ROUNDUP 2: Machtkampf zwischen Porsche und VW vor der Entscheidung
STUTTGART (dpa-AFX) - Der monatelange Machtkampf zwischen Porsche und VW
steht kurz vor der Entscheidung. Auf einer außerordentlichen
Aufsichtsratssitzung des Sportwagenbauers am 23. Juli soll sich die Zukunft des
hoch verschuldeten Sportwagenbauers klären. Ein Porsche-Sprecher wollte sich am
Freitag zwar nicht zu Inhalten der Sitzung äußern. Beraten werden soll nach
Aufsichtsratskreisen aber sowohl über den Einstieg des Golfstaates Katar bei dem
Sportwagenbauer als auch den Verkauf von knapp der Hälfte der Porsche AG an
Volkswagen. In der Porsche AG ist das Autogeschäft der Stuttgarter gebündelt.
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gilt als strikter Gegner eines Teilverkaufs
des Autogeschäftes an VW und befürwortet eindeutig den Katar-Einstieg. Vor
wenigen Tagen hatte ein entsprechendes "Rettungsangebot" aus Wolfsburg noch zu
heftigen Attacken aus Stuttgart geführt. Porsche hatte das Angebot als nicht
umsetzbar abgelehnt. Dass im Porsche-Management nun ein Umdenken eingekehrt sei,
wollte der Sprecher jedoch nicht bestätigten. Aus Aufsichtsratskreisen hieß es,
das künftige Geschäftsmodell von Porsche könne auch eine Mischung aus beiden
Varianten beinhalten.
ANGEBOT SOLL BEI BIS ZU 29% LIEGEN
Das öl-reiche Golfemirat hatte bereits vor mehreren Tagen ein Angebot bei den
Stuttgartern abgegeben. Porsche äußert sich zwar nicht offiziell zu dem
Einstiegsangebot, es soll jedoch bei bis zu 29 Prozent der Anteile liegen. Der
Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) soll zudem an einem Teil oder dem
gesamten Optionsgeschäft mit VW-Aktien Interesse geäußert haben. Das Volumen des
Gesamtgeschäfts soll bei deutlich mehr als fünf Milliarden Euro liegen,
verlautete aus Aufsichtsratskreisen.
Porsche drückt wegen der Mehrheitsübernahme von VW eine Schuldenlast von neun
Milliarden Euro. Nach der Absage der staatlichen Förderbank KfW über einen
Kredit von 1,75 Milliarden Euro ist der Sportwagenbauer auf der Suche nach neuen
Geldquellen. Die Stuttgarter haben mit mehreren Banken bislang Kredit-Zusagen
für insgesamt 10,75 Milliarden Euro. Porsche besitzt knapp 51 Prozent der
Anteile an Europas größtem Autobauer VW und hält zusätzlich mit Hilfe der Banken
Aktienoptionen über bis zu 24 Prozent. Zweiter VW- Großaktionär ist das Land
Niedersachsen mit knapp mehr als 20 Prozent der Anteile.
Bei der Sitzung des Kontrollgremiums wird auch VW- Aufsichtsratschef und
Wiedeking-Gegner Ferdinand Piëch am Tisch sitzen. Der Porsche-Miteigentümer
treibt vehement die Schaffung eines großen integrierten Autokonzerns voran, in
dem Porsche als eigenständiges Unternehmen wie Audi und andere eine von zehn
Konzernmarken wäre./hoe/gl/DP/dr
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[PORSCHE SE,PAH3,,PAH003,DE000PAH0038][VOLKSWAGEN AG,VOW,,766400,DE0007664005]
2009-07-10 15:27:35
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"Wer gegen den Strom schwimmt, sollte das möglichst in der Nähe des Ufers tun."