Optionsstrategien: Der Long-Straddle


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 557 / Heute: 1
Technology All S. 3.707,86 +2,39% Perf. seit Threadbeginn:   +370,87%
 
Happy End:

Optionsstrategien: Der Long-Straddle

 
26.09.01 22:34
Wer die vier Grundgeschäftsarten der Optionen geschickt kombiniert, der kann in jeder Börsensituation Positionen nach seinen Erwartungen aufbauen.

1. Nur die Bewegung zählt - Der Long-Straddle

Wer davon ausgeht, dass sich beispielsweise eine Aktie demnächst stark bewegen wird, für denjenigen ist der Long-Straddle genau das richtige. Bei einem Long-Straddle ist die Richtung, in die sich der Aktienkurs bewegen wird nämlich im Prinzip egal - nur die Bewegung zählt.

Die Konstruktion
Man kauft auf den zugrundeliegenden Basiswert (z.B. eine Aktie) einen Call und einen Put mit gleicher Laufzeit und gleichem Ausübungspreis. Hört sich vielleicht zunächst etwas komisch an, da man ja jetzt gleichzeitig auf fallende und steigende Kurse setzt. Die Idee die dahinter steckt, wird allerdings klar, wenn man bedenkt, dass man mit jeder Option maximal das gesamte eingesetzte Kapital verlieren kann, aber dem Risiko des Totalverlustes ein vielfach höheres Gewinnpotential gegenüber steht. Die Wertsteigerung der einen Option soll demzufolge den Verlust der anderen Option "überkompensieren". Wenn jetzt beispielsweise der zugrundeliegende Basiswert (z.B. eine Aktie) anfängt stark zu steigen, dann besteht die Möglichkeit, dass der Call mehr an Wert gewinnt, als der Put verliert.

Das Risiko
Mit dieser Optionsstrategie wird man allerdings Verluste einfahren, wenn sich der zugrundeliegende Basiswert nicht stark in eine Richtung bewegt. Die beiden Optionen (Call und Put) würden in diesem Fall zunehmend an Zeitwert verlieren und wenn am Verfallstag der Basiswert genau auf dem Ausübungskurs schließen würde, dann würden beide Optionen wertlos verfallen. Man hätte dann sein gesamtes eingesetztes Kapital verloren.

Beispiel

Am 29.1.01 notiert die DaimlerChrysler Aktie bei 52,50 Euro. Ein Call mit Verfalltag im Juni 2001 und einem Ausübungspreis von 50 Euro kostet 5,40 Euro. Der Put mit gleichem Ausübungspreis und gleichem Verfalltag kostet 3,80 Euro. Ein Long-Straddle auf DaimlerChrysler, welcher im Juni 2001 verfällt, kostet also genau 9,20 Euro.
Die DaimlerChrysler Aktie muss sich jetzt am Verfalltag der Optionen um mehr als 9,20 Euro (Optionsprämien) vom Ausübungspreis entfernt haben, damit diese Optionsstrategie im Gewinn schließt.

Szenarien
Szenario 1: Am Verfalltag notiert die Aktie über dem Ausübungspreis bei 63 Euro. Der Put verfällt wertlos, da niemand die Aktie zum Ausübungspreis von 50 Euro verkaufen würde, wenn man sie für 63 Euro am Markt verkaufen könnte. Der Call hat jetzt allerdings einen Wert von 13 Euro (aktueller Aktienkurs - Ausübungspreis). Der Gewinn des Straddles beliefe sich in diesem Beispiel also auf 3,80 Euro pro Aktie (Wert des Calls - Optionsprämie des Straddles).

Szenario 2: Am Veralltag notiert die Aktie unter dem Ausübungspreis bei 38 Euro. In diesem Fall würde der Call wertlos verfallen. Der Put hätte allerdings einen Wert von 12 Euro, da man die Aktien jetzt zu 38 Euro am Markt kaufen könnte, um sie für 50 Euro aufgrund des Optionsrechtes wieder zu verkaufen. Der Gewinn des Straddles beliefe sich in diesem Beispiel also auf 2,80 Euro pro Aktie (Wert des Put - Optionsprämie des Straddles).

Szenario 3: Am Verfalltag notiert die Aktie nahe am Ausübungspreis bei 53 Euro.
Da der aktuelle Aktienkurs über dem Ausübungspreis notiert, verfällt der Put wertlos. Der Call hat allerdings einen Wert von 3 Euro. Der Verlust beläuft sich auf die gezahlte Optionsprämie abzüglich des Wert des Calls am Verfalltag. In diesem Fall 9,20 Euro - 3 Euro = 6,20 Euro Verlust.

Gruß
Happy End



Antworten
Happy End:

Optionsscheine: So finde ich den richtigen Schein!

 
30.09.01 17:46
Bei der Auswahl des richtigen Optionsscheins sollte man unbedingt einige grundlegende Punkte beachten.
Der Erfolg einer Tradingstrategie bei Covered Warrants hängt zunächst von der Fähigkeit des Anlegers ab, die zukünftige Entwicklung eines Aktienkurses vorauszusagen. Eine Rolle spielt dabei auch der zeitliche Zusammenhang.

Wenn der Anleger zum Beispiel der Meinung ist, daß das Underlying (Basiswert - also zum Beispiel eine Aktie) steigen wird, so könnte er eine Long-Position mittels Call-Optionsscheinen aufbauen. Leider ist dies nicht ausreichend, um den Erfolg der Investition zu bestimmen. Es ist nämlich auch notwendig, die Zeit zu bestimmen, in der diese Vorhersage eintritt.
Ein (Call-)Warrant "in-the-money" (Basispreis liegt unterhalb des aktuellen Kurses - bei einem Put entsprechend oberhalb des aktuellen Kurses) kostet mehr als ein (Call-)Warrant "at-the-money". Was die Wahl des günstigsten Strike-Preises angeht, muß bedacht werden, daß die (Call-)Warrants "out-of-the-money" (Strike oberhalb des aktuellen Kurses) ein größeres Risiko bergen, weil es sehr wahrscheinlich ist, daß sie auch bei einer Aufwertung des Basiswerts nach einer bestimmten Zeit aufgrund des Laufzeitverlustes ohne Wert verfallen und daher sind sie nur geeignet, wenn die Erwartungen an den Marktverlauf sehr positiv sind. Ein größeres Risiko bergen sie auch bei kürzester Frist, denn sie sind eher mit den anderen Faktoren (Restlaufzeit und Volatilität) als dem Preis des Basiswerts verknüpft.


Wichtig ist auch die sogenannte Hebelwirkung bei einem Optionsschein. Sie bewirkt, daß eine Kursveränderung des Basiswertes normalerweise eine prozentual stärkere Kursveränderung des Optionsscheins auslöst. Die Größe des Hebels bietet einen groben Anhaltspunkt dafür, in welchem Maße man als Käufer eines Optionsscheins an einer Kursveränderung des Basiswertes positiv oder negativ partizipiert.
Neben einer Vielzahl von wichtigen Eckpunkten (Hebel, Aufgeld, Zeitwert, Volatilität) sollte der Anleger unbedingt das aussagekräftigere "Omega" eines Warrants beachten. Der aktuelle Hebel wächst mit dem Verhältnis Aktienkurs/ Optionsscheinkurs. Damit bei einem aktuellen Hebel von 10 ein Call-Optionsschein auch wirklich um 10% steigt - wenn sich der Basiskurs um 1% erhöht - muß ein Delta von 100% vorliegen. Dies ist jedoch nur bei den Scheinen der Fall, die weit im Geld ("in-the-money") liegen. Im Normalfall wird die Kurssteigerung des Optionsscheins geringer sein, als es der aktuelle Hebel anzeigt. Um das festzustellen, erweist sich das Delta in Verbindung mit dem Hebel als hilfreich. Man erhält durch Multiplikation mit dem aktuellen Hebel eine neue Hebelgröße, die sich in den Kurstabellen meist unter der Bezeichnung "Omega" ("Hebel effektiv") findet.
Ein Optionsschein mit einem aktuellen Hebel von 10 und einem Delta von 50% hat also "nur" ein Omega von 5, der Schein steigt also etwa um 5%, wenn die Basis um 1% steigt. Auch hier ist jedoch wieder zu beachten, daß sowohl das Delta und das Omega und die meisten anderen Kennzahlen sich ständig ändern. Trotzdem bietet das Omega ein relativ gutes Bild von den Chancen des entsprechenden Optionsscheins.


Im Gegensatz zum Handelsvolumen bei Aktien, kann der Anleger das Handelsvolumen von Optionsscheinen an der Börse eher vernachlässigen. Der Umsatz eines bestimmten Warrants ist nicht unbedingt ein Anzeichen für die Wahrscheinlichkeit, daß eine Order vom Anleger ausgeübt wird. Die Börsenregeln erlegen dem Emittenten der Warrants auf, einen Market Maker zu bestimmen, der eine aktive Rolle übernimmt. Er muss kontinuierlich Geld- und Briefkurse - wie zum Beispiel auch beim Aktienhandel auf Xetra üblich - stellen. Somit kann der Anleger in der Regel davon ausgehen, daß sein Kauf- oder Verkaufsorder an der Börse auch ausgeführt wird, wenn er sich an den von dem Emittenten gestellten Geld- und Briefkursen des Warrants orientiert.

Noch ein Wort zum Emittenten. Gerade der Optionsscheinmarkt ist ein heißumkämpfter Markt um den Kunden. Und darum machen Sie sich ruhig einmal die Mühe und vergleichen Sie bei ähnlichen Scheinen auf einen Basiswert die verschiedenen Angebote der Emittenten! Achten Sie auf den Kundenservice (Kurse im Videotext, Prospekte, Kundentelefon). Und schauen Sie vor allem auf die Eckdaten des Scheines. Wenn die wichtigsten Daten (Strike, Laufzeit, Bezugsverhältnis) des Scheines mit denen der Konkurrenzangebote übereinstimmen, dann nehmen Sie lieber den Schein mit der geringsten Geld- und Briefspanne.


Gruß
Happy End
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Technology All Share (Performance) Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
11 535 Elmos Semiconductor Jorgos Highländer49 06.05.26 11:09
  15 Hallo Agilent-Aktionäre Anke Mankanke MrTrillion3 19.04.26 02:09
11 1.124 USU Software --- Cashwert fast auf ATL -- Lalapo MrTrillion3 15.07.25 14:19
10 2.240 RENESOLA startet Lapismuc SoIsses01 16.01.25 13:57

--button_text--