hält noch die Vorzugsaktien in Höhe von 117,1 Milliarden. Wie soll Watt da den Conservatorship beenden?
Erst einmal muss Mnuchin die Kontrolle über diese Vorzugsaktien erlangen. Das geht über den geplanten Gesetzentwurf von Mulvaney. Ansonsten, falls der Entwurf nicht durchgeht, muss bis zum 01.01.2018 gewartet werden. Dann läuft das bestehende Gesetz von selbst aus. Es wurde zwar im Gesetz festgehalten, dass es der Wille des Kongresses sei, auch über dieses Datum hinaus die Vorzugsaktien an den Kongress zu binden. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das gesetzlich so gilt, da ja eben auch dieses Datum genannt wurde. In Fannies Jahresbericht wird auch nur der 01.01.2018 als Termin genannt, keine Rede von "Wille des Kongresses".
Falls Watt dann immer noch nicht mitspielen sollte, dann kann er von Trump entlassen werden - einfach so - falls die FHFA im Collins-Fall als unkonstitutionell eingestuft wird, eben so, wie Mnuchin die Richterin darauf hinwies.
Der geplante Choice Act 2.0, ebenfalls ein Gesetzentwurf, sieht auch vor, dass Trump Watt grundlos entlassen könne.
Die geplanten Gesetzentwürfe sprechen eine klare Sprache: Trump will die Kontrolle über Fannie.
Und Watt muckt zum ersten Mal auf, Zufall?
Unsere Gegner halten dagegen. Das war zu erwarten. Sie haben überall Personen sitzen. In der FHFA scheint es wohl Ryan zu sein. Er interpretiert nun Watts Worte und meint, die FHFA würde niemals den Conservatorship ohne den Kongress im Rücken beenden. Das hat Watt so nie gesagt. Allerdings kann man seine Worte so deuten. Trotzdem: Er betonte, seine Angelegenheit sei GSE-Reform. Der Kongress hat die Housing Finance Reform als Aufgabe. Das sei nicht dasselbe. Und der Kongress möge sich doch bitteschön beeilen!
Ich galube, dass es folgendermaßen kommen könnte:
Der Kongress wird sich nicht einig und die Häusermarktreform lässt auf sich warten. Dann kommt Mnuchin mit einem Vorschlag daher, wie man Fannie mit privaten Geldern vollständig rekapitalisieren könnte. Woraufhin Watt ergänzt, dass die Reformen der letzten 9 Jahre erfolgreich waren und die Risiken einer weiteren Pleite minimalisiert wurden. Mit genügend EK könne man die Fannie mit bestem Gewissen aus dem Conservatorship entlassen. Es sei sogar seine Aufgabe, dies zu tun.
Wenn Mnuchin es schafft, 100 Milliarden für Fannie und 70 Milliarden für Freddie einzutreiben, dann wird ihm jeder auf die Schultern klopfen, da man dann keine explizite Staatsgarantie mehr benötigt und somit eine Entscheidung des Kongresses hinfällig wäre - es geht doch nur ums Geld.
Der benötigte Betrag ist sehr hoch. Aber wenn die FED mitspielt und den Ortsbanken das Geld für die Vorzugsaktien von F+F in irgendeiner Form zur Verfügung stellt, profitieren alle: Die FED, die Ortsbanken, die Häuslesbauer und Mieter, die FHFA, Fannie und Freddie, der Kongress, der Steuerzahler, und nicht zuletzt die Aktionäre und alle diejenigen, die sich durch die Veröffentlichung der geheimen Dokumente kompromittiert sehen.
Das wäre momentan mein Lösungsvorschlag. Und die Ortsbanken wären bestimmt dabei. Erstens wollen sie Fannie erhalten, und zweitens wäre das ein guter Deal für sie: Ca, 1% Zinsen an die FED, im Gegenzug ca. 5% Dividende von Fannies Vorzugsaktien. Und bis das Zinsniveau der FED einmal 5% erreicht, gehen Jahre dahin. 5% Dividende bleiben noch lange Zeit attraktiv.