WIEN (schell). Die Preise für Treibstoffe befinden sich an den Rohstoffbörsen seit Tagen im freien Fall. Obwohl sich etwa der Preis für eine Tonne Eurosuper in den vergangenen Tagen um gut ein Fünftel reduziert hat, halten die Marktführer die Benzinpreise an den Zapfsäulen noch stabil. Üblicherweise reagieren die Konzerne bei Preisbewegungen an den Produktenmärkten von mehr als zehn Prozent. Derzeit, so verlautbart aus OMV und BP Austria, sei die Marktentwicklung allerdings noch zu unsicher. Zudem habe die Branche auch die Teuerung nach den Terror-Anschlägen in den USA nicht zu einer Anhebung der Preise genutzt, auch der Abstand zur europäischen Konkurrenz habe sich deutlich verringert. Als überraschend werden insbesondere die niedrigen Heizölpreise gewertet. Traditionell erreicht Heizöl insbesondere im September die höchsten Preise während des Jahres. Derzeit ist eine Tonne Heizöl allerdings um knapp ein Drittel günstiger als vor zwölf Monaten. Obwohl der Zeitpunkt für Zukäufe derzeit günstig scheint, warten viele Marktteilnehmer weiter zu. Offenbar wird damit gerechnet, daß sich die Preise noch weiter abschwächen werden. Auslöser dafür sind Spekulationen, wonach sich auch Rohöl weiter verbilligen könnte. Im Hause des Wiener Energiebrokers PVM International wird eine Abschwächung der Preise für ein Faß der Nordseemarke "Brent" auf bis zu 20 Dollar auch als realistisch bezeichnet. Diese Annahme stützt sich auf die im Zuge des fortschreitenden Wirtschaftsabschwungs schwächer erwartete Nachfrage. Zudem seien die Ängste von einer Verknappung der Nachfrage im Zuge eines militärischen Gegenschlags der USA im Nahen Osten gegen null gesunken. Mit Interesse wird das heute in Wien beginnende Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) erwartet. Zuletzt notierte ein Barrel sogar unter der Marke von 22 Dollar. Dies ist der derzeit von der Opec angestrebte Mindestpreis.