Konsum stützt Binnennachfrage
Privatbanken erwarten Wirtschaftserholung
Für das kommende Jahr sehen die deutschen Privatbanken eine leichte Beschleunigung der Wirtschaftserholung. Spürbare Impulse dürften erstmals seit mehreren Jahren von den Investitionen und dem privaten Konsum kommen.
HB BERLIN. 2005 sei mit 1,4 Prozent zwar eine niedrigere Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erwarten als die 1,8 Prozent in diesem Jahr, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) zum Ergebnis seiner halbjährlichen Umfrage unter Chefvolkswirten am Mittwoch mit. Um den Effekt unterschiedlicher Arbeitstage bereinigt ergebe sich aber ein Anstieg des BIP auf 1,6 von 1,3 Prozent, sagte der Vorsitzende des BdB-Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik, Norbert Walter. Trotz der leicht nachlassenden Dynamik des Welthandels und des hohen Euro-Kurses bleibe der Außenhandel eine Wachstumsstütze.
Für die Weltkonjunktur rechnen die BdB-Experten 2005 mit einer leichten Abkühlung, aber immer noch mit einem robusten Wachstum von rund vier Prozent nach etwa fünf Prozent 2004. Die Euro-Zone dürfte der Umfrage zufolge 2005 wie in diesem Jahr um 1,8 Prozent wachsen. Ein bedeutendes und schwer kalkulierbares Risiko sei die Wechselkursentwicklung. Bei einem Euro-Kurs von 1,45 bis 1,50 Dollar müsse die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen senken oder am Devisenmarkt intervenieren, hieß es.
BDB: Investitionen und Konsum stützen 2005 Binnennachfrage
Das für 2004 erwartete Wachstum von 1,8 Prozent bezeichnete Walter mit Blick auf die zuvor mehrjährige Stagnation in Deutschland als „lausiges Ergebnis“ und sagte: „Das ist nichts, was man zu einer Jubelarie nutzen sollte.“ Erfreulich sei jedoch ein Anziehen der Investitionen. Es gebe nicht nur den Bedarf für Ersatzinvestitionen, sondern auch für Modernisierungsinvestitionen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu Positiv auswirken würden sich die niedrigen Zinsen, die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen, ihre geringere Verschuldung, und die moderate Entwicklung der Lohnstückkosten.
Beim privaten Konsum erwarten die befragten Chefvolkswirte des BdB 2005 im Schnitt einen Zuwachs von 1,0 Prozent. Grund dafür sei, dass die Sparquote nicht weiter zulege und die verfügbaren Einkommen von den steigenden Firmengewinnen und höheren Gewinnausschüttungen profitierten. Ein positiver Effekt ergebe sich durch die Steuerentlastungen, der allerdings durch zusätzliche Ausgaben beim Zahnersatz und Krankentagegeld etwas gedämpft werde. Zudem werde sich die Lage am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr leicht verbessern. Durch die Hartz-IV-Reformen werde die Arbeitslosigkeit jedoch statistisch auf 4,45 Millionen von 4,39 Millionen in diesem Jahr ansteigen.
Ein großes Risiko für die Prognose der Weltwirtschaft bleibe das hohe Defizit im US-Haushalt und in der US-Leistungsbilanz. Dies berge auch die Gefahr einer weiteren Abwertung des US-Dollar, die zu weltweiten Wechselkursturbulenzen führen könnte, sagte Walter, der auch Chefvolkswirt der Deutschen Bank ist. Der Euro hatte am Dienstag ein Rekordhoch von rund 1,347 Dollar erreicht, notierte am Mittwochmittag aber wieder bei 1,33 Dollar. Vor dem Hintergrund des Dollar-Pessimismus am Devisenmarkt dürfte es die EZB nach Walters Worten derzeit schwer haben, sich durch Interventionen gegen den Markttrend zu stellen. „Das sollte man eigentlich nicht empfehlen.“ Sollte der Euro aber deutlich zulegen, müsse die Zentralbank mit einer Zinssenkung oder Intervention eine Schwächung der Konjunktur abfedern.
Quelle: handelsblatt.com
...be invested
Der Einsame Samariter
Privatbanken erwarten Wirtschaftserholung
Für das kommende Jahr sehen die deutschen Privatbanken eine leichte Beschleunigung der Wirtschaftserholung. Spürbare Impulse dürften erstmals seit mehreren Jahren von den Investitionen und dem privaten Konsum kommen.
HB BERLIN. 2005 sei mit 1,4 Prozent zwar eine niedrigere Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erwarten als die 1,8 Prozent in diesem Jahr, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) zum Ergebnis seiner halbjährlichen Umfrage unter Chefvolkswirten am Mittwoch mit. Um den Effekt unterschiedlicher Arbeitstage bereinigt ergebe sich aber ein Anstieg des BIP auf 1,6 von 1,3 Prozent, sagte der Vorsitzende des BdB-Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik, Norbert Walter. Trotz der leicht nachlassenden Dynamik des Welthandels und des hohen Euro-Kurses bleibe der Außenhandel eine Wachstumsstütze.
Für die Weltkonjunktur rechnen die BdB-Experten 2005 mit einer leichten Abkühlung, aber immer noch mit einem robusten Wachstum von rund vier Prozent nach etwa fünf Prozent 2004. Die Euro-Zone dürfte der Umfrage zufolge 2005 wie in diesem Jahr um 1,8 Prozent wachsen. Ein bedeutendes und schwer kalkulierbares Risiko sei die Wechselkursentwicklung. Bei einem Euro-Kurs von 1,45 bis 1,50 Dollar müsse die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen senken oder am Devisenmarkt intervenieren, hieß es.
BDB: Investitionen und Konsum stützen 2005 Binnennachfrage
Das für 2004 erwartete Wachstum von 1,8 Prozent bezeichnete Walter mit Blick auf die zuvor mehrjährige Stagnation in Deutschland als „lausiges Ergebnis“ und sagte: „Das ist nichts, was man zu einer Jubelarie nutzen sollte.“ Erfreulich sei jedoch ein Anziehen der Investitionen. Es gebe nicht nur den Bedarf für Ersatzinvestitionen, sondern auch für Modernisierungsinvestitionen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu Positiv auswirken würden sich die niedrigen Zinsen, die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen, ihre geringere Verschuldung, und die moderate Entwicklung der Lohnstückkosten.
Beim privaten Konsum erwarten die befragten Chefvolkswirte des BdB 2005 im Schnitt einen Zuwachs von 1,0 Prozent. Grund dafür sei, dass die Sparquote nicht weiter zulege und die verfügbaren Einkommen von den steigenden Firmengewinnen und höheren Gewinnausschüttungen profitierten. Ein positiver Effekt ergebe sich durch die Steuerentlastungen, der allerdings durch zusätzliche Ausgaben beim Zahnersatz und Krankentagegeld etwas gedämpft werde. Zudem werde sich die Lage am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr leicht verbessern. Durch die Hartz-IV-Reformen werde die Arbeitslosigkeit jedoch statistisch auf 4,45 Millionen von 4,39 Millionen in diesem Jahr ansteigen.
Ein großes Risiko für die Prognose der Weltwirtschaft bleibe das hohe Defizit im US-Haushalt und in der US-Leistungsbilanz. Dies berge auch die Gefahr einer weiteren Abwertung des US-Dollar, die zu weltweiten Wechselkursturbulenzen führen könnte, sagte Walter, der auch Chefvolkswirt der Deutschen Bank ist. Der Euro hatte am Dienstag ein Rekordhoch von rund 1,347 Dollar erreicht, notierte am Mittwochmittag aber wieder bei 1,33 Dollar. Vor dem Hintergrund des Dollar-Pessimismus am Devisenmarkt dürfte es die EZB nach Walters Worten derzeit schwer haben, sich durch Interventionen gegen den Markttrend zu stellen. „Das sollte man eigentlich nicht empfehlen.“ Sollte der Euro aber deutlich zulegen, müsse die Zentralbank mit einer Zinssenkung oder Intervention eine Schwächung der Konjunktur abfedern.
Quelle: handelsblatt.com
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