8 Milliarden US-Dollar: Warum Amazon jetzt seine Chips abgibt
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Amazon will Nvidia-Chips für rund acht Milliarden US-Dollar an Investoren abgeben und gleich zurückmieten. Klingt clever, aber der Deal verrät viel über den teuren Wettlauf um künstliche Intelligenz.
Für dich zusammengefasst:
Amazon gibt Nvidia-Chips im Wert von 8 Milliarden US-Dollar ab.
Die Chips befinden sich in mehreren Rechenzentren in den USA.
Amazon plant 2026 Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar.
Amazon räumt seine Bilanz auf. Der Konzern will Nvidia-Chips im Wert von rund acht Milliarden US-Dollar an externe Investoren abgeben. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) am Freitag. Die Prozessoren sollen in eine neue Zweckgesellschaft wandern. Gespräche mit Investoren laufen laut dem Bericht bereits seit Wochen.
So funktioniert der Deal
Betroffen sind Tausende Chips der Baureihe Grace Blackwell. Sie arbeiten in mehr als einem Dutzend Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Die Zweckgesellschaft soll den Kauf über Anleihen finanzieren.
Zudem könnte sie bis zu zehn Prozent ihrer Anteile an Investoren verkaufen. Amazon mietet die Hardware anschließend zurück und nutzt sie weiter. So bindet der Konzern weniger eigenes Kapital.
Das Modell ist nicht neu. Meta finanzierte sein Rechenzentrum Hyperion in Louisiana auf ähnliche Weise. Mit den Chips wandert aber auch ein Teil des Risikos zu den Investoren. Wie schnell die Prozessoren an Wert verlieren, ist an der Börse heftig umstritten.
Die Investitionen fressen sich in die Kasse
Hinter dem Schritt steht der enorme Hunger nach Rechenleistung. Für das Jahr 2026 plant Amazon Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar, berichtete der Sender CNBC nach den Quartalszahlen im Juli. Der Großteil fließt in die Cloudsparte Amazon Web Services (AWS). Das hinterlässt Spuren. Über zwölf Monate gerechnet lag der freie Mittelzufluss zuletzt bei minus 7,6 Milliarden US-Dollar.
Operativ läuft es dagegen rund. Im zweiten Quartal knackte Amazon erstmals die Marke von 200 Milliarden US-Dollar Umsatz. AWS wuchs um 37 Prozent und damit so schnell wie seit 18 Quartalen nicht mehr. Vorbörslich legte die Aktie am Freitag um 0,7 Prozent auf knapp 250 US-Dollar zu. Die 59 von Stockanalysis erfassten Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 329,54 US-Dollar liegt rund ein Drittel über dem aktuellen Kurs.
Fazit
Der Deal zeigt, wie teuer der KI-Wettlauf geworden ist. Selbst Amazon holt sich dafür fremdes Geld. Kurzfristig entlastet das die Bilanz. Dafür steigen die Mietkosten. Zudem werden die Finanzen schwerer durchschaubar. Wer investiert ist, kann auf das starke Cloudgeschäft setzen. Den freien Mittelzufluss gilt es aber genau zu beobachten.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
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