Watt verdient als Direktor der FHFA 179,700 Dollar pro Jahr.
Im Employee Lookup Tool einfach Mel Watt eingeben.
Das ist nicht viel mehr als vor seiner Tätigkeit als Direktor der FHFA. Und verglichen mit den Millionengehältern der CEOs von Fannie und Freddie, welche Watt trotz heftigem Widerstand einführte, ist sein Gehalt ein Klacks.
Aber sein Amt versetzt ihn in eine unglaubliche Schlüsselposition, die ich niemals für möglich gehalten hätte und die ich ohne Primärquellenüberprüfung niemals geglaubt hätte.
Der Watt hat das Sagen und die Entscheidungsgewalt bei Fannie Mae. Diese Firma ist in milliardenschweren derivativen Absicherungsgeschäften tätig, welche sich auf die guarantee fees beziehen. Das macht ja auch Sinn, denn die Höhe der guarantee fees ist in beachtlichem Maße für den Gewinn oder Verlust der Firma in ihrem Hauptbeschäftigungsfeld, den MBS, mitverantwortlich. Bei diesen Derivaten setzt Fannie auf entweder steigende oder fallende guarantee fees, während ihre Geschäftspartner auf eine entgegengesetzte Entwicklung dieser guarantee fees setzen. Und das in einer schwindelerregenden Höhe. Mit diesen Derivaten macht Fannie pro Quartal Milliardengewinne oder eben Milliardenverluste. Laut CEO Mayopoulos gleichen sich solche Derivate im Laufe der Zeit aus. - So weit, so gut.
Die FHFA ist zuständig für die Taxierung der guarantee fees. Sie bestimmt, ob diese Gebühren angehoben werden oder gesenkt werden respektive sie gleich zu belassen. Das heißt nichts anderes, als dass diese Entscheidungen der FHFA, welche sie regelmäßig trifft, darüber entscheiden, ob Fannie Milliardengewinne einfährt oder Milliardenverluste zu verbuchen hat.
Und der Direktor der FHFA ist ja ebenfalls Mel Watt.
Hier der Beweis, dass die FHFA über die guarantee fees bestimmt:
"As a result, FHFA finds no compelling economic reason to change the general level of fees. FHFA, however, is making certain minor and targeted fee adjustments."
https://www.fhfa.gov/PolicyProgramsResearch/...es/Guarantee-Fees.aspxJetzt kann man natürlich berechtigter Weise fragen, welche Bank oder welch privater Investor denn bitteschön bereit ist, solche derivativen Geschäfte in Milliardenhöhe mitzumachen, wenn der Chef der Gegenseite die Fäden in der Hand hält und frei über Gewinn oder Verlust entscheiden kann. Da bleiben nur noch diejenigen übrig, die sich wiederum selbst in ihren Geschäftsfeldern absichern wollen. Nur leider fällt mir da keiner ein. Aber was weiß ich schon?!
Hier werden Milliarden hin und her geschoben und Mel Watt hält die Fäden in der Hand!!
Diese Erkenntnis hat mich 26.05.2015 zu folgendem fiktiven Interview mit Mel Watt bewegt, welches ich hier gerne noch einmal reinstelle. Anhand dessen wird meiner Meinung nach auch ersichtlich, dass Watt weder für, noch gegen uns ist. Er macht sein Ding:
Das folgende Interview ist natürlich frei erfunden und soll der Unterhaltung dienen.
Fully: Hallo Mel.
Mel: Hallo Fully.
Fully: Du hast kürzlich wieder die Gebühren von Fannie gesenkt.
Mel: Für die Armen schon.
Fully: Aber will die Politik nicht mehr Wettbewerb auf dem Häusermarkt und privates Kapital...
Mel: Soll sie doch wollen, was sie will! Ich habe hier schließlich eine Aufgabe zu erfüllen.
Fully: Ja?!
Mel: Du weißt doch, dass ich als Direktor der FHFA damit beauftragt worden bin, die Fannie wieder fit zu machen, save and sound halt.
Fully: Klar, aber ich...
Mel: Ich, ich, ich. So kommen gerade alle daher und tun so, als ob ihnen die Fannie gehört. Aber Konstruktives höre ich nicht. Privates Kapital? Das lass mal die Profis machen. Dafür hat Fannie jetzt die Connecticut Avenue Securities.
Fully: Stimmt schon.
Mel: Deshalb habe ich beschlossen, die Gebühren zu senken. Damit halte ich der Fannie die Konkurrenz vom Hals. Und außerdem hilft es den Armen. Was will ich als Demokrat mehr: Aufgabe erfüllt und soziale Häuserpolitik betrieben.
Fully: Und dann verzockt die Fannie alles mit Derivaten?
Mel: Nicht alles. Aber genug.
Fully: Genug wozu?
Mel: Das ist kompliziert.
Fully: Kann ich mir denken.
Mel: Was fragst du dann?! Aber ich sag es dir: Um die Fannie irgendwann wieder aus dem conservatorship zu entlassen, braucht sie natürlich ein gewisses Eigenkapital...
Fully: Das ja auf 0 gefahren werden...
Mel: Wie steht die Fannie denn dann da? Und die Botschaft kommt bei gewissen Leuten, ich nenne jetzt keine Namen, so langsam an.
Fully: Dass die Fannie Eigenkapital...
Mel: Dass ich nicht ewig Zeit habe. Ich habe hier einen Job zu erledigen!
Fully: Ich weiß schon: Da kennst du weder Freund noch Feind.
Mel: Freunde? Machst du Witze?!
Fully: Aber mich magst du noch?
Mel: Wir müssen ja nicht zusammen arbeiten.
Fully: Jetzt mal was anderes: Wie geht es eigentlich, dass du die Gebühren senkst und Fannie dadurch Milliarden Verluste macht mit den Derivaten?
Mel: Manchmal glaube ich, du hörst mir nicht richtig zu. Die Eigenkapitaldiskussion ist jetzt in vollem Gang...
Fully: Schon klar. Ich dachte nur, da wir ja jetzt das Thema Freunde hatten...
Mel: Ach so. Ja klar: Des einen Verluste sind die Gewinne des anderen. Aber Freunde würde ich sie deshalb nicht nennen. Eher Geschäftspartner.
Fully: Langfristige Geschäftspartner.
Mel: So ist es.
Fully: Gab es denn da keinen Interessenkonflikt? Immerhin bestimmst du über die Derivate. So und so.
Mel: Das machen wir doch schon immer so. Du mußt noch viel lernen.
Fully: Und?
Mel: Nix und! Oder glaubst du, die Banken kommen sich beschweren?!
Fully: Mel, hat mich gefreut!
Mel: Halt die Ohren steif, Fully. (Und keine longs verkaufen.
Fully: Wieso? Gehts schnell?
Mel: Du hörst mir nicht richtig zu!)
Anmerkung:
Ich kenne Hernn Watt nur flüchtig. Er huschte mir ein paar mal über den PC.
Das war es auch schon. Und Herrn Watt seinerseits war es bislang noch nicht vergönnt, meine Bekanntschaft zu machen.
Meine Long-Position in die Fannie-commons wird nicht verkauft, obwohl ich denke, dass es noch Jahre bis zu einer Entscheidung bezüglich der Dividenen- bzw. Rückzahlungen dauern kann und ein Totalverlust droht. Die Fannie ist mir viel zu unberechenbar. Aber ich möchte an dem Tag dabei sein wenn es heißt: Sekt oder Selters.
Gruß, Fully
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