Das folgende Interview ist natürlich frei erfunden und soll der Unterhaltung dienen.
Fully: Hallo Mel.
Mel: Hallo Fully.
Fully: Du hast kürzlich wieder die Gebühren von Fannie gesenkt.
Mel: Für die Armen schon.
Fully: Aber will die Politik nicht mehr Wettbewerb auf dem Häusermarkt und privates Kapital...
Mel: Soll sie doch wollen, was sie will! Ich habe hier schließlich eine Aufgabe zu erfüllen.
Fully: Ja?!
Mel: Du weißt doch, dass ich als Direktor der FHFA damit beauftragt worden bin, die Fannie wieder fit zu machen, save and sound halt.
Fully: Klar, aber ich...
Mel: Ich, ich, ich. So kommen gerade alle daher und tun so, als ob ihnen die Fannie gehört. Aber Konstruktives höre ich nicht. Privates Kapital? Das lass mal die Profis machen. Dafür hat Fannie jetzt die Connecticut Avenue Securities.
Fully: Stimmt schon.
Mel: Deshalb habe ich beschlossen, die Gebühren zu senken. Damit halte ich der Fannie die Konkurrenz vom Hals. Und außerdem hilft es den Armen. Was will ich als Demokrat mehr: Aufgabe erfüllt und soziale Häuserpolitik betrieben.
Fully: Und dann verzockt die Fannie alles mit Derivaten?
Mel: Nicht alles. Aber genug.
Fully: Genug wozu?
Mel: Das ist kompliziert.
Fully: Kann ich mir denken.
Mel: Was fragst du dann?! Aber ich sag es dir: Um die Fannie irgendwann wieder aus dem conservatorship zu entlassen, braucht sie natürlich ein gewisses Eigenkapital...
Fully: Das ja auf 0 gefahren werden...
Mel: Wie steht die Fannie denn dann da? Und die Botschaft kommt bei gewissen Leuten, ich nenne jetzt keine Namen, so langsam an.
Fully: Dass die Fannie Eigenkapital...
Mel: Dass ich nicht ewig Zeit habe. Ich habe hier einen Job zu erledigen!
Fully: Ich weiß schon: Da kennst du weder Freund noch Feind.
Mel: Freunde? Machst du Witze?!
Fully: Aber mich magst du noch?
Mel: Wir müssen ja nicht zusammen arbeiten.
Fully: Jetzt mal was anderes: Wie geht es eigentlich, dass du die Gebühren senkst und Fannie dadurch Milliarden Verluste macht mit den Derivaten?
Mel: Manchmal glaube ich, du hörst mir nicht richtig zu. Die Eigenkapitaldiskussion ist jetzt in vollem Gang...
Fully: Schon klar. Ich dachte nur, da wir ja jetzt das Thema Freunde hatten...
Mel: Ach so. Ja klar: Des einen Verluste sind die Gewinne des anderen. Aber Freunde würde ich sie deshalb nicht nennen. Eher Geschäftspartner.
Fully: Langfristige Geschäftspartner.
Mel: So ist es.
Fully: Gab es denn da keinen Interessenkonflikt? Immerhin bestimmst du über die Derivate. So und so.
Mel: Das machen wir doch schon immer so. Du mußt noch viel lernen.
Fully: Und?
Mel: Nix und! Oder glaubst du, die Banken kommen sich beschweren?!
Fully: Mel, hat mich gefreut!
Mel: Halt die Ohren steif, Fully. (Und keine longs verkaufen.
Fully: Wieso? Gehts schnell?
Mel: Du hörst mir nicht richtig zu!)
Anmerkung:
Ich kenne Hernn Watt nur flüchtig. Er huschte mir ein paar mal über den PC.
Das war es auch schon. Und Herrn Watt seinerseits war es bislang noch nicht vergönnt, meine Bekanntschaft zu machen.
Meine Long-Position in die Fannie-commons wird nicht verkauft, obwohl ich denke, dass es noch Jahre bis zu einer Entscheidung bezüglich der Dividenen- bzw. Rückzahlungen dauern kann und ein Totalverlust droht. Die Fannie ist mir viel zu unberechenbar. Aber ich möchte an dem Tag dabei sein wenn es heißt: Sekt oder Selters.
Gruß, Fully