Onlinebroker starten Billigorder-Offensive
Selten war das Handeln für Anleger so günstig wie diesen Herbst - Citibank, DAB Bank und SBroker mit Sparpreisen
von Daniel Eckert
Berlin - Traden bis der Arzt kommt. Kaum jemals hatten deutsche Börsianer jemals die Möglichkeit, dies so billig zu tun wie in diesem Herbst. Denn eine ganze Reihe von Online-Brokern startet dieser Tage Rabattaktionen, mit denen ihre Kunden zum vermehrten Ordnern animieren wollen. Besonders Optionsscheine sollen den Anlegern schmackhaft gemacht werden.
Jüngstes Beispiel ist die Citibank: Die Tochtergesellschaft der amerikanischen Citigroup lockt mit kostenlosen Optionsschein-Transaktionen: Ab einem Volumen von 1000 Euro können verschiedene Warrants der Deutschen Bank für lau gehandelt werden. Die Aktion läuft in drei Phasen: bis zum 23. September umfasst sie so genannte Wave-Calls auf deutsche Aktien, vom 24. September bis zum 14. Oktober Hebelprodukte auf Aktien und Indices in Europa und vom 15. Oktober bis zum 5. November Hebelprodukte auf Aktien oder Indices sowie Hebelprodukte auf den Dollar. "Mit der Aktion wollen wir erreichen, dass unsere Kunden unser Angebot besser kennen lernen", sagt Rüdiger Stahlschmidt, Sprecher der Citibank.
Bei soviel Aktivität auf Seiten der Citibanker wollen die wichtigsten Konkurrenten auf dem hart umkämpften Markt für Online-Ordern nicht nachstehen: Bei der Sparkassen-Tochter SBroker sind es Optionsscheine der HSBC, die zum Nulltarif ge- und verkauft werden können. Ebenso wie bei Citibank ist die Voraussetzung allerdings, dass mindestens 1000 Euro umgesetzt werden. Ansonsten schlagen die üblichen S-Broker Transaktionskosten zu Buche.
Auch die DAB Bank wird bald eine Aktion so recht nach dem Geschmack von Tradern starten. Vom 13. September bis zum 15. Oktober können Kunden des Discountbrokers mit Derivaten der Deutschen Bank ihr Glück versuchen. Hier ist es allerdings unabhängig vom Ordervolumen eine Flatfee von 9,95 Euro, welche die Anlegern zum vermehrten Traden bringen sind. "Ähnliche Aktionen sind von unseren Kunden immer sehr positiv angenommen worden", sagt Carolin Amann von der DAB Bank.
Die Comdirect wiederum hat eine andere Strategie: Hier werden Neukunden mit einem minimalen Orderprovision von fünf Euro pro Online-Order umgarnt. Hinzu fallen für das erste Jahre keine Depotgebühren an, außerdem werden die Gebühren für einen Depotübertrag erstattet. Diese Aktion läuft noch bis zum 30. September. Danach wird der Online-Broker sein Preismodell ohnehin umstellen Zu Gunsten der aktiven Kunden. In dem neuen Preismodell ergeben sich die Transaktionskosten anders als in dem bisherigen Stufenmodells, indem die Gebühren nach Ordergröße gestaffelt waren (siehe Tabelle), aus einem Grundbetrag (4,90 Euro je Auftrag) plus 0,25 Prozent des Ordervolumen. Damit gleicht Comdirect sein Modell dem der Konkurrenten Cortal-Consors und DAB an.
Letzte im Bunde sind Cortal-Consors, die mit einer Aktion für den Abschluss eines Zertifikate-Sparplans werben. Wer bis zum 30. September einen Sparplan auf Index-Zertifikat, Rolling-Discount-Zertifikate oder Hedgefonds-Zertifikate abschließt, erhält dafür eine Prämie in Höhe von 25 Euro. Für die Online-Kunden lohnen sich derartige Marketingaktionen. Ähnlich wie die befristeten Angebote mit hohen Festgeldzinsen können dadurch Tausende Kunden gewonnen oder zumindest zum vermehrten Traden bewegt werde. So hat die Citibank allein dieses Jahr schon fünf Kampagnen wie die derzeitige gestartet. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, ausschließlich auf Grund eines kurzfristigen Angebots für einen Discountbroker zu entscheiden. "Entscheidend ist vielmehr, ob das gebotene Tarifmodell den eigenen Investmentgepflogenheiten entgegenkommt", sagt ein Berater. Tatsächlich sind Anbieter, die eine Depotgebühr verlangen (zum Beispiel Postbank Easytrade und SBroker) für Kunden, die sehr wenige Transaktionen durchführen, in der Regel unattraktiv. Häufig in kleinen Volumina tradende Börsianer sollten hingen Online-Banken auswählen, bei denen die Mindesttransaktionskosten pro Order niedrig sind.
Artikel erschienen am Sa, 4. September 2004
Welt.de
Selten war das Handeln für Anleger so günstig wie diesen Herbst - Citibank, DAB Bank und SBroker mit Sparpreisen
von Daniel Eckert
Berlin - Traden bis der Arzt kommt. Kaum jemals hatten deutsche Börsianer jemals die Möglichkeit, dies so billig zu tun wie in diesem Herbst. Denn eine ganze Reihe von Online-Brokern startet dieser Tage Rabattaktionen, mit denen ihre Kunden zum vermehrten Ordnern animieren wollen. Besonders Optionsscheine sollen den Anlegern schmackhaft gemacht werden.
Jüngstes Beispiel ist die Citibank: Die Tochtergesellschaft der amerikanischen Citigroup lockt mit kostenlosen Optionsschein-Transaktionen: Ab einem Volumen von 1000 Euro können verschiedene Warrants der Deutschen Bank für lau gehandelt werden. Die Aktion läuft in drei Phasen: bis zum 23. September umfasst sie so genannte Wave-Calls auf deutsche Aktien, vom 24. September bis zum 14. Oktober Hebelprodukte auf Aktien und Indices in Europa und vom 15. Oktober bis zum 5. November Hebelprodukte auf Aktien oder Indices sowie Hebelprodukte auf den Dollar. "Mit der Aktion wollen wir erreichen, dass unsere Kunden unser Angebot besser kennen lernen", sagt Rüdiger Stahlschmidt, Sprecher der Citibank.
Bei soviel Aktivität auf Seiten der Citibanker wollen die wichtigsten Konkurrenten auf dem hart umkämpften Markt für Online-Ordern nicht nachstehen: Bei der Sparkassen-Tochter SBroker sind es Optionsscheine der HSBC, die zum Nulltarif ge- und verkauft werden können. Ebenso wie bei Citibank ist die Voraussetzung allerdings, dass mindestens 1000 Euro umgesetzt werden. Ansonsten schlagen die üblichen S-Broker Transaktionskosten zu Buche.
Auch die DAB Bank wird bald eine Aktion so recht nach dem Geschmack von Tradern starten. Vom 13. September bis zum 15. Oktober können Kunden des Discountbrokers mit Derivaten der Deutschen Bank ihr Glück versuchen. Hier ist es allerdings unabhängig vom Ordervolumen eine Flatfee von 9,95 Euro, welche die Anlegern zum vermehrten Traden bringen sind. "Ähnliche Aktionen sind von unseren Kunden immer sehr positiv angenommen worden", sagt Carolin Amann von der DAB Bank.
Die Comdirect wiederum hat eine andere Strategie: Hier werden Neukunden mit einem minimalen Orderprovision von fünf Euro pro Online-Order umgarnt. Hinzu fallen für das erste Jahre keine Depotgebühren an, außerdem werden die Gebühren für einen Depotübertrag erstattet. Diese Aktion läuft noch bis zum 30. September. Danach wird der Online-Broker sein Preismodell ohnehin umstellen Zu Gunsten der aktiven Kunden. In dem neuen Preismodell ergeben sich die Transaktionskosten anders als in dem bisherigen Stufenmodells, indem die Gebühren nach Ordergröße gestaffelt waren (siehe Tabelle), aus einem Grundbetrag (4,90 Euro je Auftrag) plus 0,25 Prozent des Ordervolumen. Damit gleicht Comdirect sein Modell dem der Konkurrenten Cortal-Consors und DAB an.
Letzte im Bunde sind Cortal-Consors, die mit einer Aktion für den Abschluss eines Zertifikate-Sparplans werben. Wer bis zum 30. September einen Sparplan auf Index-Zertifikat, Rolling-Discount-Zertifikate oder Hedgefonds-Zertifikate abschließt, erhält dafür eine Prämie in Höhe von 25 Euro. Für die Online-Kunden lohnen sich derartige Marketingaktionen. Ähnlich wie die befristeten Angebote mit hohen Festgeldzinsen können dadurch Tausende Kunden gewonnen oder zumindest zum vermehrten Traden bewegt werde. So hat die Citibank allein dieses Jahr schon fünf Kampagnen wie die derzeitige gestartet. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, ausschließlich auf Grund eines kurzfristigen Angebots für einen Discountbroker zu entscheiden. "Entscheidend ist vielmehr, ob das gebotene Tarifmodell den eigenen Investmentgepflogenheiten entgegenkommt", sagt ein Berater. Tatsächlich sind Anbieter, die eine Depotgebühr verlangen (zum Beispiel Postbank Easytrade und SBroker) für Kunden, die sehr wenige Transaktionen durchführen, in der Regel unattraktiv. Häufig in kleinen Volumina tradende Börsianer sollten hingen Online-Banken auswählen, bei denen die Mindesttransaktionskosten pro Order niedrig sind.
Artikel erschienen am Sa, 4. September 2004
Welt.de