Der Krypto-Markt steht am Dienstag erneut unter Spannung. Nachdem Bitcoin zu Wochenbeginn noch die Marke von 70.000 US-Dollar übersprungen hatte, drehten die Kurse im Zuge der Eskalation im Nahen Osten und der steigenden Ölpreise wieder deutlich nach unten.
Risk-off-Modus dominiert
Am Dienstagnachmittag notiert Bitcoin 2,5 Prozent höher bei 67.160 US-Dollar. Auf Wochensicht entspricht das einem Plus von 6,5 Prozent. Dennoch bleibt die Kryptowährung klar unter der Marke von 70.000 US-Dollar, die am Montag kurzzeitig durchbrochen wurde. Zwischenzeitlich war Bitcoin infolge des erster US-Angriffs auf iranische Ziele auf rund 63.000 US-Dollar gefallen. Rund 300 Millionen US-Dollar an Long-Positionen wurden liquidiert.
Auch Ethereum zeigt sich volatil. Die zweitgrößte Kryptowährung legt am Dienstag um 1,65 Prozent auf 1.960 US-Dollar zu und kommt auf ein Wochenplus von 7,9 Prozent. Doch wie bei Bitcoin bleibt das Umfeld fragil.
Ölpreise explodieren – Iran blockiert der Straße von Hormus
Im Zentrum der Marktbewegungen steht die geopolitische Eskalation im Nahen Osten. Iran hat die Straße von Hormus geschlossen. Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots wird über diese Meerenge transportiert.
Der Preis für Brent-Rohöl kletterte in Zuge dessen binnen fünf Tagen um mehr als 13 Prozent. WTI-Öl notiert aktuell über 74 US-Dollar pro Barrel und liegt damit rund fünf Prozent höher als vor 24 Stunden.
Der Ölpreisschock schürt Inflationsängste. Der Dollar-Index (DXY) zog um nahezu ein Prozent an und überschritt die Marke von 99 Punkten. Gleichzeitig kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder über vier Prozent und nähern sich 4,1 Prozent.
Risikoaversion erfasst auch die Aktienmärkte
Die Aktie von Strategy, dem größten börsennotierten Bitcoin-Halter, gab um zwei Prozent nach. Coinbase verlor fünf Prozent, Galaxy Digital büßte drei Prozent ein. Auch KI-orientierte Mining-Unternehmen wie IREN und Cipher Digital notierten jeweils rund vier Prozent tiefer.
Historische Parallelen
Laut einer Einschätzung von QCP Capital gab es bereits im vergangenen Jahr eine vergleichbare Marktsituation. Nach einem US-Schlag gegen Iran im Juni war Bitcoin zunächst unter die Marke von 100.000 US-Dollar gefallen, nur um sich rasch zu erholen und wenige Wochen später neue Höchststände bei 123.000 US-Dollar zu markieren.
Zwar sei das aktuelle Ausmaß der Eskalation deutlich größer, doch die jüngste Kursreaktion könnte laut Analysten erste Anzeichen eines ähnlichen Musters zeigen.
Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Sollte der Ölpreisanstieg anhalten und die Inflationserwartungen weiter steigen, könnten Kryptowährungen weiter fallen. Langfristig jedoch sehen Marktstrategen weiterhin strukturelle Treiber wie institutionelle Adoption, ETF-Nachfrage und technologische Innovation auf ihrer Seite.
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