verbindlichkeiten in der Bilanz.
Die Gesellschaft weist außerdem rund 1,60 Mrd. USD Cash plus nicht gezogene Revolverkapazitäten aus. Die Net-Cash-Debt-to-Total-Assets-Ratio lag bei 28,6 %, die Interest Coverage bei 366 %.
Das bedeutet natürlich nicht, dass PSEC risikolos ist. Der NAV ist gefallen und die Dividende wurde gekürzt. Aber ein Szenario „in zwei Monaten pleite“ sehe ich anhand dieser Zahlen momentan nicht.
5. Der Abschlag bietet einen gewissen Puffer
Bei etwa 2,33 USD zahlt man für eine Aktie, die zum Bilanzstichtag 5,71 USD NAV hatte, weniger als die Hälfte.
Und selbst wenn der Kurs jahrelang nur seitwärts läuft, wäre bei stabiler Ausschüttung der Cashflow der entscheidende Faktor.
Mein Fazit:
PSEC ist sicherlich kein Qualitätsunternehmen, das ich mit einem defensiven Dividendenaristokraten vergleichen würde.
Aber bei rund 2,30–2,35 USD sehe ich inzwischen mehrere Punkte, die für einen Einstieg sprechen:
extrem hoher Abschlag auf den NAV
weiterhin positives und die aktuelle Ausschüttung deckendes NII
sehr hohe laufende Ausschüttungsrendite
keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Insolvenz
und vor allem: massive Open-Market-Käufe des CEO auf genau diesem Kursniveau
Für mich wäre das deshalb eher eine kleine Beimischung mit hohem laufendem Cashflow und spekulativem Aufholpotenzial als eine Kernposition.