Planten Terroristen Chemie-Angriff ?


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vega2000:

Planten Terroristen Chemie-Angriff ?

 
24.09.01 16:40
E R M I T T L U N G E N  

Planten Terror-Piloten einen Chemie-Anschlag?

Dass die Terror-Piloten von New York und Washington zuvor in Florida eine Pilotenausbildung gemacht haben, ist so gut wie sicher. Nun haben die Ermittler neue erschreckende Erkenntnisse über die Attentäter. Sie sollen ursprünglich einen Chemikalien-Anschlag geplant haben.

Mohamed Atta: Vorbereitungen für einen Chemie-Anschlag?

Washington - Die Terroristen sollen sich in Florida für Flugzeuge interessiert haben, die Chemikalien versprühen können. Wie die "Washington Post" berichtet, identifizierte ein Flughafen-Mitarbeiter in Belle Glade den mutmaßlichen Attentäter Mohammed Atta.

Atta und zwei, drei andere Besucher hätten sich erkundigt, wie viel Kerosin das Flugzeug im Tank habe, wie viel Chemikalien es zuladen und wie weit es fliegen könne, sagte der Flughafen-Mitarbeiter James Lester dem FBI, berichtete die Zeitung. Auch der Manager eines Unternehmens, das Agrareinsätze fliegt, berichtete über "arabisch aussehende" Besucher. In den sechs bis acht Wochen vor dem Anschlag seien die Männer praktisch jedes Wochenende gekommen. Atta gilt als mutmaßlicher Entführer bei den Anschlägen vom 11. September. Er lebte jahrelang in Hamburg als Student der Technischen Universität Harburg.

Nach Angaben der Zeitschrift "Time" war bei einer Hausdurchsuchung in Minnesota bei einem mutmaßlichen Terroristen-Helfer eine Anleitung für den Einsatz solcher Flugzeuge gefunden worden. Das FBI hatte bereits vergangene Woche in Boston einen Bekannten der Entführer festgenommen, der zuvor eine Lizenz für den Transport gefährlicher Stoffe erworben hatte.

Flugverbote aus Angst vor neuen Anschlägen

Unterdessen meldete die "Washington Post", aus Furcht vor Anschlägen mit chemischen oder biologischen Waffen seien am Sonntag landwirtschaftliche Flüge in den USA verboten worden, bei denen die Felder aus der Luft mit Pflanzenschutzmitteln besprüht werden. Der Geheimdienst habe die Maßnahme empfohlen, erklärte ein Sprecher der Bundesluftfahrtbehörde FAA. Die Bundespolizei FBI sprach von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Das Flugverbot galt den Angaben zufolge für den gesamten Sonntag.

Es war das zweite Mal nach den Anschlägen, dass die US-Regierung ein solches Verbot erlassen hat. Die Sprühflüge waren bereits am 16. September eingestellt worden, außerdem ist ein Überfliegen von Ballungsräumen weitgehend untersagt worden.

Die Flugzeuge werden normalerweise im Kampf gegen Insekten eingesetzt und versprühen Pestizide gegen Schädlinge über Feldern und Sumpfgebieten. In den USA gibt es rund 4000 solcher Maschinen, die bis zu 3000 Liter Chemikalien fassen können.

Politiker und Wissenschaftler hatten vergangene Woche große Sorge über die Gefahr eines Anschlags mit chemischen oder Bio-Waffen geäußert. Das Land sei dagegen nicht ausreichend geschützt. Auch Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wies auf die Bedrohung durch chemische und biologische Waffen hin. Einige Länder, die Terroristen unterstützen, verfügten auch über solche Waffen, sagte er dem Sender CBC.

Quelle: Der Spiegel
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hamster88:

Meldung Samstag ntv

 
24.09.01 16:55
Mensch ist das ne neue Nachricht...

Hauptsache Schrecken verbreiten, kleiner Furz von las vega(s)
Antworten
schnee:

Tickte die Chemie-Bombe bereits?

 
27.09.01 10:19
Tickte die Chemie-Bombe bereits?

Nach den Terrorattacken von New York und Washington
wächst die Sorge vor Anschlägen mit chemischen Mitteln.
Rund 20 der seit dem 11. September in den USA
festgenommenen Personen werden verdächtigt, Attentate
mit gefährlichen Chemikalien geplant zu haben.

New York - Die betreffenden Personen
hätten bei US-Behörden um eine Lizenz
für den Transport explosiver, giftiger
oder anderer gefährlicher Güter
angefragt, meldet die "New York
Times". Dies hätten Bundesbehörden
bestätigt. Es werde derzeit untersucht,
ob diese Ansuchen mit der Absicht
erfolgten, terroristisch aktiv zu
werden. Beweise dafür, dass es eine
unmittelbare Verbindung zu den
Selbstmordattentätern von New York
und Washington gebe, gibt es bisher
nicht.

Das FBI sah sich auf Grund dieser Informationen veranlasst,
Beamte in New York und in anderen Städten der USA aufzufordern,
verstärkt Lastwagen zu kontrollieren, die fahrende Bomben sein
könnten. Lkw, die Tunnels oder Brücken nach Manhattan
passierten, werden angeblich bereits überprüft.

Justizminister John Ashcroft wurde von der Zeitung zitiert, die
Festgenommenen "könnten Verbindungen" zu den 19 Attentätern
haben, die am 11. September vier Verkehrsmaschinen entführten,
um damit ihre Anschläge auszuführen. Ein höherer US-Beamter
sagte, die Bemühungen der Festgenommenen um die speziellen
Transportlizenzen legten nahe, "dass diese Leute darauf aus
waren, uns auf vielfältigere Weise anzugreifen".

Ashcroft verglich das hohe Interesse der Behörden an möglichen
Plänen der 20 Inhaftierten mit dem Interesse daran, dass
Mohammed Atta sich verschiedentlich über den Einsatz von
Agrarflugzeugen kundig gemacht hatte, mit denen Chemikalien
versprüht werden können. Das FBI hat nach den Anschlägen von
New York und Washington mehrere Flugplätze überprüft.

Gefolgsleuten des für die Attacken verantwortlich gemachten
Terroristen Osama Bin Laden werden verschiedene
Lastwagen-Attacken mit verheerenden Folgen zugeschrieben. Im
August 1998 fuhr ein Lastwagen, der normalerweise
Gefrierschränke transportierte, an der US-Botschaft in Nairobi vor,
voll beladen mit Sprengstoff. Der Wagen explodierte. Das Resultat:
224 Tote. Auch beim Anschlag auf das World Trade Center 1993
war der Sprengstoff mit einem angemieteten Lkw angekarrt
worden.
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schnee:

"Die gefährlichste aller Bedrohungen"

 
27.09.01 14:19
"Die gefährlichste aller Bedrohungen"

Von  Jörg  Blech und  Rafaela  von Bredow

Nach dem Angriff auf das World Trade Center fürchten die Amerikaner nun Anschläge mit Giftgas oder tödlichen Mikroben. Experten halten es für möglich, dass frustrierte Forscher ihr Wissen an Terroristen verkaufen.
Es war ihr erster Einsatz im wirklichen
Leben. 22 Spezialisten der frisch gegründeten Sondereinheit
für Massenvernichtungswaffen der US-Nationalgarde suchten
noch am Abend des 11. September in den qualmenden Trümmern
des World Trade Center nach versteckter Todesgefahr. Die
Attentäter könnten, so die Befürchtung der Amerikaner, auch
chemische oder biologische Kampfstoffe über Manhattan
versprüht haben.


DPA Forscherin im
biologischen Hochsicherheitslabor: "Hunderttausende von Todesfällen"
Und vier Stunden nach dem Einsturz der Zwillingstürme
jagten die Wächter der obersten Seuchenkontrollbehörde, der
Centers of Disease Control and Prevention in Atlanta, eine
beunruhigende E-Mail an Notrufärzte, Sanitäter und
Gesundheitsstellen im gesamten Land heraus: Jede
"Erkrankung, die mit den heutigen Ereignissen in
Zusammenhang stehen könnte", hieß es darin, sei umgehend zu melden. Trinkwasseranlagen und Chemiefabriken wurden
verschärft bewacht, für alle Atomkraftwerke höchste
Sicherheitsstufe angeordnet.

Neun Spezialteams für Massenvernichtungswaffen der
Nationalgarde sind inzwischen in verschiedene Regionen der
USA entsandt worden. Polizisten kontrollieren die
Wasserversorgung von Großstädten. Das FBI hat
Landwirtschaftspiloten gebeten, beim Besprühen der Felder
auf "jedwede ungewöhnliche Aktivität in Bezug auf Training,

Benutzung oder Kauf gefährlicher Chemikalien oder deren Verbreitung aus der Luft" zu achten.

Seit der Attacke auf das Pentagon und das World Trade
Center traut man Terroristen alles zu: Wer in der Lage ist,
Flugzeuge mitsamt Passagieren in belebte Hochhäuser zu
rammen, scheut womöglich auch nicht davor zurück, Tausende
von Menschen gezielt mit Erregern tödlicher Krankheiten wie
Milzbrand und Pocken zu infizieren oder mit Senf- oder
Nervengas zu vergiften.


DER SPIEGEL Waffen des Terrors: Die
Unterschiede zwischen chemischen und biologischen Anschlägen
Im Unterschied zu Sprengstoffanschlägen würden Angriffe mit
todbringenden Bakterien oder Viren anfangs gar nicht
bemerkt (siehe Grafik). Die Menschen könnten die Wolke mit
den Erregern weder sehen, noch riechen oder schmecken. Erst
nach Tagen oder Wochen - je nach eingesetzter Mikrobe -
brächen die ersten Infektionen aus. Die Befallenen würden
in Praxen und Kliniken erscheinen mit Symptomen einer
merkwürdigen Seuche, die nur die wenigsten Ärzte jemals gesehen haben.

Allenfalls ein Viertel der 6000 Krankenhäuser in den USA
wäre auf solch einen Ernstfall vorbereitet, warnte das
Fachblatt "Jama" Anfang des Jahres. Die meisten Kliniken
wären kaum in der Lage, die Patienten zu isolieren und
schnell genug mit den geeigneten Arzneien zu behandeln.

Angesichts des Entsetzens in den Vereinigten Staaten über
den Terror wirkt das Alarmgeschrei des Epidemiologen
Michael Osterholm, der schon lange vor Terrorismus mit
Massenvernichtungswaffen warnt, gar nicht mehr so
übertrieben: "Ein gut platzierter, wirksamer biologischer
Kampfstoff kann zu Hunderttausenden von Todesfällen
führen," warnt der Mediziner. Die Welt würde sich innerhalb
weniger Tage in etwas verwandeln, das einer "leibhaftigen
Hölle so sehr ähneln wird wie wahrscheinlich nichts, was
wir vorher gekannt haben". Spätestens jetzt sei klar
geworden, "dass es für Terroristen keine moralischen Hemmungen mehr gibt", stimmt Donald Henderson zu, Direktor
des Center for Civilian Biodefense Studies in Baltimore.
Und der frühere CIA-Direktor James Woolsey hat den
Bio-Terrorismus gar als "gefährlichste aller Bedrohungen"
für Amerikas Sicherheit in absehbarer Zukunft bezeichnet.
Ein größerer chemischer Angriff, schätzte er, könnte 50 000
Amerikaner umbringen, ein biologischer sogar eine halbe
Million.


AP Uno-Inspektoren mit
irakischen C-Waffen: Furcht vor den Schurkenstaaten
Tatsächlich verbreitet sich mit der boomenden Biotechnik
auch das Wissen um die Zucht und den Einsatz von Mikroben
um den Erdball. Außerdem, befürchten Experten, könnten
frustrierte Forscher ihre Dienste an Terrororganisationen
oder Schurkenstaaten verkaufen: "Tausende von
Wissenschaftlern, die an mehr als 50 Chemie- oder
Biowaffenfabriken in der ehemaligen Sowjetunion gearbeitet
haben, waren mit Arbeitslosigkeit konfrontiert - und mit
der Versuchung", erklärt Amy Smithson, Expertin für Massenvernichtungswaffen am Henry Stimson Center, einem
unabhängigen Forschungsinstitut in Washington.

Neben 2000 ehemaligen sowjetischen Experten, schätzt
Smithson in einem umfassenden Terrorismusreport, müssen
7000 Forscher aus dem Chemie- und Biowaffenbereich als
potenzielles Sicherheitsrisiko gelten: "Wir wissen, dass
die Aum-Shinrikyo-Sekte schon bei denen angeklopft hat."

Mit dem Terror der japanischen Sekte begann eine weltweite
Diskussion darüber, wie wahrscheinlich eine Attacke mit ABC-Waffen ist. Immerhin waren die Sektenmitglieder die
ersten (und bisher einzigen) Terroristen, die mit Giftgas
töteten: Am 20. März 1995 starben zwölf Menschen in der
Tokioter U-Bahn an dem Nervengift Sarin. Außerdem haben die
Killer mit dem Milzbranderreger Anthrax, dem Bakteriengift
Botulin und den Auslösern von Q-Fieber und Cholera
experimentiert und sogar - vergeblich - versucht, in Zaire Ebolaviren zu ergattern.

Aber sämtliche zehn Versuche der Sekte, Mikroorganismen als
Waffen zu benutzen, scheiterten kläglich. Auch dem
muslimischen Terroristen Ramsi Ahmed Jussif war es 1993 am
World Trade Center nicht gelungen, seinen ursprünglichen
Plan auszuführen: Er hatte erwogen, ein chemisches Gift zu
verwenden - doch es war ihm "zu teuer" gewesen, wie er
später sagte. Deshalb unternahm er einen
Sprengstoffanschlag.


AP Terroranschlag mit dem
Nervengift Sarin in Japan: Die Opfer können die Erreger weder sehen, riechen noch schmecken
Vielen Terrorismusforschern gelten die bisherigen Beispiele
als Indizien, dass es selbst mit der tödlichen Energie
eines Erzterroristen wie Jussif oder einer
milliardenschweren Ausstattung wie jener der Aum-Sekte zu
schwierig ist, eine Vielzahl von Menschen mit B- oder
C-Waffen zu töten.

"Natürlich ist eine solche Attacke prinzipiell möglich",
sagt Jonathan Tucker, Direktor des Chemical and Biological Weapons Nonproliferation
Program in Washington, "aber eben nicht wahrscheinlich."
Die Gründe:

Biowaffen sind schwieriger zu beschaffen als
konventionelle Sprengstoffe, deren Zutaten es teilweise in
Gartencentern zu kaufen gibt.
Erreger in ausreichender Menge mit den exakt richtigen
Eigenschaften zu züchten und am Leben zu erhalten sei "ein
sehr aufwendiges Unterfangen", sagen Experten wie der
Molekularbiologe Matthew Meselson von der Harvard
University. "Normale Mikrobiologen kennen die erstaunliche
Vielfalt der dafür notwendigen Tricks nicht." Ein Staat
könne das hinbekommen; terroristischen Gruppen dürfte es
weit schwerer fallen.
Es gilt als schwierig, Viren und Bakterien breit zu
verteilen und unmittelbar wirksam am Zielort zum Einsatz zu
bringen.

Planten Terroristen Chemie-Angriff ? 423761

Eine Berechnung in Smithsons Studie rückt jene
Horrorszenarien über C-Waffen zurecht, denen zufolge nur
wenige Tropfen eines Kampfgases ausreichten, um ganze
Stadtbevölkerungen auszulöschen: Ein Attentäter, der aus
einer Garage oder einem Keller heraus operiert, brauchte
zwei Jahre, bis er genug Sarin hergestellt hätte, um 500
Menschen unter freiem Himmel zu töten. 18 Jahre würde es
dauern, bis er 10 000 vernichten könnte.

"Terrorismus ist ein erstaunlich konservatives Geschäft",
sagt Peter Chalk, Sicherheitsexperte am Washingtoner
Forschungsinstitut Rand. Auch Kamikaze-Flugzeuge seien
letztendlich eine neue Art von Bomben, meint er, "die
Erweiterung einer traditionellen terroristischen Attacke".

Dennoch sind Terroristen auch an Massenvernichtungswaffen
interessiert. So hat der Terroristenführer Osama Bin Laden
angeblich noch in der Woche nach dem Attentat auf Amerika
in der arabischen Zeitung "al-Hajat" bekräftigt, dass
Tausende junge, ergebene Muslime in chemischer,
biologischer und nuklearer Kriegführung trainiert wurden
und bereit seien, als Märtyrer zu sterben. Ob Bin Laden
tatsächlich schon über Massenvernichtungswaffen verfügt,
und falls ja, über welche, ist ungewiss.

Nach den bisherigen Erfahrungen steht nur eines fest: Der
Einsatz von toxischen Substanzen in kleinerem Maßstab
erscheint wahrscheinlicher als eine Verseuchung ganzer
Landstriche mit Killerbakterien. So sollen die Israelis
1998 bei der Zerschlagung einer islamistischen
Terroristenzelle Pläne gefunden haben, das Trinkwasser und
Lebensmittel zu vergiften. Schon 1978 hatten
palästinensische Attentäter hochgiftiges Quecksilber in
Orangen injiziert und damit Menschen getötet; später
folgten einige fehlgeschlagene Versuche, Wasservorräte zu
verseuchen sowie weniger gravierende Kontaminationen von Babynahrung und Kaffee.

Auch in den USA kamen bereits Bioattacken vor: So schafften
es die Angehörigen der Bhagwan-Sekte in Oregon im Herbst
1984 rund 750 Menschen mit Salmonellen aufs Krankenbett zu
zwingen. Sie hatten die Bakterien über Restaurant-Salatbars
verstreut, um eine Kommunalwahl in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Wie ernst die Amerikaner die Bedrohung nehmen, das wird in
einem Buch deutlich, das ausgerechnet am Tag der
Terrorkatastrophe erschienen ist und jetzt die
Bestsellerliste von Amazon anführt*.

Darin beschreiben der "New York Times"-Autor Stephen
Engelberg und zwei seiner Kollegen, wie das Pentagon in
aller Stille den biologischen Ernstfall in einem Experiment
durchspielen ließ: Demnach erhielt eine Gruppe
amerikanischer Militärbiologen eine Million Dollar. Ihr
Auftrag: Mit dem Geld sollten sie alles, was man für die
Herstellung einer Milzbrand-Waffe braucht, in gewöhnlichen Geschäften kaufen und dann in der
Wüste Nevadas zu einer Produktionsstätte zusammensetzen.

Die Geheimmission verlief offenbar erfolgreich: "Sie bauten
eine funktionstüchtige Keimfabrik, die genug Anthrax
herstellen könnte, um alle Menschen in New York zu töten",
berichtet Engelberg über die Anlage, in der vorsichtshalber
aber nur harmlose Bazillen herangezüchtet wurden.

In einem weiteren Teil des Geheimprojekts namens "Clear
Vision" bauten die Amerikaner eine B-Bombe sowjetischer
Bauart nach, die sie jedoch ebenfalls nur mit harmlosen
Bakterien bestückten. Derzeit versuchen die US-Militärs,
eine genetisch neue Variante funktionsfähiger
Milzbrandbakterien zu entwickeln, die gegen Impfstoffe
resistent ist. Der Versuch läuft noch - bis Ende des Monats
will die amerikanische Regierung entscheiden, ob sie das
umstrittene Werk zu Ende führt.

Nach Ansicht etlicher Experten verletzt das Unterfangen die
Biowaffen-Konvention von 1972, die von den USA und 142
weiteren Staaten ratifiziert worden ist. Danach ist es
verboten, biologische Waffen zu entwickeln, herzustellen
und zu verbreiten. Doch gerade in letzter Zeit scherten
sich die Vereinigten Staaten kaum noch um den Versuch,
B-Waffen international zu bannen. Erst im Juli haben die
USA sich als einziger beteiligter Staat geweigert, einen
Entwurf zu unterzeichnen, der die Überwachung der
Biowaffen-Konvention regeln soll. Nach sieben Jahre
dauernden Verhandlungen zwischen insgesamt 56 Staaten ist
damit das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt.

Zu dem plötzlichen Rückzieher kam es, weil die
Bush-Regierung keine ausländischen Inspekteure in
amerikanischen B-Waffen-Laboren dulden will - angeblich aus
Furcht vor Spionage. Doch gerade diese Geheimniskrämerei
ruft selbst bei amerikanischen Unterhändlern Kritik hervor.
Sie fürchten, andere Staaten könnten dem Vorbild der USA
folgen und heimlich gefährliche Bazillen heranzüchten.

Auch Molekularbiologe Meselson hält das Gebaren seines
Landes für "unglücklich". Nach den Terrorattacken hofft er
jedoch, dass US-Präsident George W. Bush seine Meinung
ändert und das Kontrollprotokoll zur Biowaffen-Konvention
wieder unterstützt: "Die bemerkenswerten Anschläge zeigen,
wie wichtig es ist, mit anderen Ländern
zusammenzuarbeiten." Das Fachblatt "Science" prophezeite
bereits im Juli: Ohne eine amerikanische Unterstützung des
Protokolls werde "es schwer sein zu erfahren, wer wirklich
böse ist - bis es zu spät ist".
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