Mich würde ja mal interessieren was A-Tec zu diesem Deal sagt.
News - 25.06.07 20:44
Das Kapital: Marnette lässt sich Cumerio einiges kosten
Eine Firma, die gerade Rekordgewinne einfährt und deren Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um gut zwei Drittel gestiegen ist, kauft eine andere Firma, deren Aktie ebenso stark lief, einen guten Ruf genießt, und treibt so die Industriekonsolidierung voran. Weitere Themen in diesem Kapital: Gerry Weber und Frankreich.
Eine runde Sache, denkt man. Aber einige Details des Kaufs des belgischen Kupferproduzenten Cumerio durch den europäischen Marktführer Norddeutsche Affinerie (NA) verwundern. Warum jetzt? Cumerio ist vor rund zwei Jahren von der Konzernmutter Umicore abgespalten worden, nachdem diese trotz intensiven Suchens keinen Käufer gefunden hatte. Auch NA hatte damals Einblick in die Bücher, winkte aber ab.
Man hätte damals ein Drittel des heutigen Preises gezahlt. Doch nicht nur historisch, auch mit Blick auf die Zukunft könnte der Zeitpunkt schlecht gewählt sein. Der Kupfermarkt, insbesondere die Verhüttung und Weiterverarbeitung, befinden sich derzeit auf einem zyklischen Spitzenniveau - Analysten gehen für beide Firmen von einem Gewinnrückgang für 2008 aus. Entsprechend könnten also auch die Börsenbewertungen dieser Branche zurückgehen.
Damit zur zweiten Frage: Warum zu diesem Preis und in bar? Wie üppig das Angebot ist, hat die Börsenreaktion zweifach bestätigt: NA ging um 5,4 Prozent runter und Cumerio notiert knapp unter dem Gebotspreis - der Markt rechnet also mit keinem höheren Gebot. Mit 30 Prozent Prämie zu Cumerios Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate - rund 180 Mio. Euro - zahlt NA fast 50 Prozent mehr als die anvisierten jährlich Synergien von 15 bis 20 Mio. Euro heute diskontiert wert sind. Auch fragt man sich, warum NA nicht in eigenen Aktien bezahlt - die probateste Variante, wenn der eigene Sektor üppig bewertet ist.
Zumindest kann sich NA bei dem Preis sicher sein, dass die hohe geforderte Annahmequote von 80 Prozent auch erreicht wird.
Gerry Weber
Seit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Fiskalquartal 2006/07 hat die Aktie von Gerry Weber um 26 Prozent zugelegt, und das KGV auf Basis des geschätzten laufenden Gewinns ist von 13 auf 17 gestiegen. Da scheint eine Verschnaufpause angezeigt. Aber theoretisch hat die Aktie schon noch etwas Luft.
Dass die operative Marge im ersten Halbjahr bloß um 20 Basispunkte auf 8,8 Prozent gestiegen ist, hat angesichts der für das Gesamtjahr verheißenen zweistelligen Marge zunächst einige verdutzt. Doch spielt die Musik im zweiten Halbjahr, für das die Aufträge um 14,5 Prozent zugelegt haben. Derweil sollen die eigenen Läden erstmals schwarze Zahlen schreiben. Insofern bleiben die Ziele realistisch.
Die vielen geplanten eigenen und Franchiseläden, von denen man sich nach der Anlaufphase hohe Margen verspricht und die das Geschäft auf der bestehenden Verkaufsfläche angeblich nicht beeinträchtigen, sondern vielmehr die Kernmarke stärken, sind ein wesentlicher Bestandteil der ehrgeizigen Wachstumspläne der Modefirma, die ihren Umsatz seit 1988 verzehnfacht hat. Danach soll sich der Umsatz binnen fünf Jahren verdoppeln. Dabei soll die Marge auf 15 Prozent steigen, wobei neben Größenvorteilen - vor allem bei den Kollektionskosten - ein renditestarkes Lizenzgeschäft helfen soll, etwa mit Herrenmode und Accessoires. Gleichzeitig profitiert die Firma von der deutschen Steuerreform.
Auch wenn ein guter Teil der Ziele in den Analystenschätzungen reflektiert ist und das Enttäuschungspotenzial insofern eindeutig zugenommen hat, scheint das Verhältnis von Chancen zu Risiken noch einigermaßen in Ordnung. Das ist doch schon was dieser Tage.
Frankreich
Frankreich will den 32,4-Prozent-Anteil an France Telecom um bis zu sieben Prozentpunkte senken. Mit dem Erlös von 3,7 Mrd. Euro sollen Kredite getilgt werden. Bei Schulden von 1 200 Mrd. Euro - 63 Prozent des BIP - ist das wenig. Doch der Verkauf könnte ein erster Schritt von Nicolas Sarkozys Plan sein, die Schulden mit Maastricht zu vereinbaren.
Wetten sollte man darauf aber nicht. Es steht keine Privatisierungswelle bevor. Die Entscheidung über die Zukunft der Anteile an Firmen wie Gaz de France und Aéroports de Paris dürfte eher politisch als finanziell motiviert sein. Das gilt auch für die 87-Prozent-Beteiligung an Electricité de France. Steuervergünstigungen bei Wohnungskrediten und Überstunden, Senkung der Obergrenze bei Einkommen- und Vermögensteuer - Wahlversprechen wie diese könnten sogar zu mehr Schulden des Staates führen.
Morgan Stanley schätzt, dass die Maßnahmen heuer 11 Mrd. Euro, also 0,6 Prozent des BIP, kosten werden und danach 10 Mrd. Euro jährlich. Einzelheiten zur Finanzierung müssen bis zur Vorlage des Etats warten, und es könnte zu erheblichen Kürzungen etwa bei den Ausgaben für den öffentlichen Dienst kommen. Dennoch scheint es wahrscheinlich, dass das Defizit über die geschätzten 42 Mrd. Euro hinausgeht.
Quelle: Financial Times Deutschland
News druckenName Aktuell Diff.% Börse
NORDDEUTSCHE AFFINERIE AG Inhaber-Aktien o.N. 31,80 -5,44% XETRA
News - 25.06.07 20:44
Das Kapital: Marnette lässt sich Cumerio einiges kosten
Eine Firma, die gerade Rekordgewinne einfährt und deren Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um gut zwei Drittel gestiegen ist, kauft eine andere Firma, deren Aktie ebenso stark lief, einen guten Ruf genießt, und treibt so die Industriekonsolidierung voran. Weitere Themen in diesem Kapital: Gerry Weber und Frankreich.
Eine runde Sache, denkt man. Aber einige Details des Kaufs des belgischen Kupferproduzenten Cumerio durch den europäischen Marktführer Norddeutsche Affinerie (NA) verwundern. Warum jetzt? Cumerio ist vor rund zwei Jahren von der Konzernmutter Umicore abgespalten worden, nachdem diese trotz intensiven Suchens keinen Käufer gefunden hatte. Auch NA hatte damals Einblick in die Bücher, winkte aber ab.
Man hätte damals ein Drittel des heutigen Preises gezahlt. Doch nicht nur historisch, auch mit Blick auf die Zukunft könnte der Zeitpunkt schlecht gewählt sein. Der Kupfermarkt, insbesondere die Verhüttung und Weiterverarbeitung, befinden sich derzeit auf einem zyklischen Spitzenniveau - Analysten gehen für beide Firmen von einem Gewinnrückgang für 2008 aus. Entsprechend könnten also auch die Börsenbewertungen dieser Branche zurückgehen.
Damit zur zweiten Frage: Warum zu diesem Preis und in bar? Wie üppig das Angebot ist, hat die Börsenreaktion zweifach bestätigt: NA ging um 5,4 Prozent runter und Cumerio notiert knapp unter dem Gebotspreis - der Markt rechnet also mit keinem höheren Gebot. Mit 30 Prozent Prämie zu Cumerios Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate - rund 180 Mio. Euro - zahlt NA fast 50 Prozent mehr als die anvisierten jährlich Synergien von 15 bis 20 Mio. Euro heute diskontiert wert sind. Auch fragt man sich, warum NA nicht in eigenen Aktien bezahlt - die probateste Variante, wenn der eigene Sektor üppig bewertet ist.
Zumindest kann sich NA bei dem Preis sicher sein, dass die hohe geforderte Annahmequote von 80 Prozent auch erreicht wird.
Gerry Weber
Seit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Fiskalquartal 2006/07 hat die Aktie von Gerry Weber um 26 Prozent zugelegt, und das KGV auf Basis des geschätzten laufenden Gewinns ist von 13 auf 17 gestiegen. Da scheint eine Verschnaufpause angezeigt. Aber theoretisch hat die Aktie schon noch etwas Luft.
Dass die operative Marge im ersten Halbjahr bloß um 20 Basispunkte auf 8,8 Prozent gestiegen ist, hat angesichts der für das Gesamtjahr verheißenen zweistelligen Marge zunächst einige verdutzt. Doch spielt die Musik im zweiten Halbjahr, für das die Aufträge um 14,5 Prozent zugelegt haben. Derweil sollen die eigenen Läden erstmals schwarze Zahlen schreiben. Insofern bleiben die Ziele realistisch.
Die vielen geplanten eigenen und Franchiseläden, von denen man sich nach der Anlaufphase hohe Margen verspricht und die das Geschäft auf der bestehenden Verkaufsfläche angeblich nicht beeinträchtigen, sondern vielmehr die Kernmarke stärken, sind ein wesentlicher Bestandteil der ehrgeizigen Wachstumspläne der Modefirma, die ihren Umsatz seit 1988 verzehnfacht hat. Danach soll sich der Umsatz binnen fünf Jahren verdoppeln. Dabei soll die Marge auf 15 Prozent steigen, wobei neben Größenvorteilen - vor allem bei den Kollektionskosten - ein renditestarkes Lizenzgeschäft helfen soll, etwa mit Herrenmode und Accessoires. Gleichzeitig profitiert die Firma von der deutschen Steuerreform.
Auch wenn ein guter Teil der Ziele in den Analystenschätzungen reflektiert ist und das Enttäuschungspotenzial insofern eindeutig zugenommen hat, scheint das Verhältnis von Chancen zu Risiken noch einigermaßen in Ordnung. Das ist doch schon was dieser Tage.
Frankreich
Frankreich will den 32,4-Prozent-Anteil an France Telecom um bis zu sieben Prozentpunkte senken. Mit dem Erlös von 3,7 Mrd. Euro sollen Kredite getilgt werden. Bei Schulden von 1 200 Mrd. Euro - 63 Prozent des BIP - ist das wenig. Doch der Verkauf könnte ein erster Schritt von Nicolas Sarkozys Plan sein, die Schulden mit Maastricht zu vereinbaren.
Wetten sollte man darauf aber nicht. Es steht keine Privatisierungswelle bevor. Die Entscheidung über die Zukunft der Anteile an Firmen wie Gaz de France und Aéroports de Paris dürfte eher politisch als finanziell motiviert sein. Das gilt auch für die 87-Prozent-Beteiligung an Electricité de France. Steuervergünstigungen bei Wohnungskrediten und Überstunden, Senkung der Obergrenze bei Einkommen- und Vermögensteuer - Wahlversprechen wie diese könnten sogar zu mehr Schulden des Staates führen.
Morgan Stanley schätzt, dass die Maßnahmen heuer 11 Mrd. Euro, also 0,6 Prozent des BIP, kosten werden und danach 10 Mrd. Euro jährlich. Einzelheiten zur Finanzierung müssen bis zur Vorlage des Etats warten, und es könnte zu erheblichen Kürzungen etwa bei den Ausgaben für den öffentlichen Dienst kommen. Dennoch scheint es wahrscheinlich, dass das Defizit über die geschätzten 42 Mrd. Euro hinausgeht.
Quelle: Financial Times Deutschland
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NORDDEUTSCHE AFFINERIE AG Inhaber-Aktien o.N. 31,80 -5,44% XETRA
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