Gut beobachtet. Freddies CEO Layton beziffert die Kapitalanforderungen auf 50 für Freddie und 75 Milliarden Dollar für Fannie. Dabei bezieht er sich auf Freddies "conservatorship capital", welches den Kapitalvorschlag der FHFA von 2018 als Berechnungsgrundlage nutzt.
Layton liegt knapp daneben, insbesondere bei Fannie. Freddies conservatorship capital beträgt 52,4 Milliarden Dollar:
www.freddiemac.com/investors/financials/...er-1q19_release.pdf
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Fannie Mae benutzt den Begriff "conservatorship capital" nicht. Aber im Q1 Media Call Transkript findet man Folgendes:
"In the first quarter, our capital requirement under the proposed capital rule declined by 2% from $89 billion at the end of 2018 to approximately $87 billion. The decline in capital is primarily attributable to an increase in home prices and additional capital relief from credit-risk transfers, partially offset by growth of our book of business."
www.fanniemae.com/portal/media/speeches/...a-call-remarks.html
87 Milliarden Dollar für Fannie also aktuell.
Die "final capital rule" der FHFA ist noch nicht raus. Es kann sich also noch einiges ändern, was die Kapitalanforderungen anbelangt. Aber ich gehe davon aus, dass diese Größenordnung hinkommt, angemessen ist und sich unter Calabria nicht großartig verändern wird.
Hier ist Watt's Vorschlag von 2018:
www.fhfa.gov/Media/PublicAffairs/...se-Capital-Fact-Sheet.pdf
Hier ist der Vorschlag en detail:
www.fhfa.gov/SupervisionRegulation/Rules/...apNPR_6192018.pdf
Vor nicht einmal einem Jahr waren die Zahlen noch deutlich höher:
Fannies Kapitalanforderungen: 115 Milliarden Dollar
Freddies Kapitalanforderungen: 66 Milliarden Dollar
Der Hauptgrund, warum die Kapitalanforderungen derart drastisch gesunken sind, liegt an dem Ausbau des CRT-Geschäfts der beiden Firmen: Kreditrisiko wird mit dem Kunden geteilt. Das kostet natürlich. Dementsprechend sind die Q1 Gewinne kleiner ausgefallen. Der Gewinnrückgang hat aber auch andere temporäre Gründe gehabt.
Wer jetzt denkt, dass man die Kapitalanforderungen noch weiter herunterfahren kann, indem man noch mehr Risiken teilt, liegt falsch. Denn die Kapitalanforderungen geben sowohl ein benötigtes Minimum-Kapital und ein risikobasiertes Kapital vor. Beide Vorgaben müssen eingehalten werden. Die vermehrte Ausgabe der CRTs führte dazu, dass sich das risikobasierte Kaoital dem Minimum-Kapital stark angenähert hat. Solle es unterboten werden, gilt das Minimum-Kapital. Dieses bezieht sich ausschließlich auf die Höhe der Assets. Sprich: Das minimum capital kann nur gesenkt werden, wenn Fannie geschrumpft wird.
Fannies minimum capital beträgt ca. 60 Milliarden Dollar. Nur das core capital zählt hier:
- retained earnings
- common stock
- non-cumulative preferred stock
- paid-in-capital
Sobald Fannie diese 60 Milliarden zusammen hat, kann sie aus dem conservatorship entlassen werden - nach Watt's vorläufigem Vorschlag.
Die Differenz zum risikobasierten Kapital, sollte dieses höher sein, könnte beispielsweise ein Rahmenkredit des Finanzministers ausgleichen.
Auf den Punkt gebracht:
Fannie muss ihre Gewinne einbehalten, bis sie 60 Milliarden Dollar hat, um aus dem Conservatorship entlassen werden zu können. Die Ausgabe von Stamm- und Vorzugsaktien kann den Vorgang beschleunigen. Sonst nichts.