Wie Bonibanker ihre Bonis verdienen:
Banken leihen sich günstig Geld von der EZB
Ein gewisser Teil dieses Kredites darf für den Eigenhandel der Bank verwendet werden.
Also was macht der Bonibanker mit der billigen Asche, die nun haufenweise zur Verfügung steht?
Er kauft jede Menge Aktien.
Z.B. Praktiker. Er fängt mit dem Kaufen bei 1,07 Euro an und kauft fröhlich immer weiter Stücke, denn genug Geld ist ja vorhanden. Er kauft sie hoch bis 2,- Euro.
Der durchschnittliche Einstandskurs liegt aber vielleicht nur bei ca. 1,53 Euro, die Aktie steht aber bei 2,- Euro, und so kann sie auch als Wert in der Bilanz ausgewiesen werden.
Dass macht einen Gewinn von ca. 30% !! Und zwar auf die gesamte Position, die ja nun ziemlich üppig ist (Millionen von Aktien).
Die Bank selbst muss dafür aber nur 1% Zinsen bezahlen - und zwar in 12 Monaten.
Fällt die Aktie nun wieder etwas zurück, sagen wir mal auf 1,82 Euro, dann muss man eben dort nochmal nachschiessen und etwas Windowdressing betreiben. Man fängt wieder bei 1,82 Euro an und kauft sie wieder in den Bereich von 1,95 Euro.
Durchschnittlicher Kurs: 1,885 Euro. Auch wenn man damit die 1,53er Position etwas verteuert, ist das kein Problem. Schließlich hat man den reinen/wahren Freefloat weiter verkleinert, die Aktie wird noch enger und es kommt immer weniger Briefdruck (Verkäufer mit Stücken) auf.
Da die Position verhältnismäßig recht groß ist, sind die 30% Gewinn nominell gleichmal ein siebenstelliger Betrag, den man als Bonibanker offiziell für die Bank erwirtschaftet hat.
Im Fall von Praktiker ist das vermutlich die Semper Constantia Invest GmbH, einer Tochter der www.semperconstantia.at/index.htm (Privatbank).
Und für diesen erfreulichen Ertrag erhält der Bonibanker seines Bonus, der sich teilweise prozentual auf diesen Ertrag bezieht. Die Veräußerung spielt dabei keine Rolle. Nur der Kurswert in der Bilanz zum Stichtag hat Relevanz.
Dieses Spiel funktioniert in Hausse-Märkten immer. Auch Fonds kaufen sich so ihre Performance zurecht, die dann veröffentlicht wird und auf deren Grundlage die Anteilswerte errechnet werden. Allianz Global Investors und die Leoni-Position lassen grüßen. Auch Fondmanager werden auf dieser Performancegrundlage vergütet.
Die 5%-Mitteilung ist nur noch eine Frage der Zeit....
Und gerade durch diese strikte Art des Hochkaufen zieht es immer mehr Shorts ins Verderben, die wiederum das Auf - und Hochkaufen verbilligen und erleichtern. Im Fall von VW hat man sehen können, welche Auswirkungen das haben kann und wie der Aufkäufer auch noch seinen Schnitt mit Optionen macht, die wiederum den Einstandspreis der gesamten Position deutlich verbilligen.