Das läuft eigentlich ganz "einfach". Ab 2017 wird dann die Bundesnetzagentur wohl 4 bis 6 Auktionen im Jahr über je 600 bis 700 MW durchführen. Hier kann sich jeder Projektierer/Investor bewerben und für sein Projekt einen Strompreis angeben mit dem er den Windstrom verkaufen möchte. Die billigsten kommen dann zum Zug bis das Kontingent voll ist.
Eigentlich alles recht logisch, aber dieses System hat zwei große Probleme. Erstens sind die Vorlaufszeiten für Windprojekten mit gut und gerne 3 Jahre sehr lang und so ist es für kleinere Investoren (Bürgerwindparks/Genossenschaften/Stadtwerke) ein sehr hohes Risiko wirklich ein Projekt zu entwickeln (Vorprojektierkosten für Windparks mit 4 Windräder zwischen 250.000 bis 500.000 €), denn man weiß ja nicht ob man überhaupt zum Zug bei der Auktion kommt. Im Umkehrschluss würde das dann wohl bedeuten, dass nur große Projektierer an den Auktionen teilnehmen, denn die können das Risiko streuen und haben ja genug Know How bei der Projektentwicklung.
Zweitens besteht natürlich die Gefahr, dass ein Windpark nicht umgesetzt wird obwohl er durch die Auktion zum Zug gekommen ist, weil der angegebene Stromverkaufspreis nicht gehalten werden kann bzw. weil der Antragsteller einen sehr aggressiven Preis angegeben hat um einen Zuschlag zu bekommen, der aber nicht realisiert werden kann..
Das nur mal ganz kurz. Viel ausführlicher gib es das vom deutschen Bundesverband WindEnergie:
www.wind-energie.de/sites/default/files/...407_hyperlinks.pdf
Wobei aber derzeit noch vieles unklar ist. Gibt ja nur ein Eckpunktepapier und bis alles genau feststeht wird es wohl noch gut und gerne bis Mitte 2016 dauern.
So könnte die deutsche Regierung nach EU-Recht z.B. beschließen, dass Windparks mit nur 3 Turbinen weiter feste Einspeisevergütungen erhalten. Auch ist noch nicht klar wie denn zwischen küstennahen Standorten und im Binnenland bei den Auktionen unterschieden wird. Möglich wäre das derzeitige Referenzmodell, denn wenn es da zu keinem Unterscheid kommen sollte, dann würden Windparks im Binnenland wohl kaum noch ein Chance haben. Welche Sicherheitsleistungen abgegeben werden müssen um überhaupt an der Auktion teilnehmen zu dürfen ist ebenso noch unklar wie auch wie weit die Projekte schon entwickelt sein müssen.
Es gibt in vielen Ländern Ausschreibungsmodelle: Indien, Brasilien, Chile, oder Südafrika. Mal funktioniert es gut, mal nicht.
Alle Projekte, die bis Ende 2016 eine Baugenehmigung haben bzw. eine BImSchG-Genehmigung bekommen haben, erhalten nach wie vor feste Einspeisevergütungen, wenn sie bis Ende 2018 realisiert sind. Heißt dann im Umkehrschluss, dass sich das Auktions/Ausschreibungsmodell erst so ab Anfang 2018, vielleicht auch erst Mitte 2018 richtig bemerkbar machen wird. Dann aber deutlich und dann wird es in Deutschland bei Onshore-Wind wieder zu einem normalen Zubauniveau (etwa 2,5 bis 3 GW) kommen und 4 GW im Jahr werden dann Geschichte sein.
Bei Nordex sehe ich aktuell den Deutschlandabsatzpeak im kommenden Jahr mit um die 600 MW (2014: 412 MW/2015 von mir erwartet um die 500 MW). Das geben jedenfalls meine Projektlisten leicht her und für 2017 sieht es eigentlich momentan auch nicht allzu schlecht aus, wenn ich meine Liste mit den sich aktuell befindlichen deutschen Windparkprojekten mit Nordex-Turbinen anschaue. Es wird auch sehr viel darauf ankommen wie sich die N131 verkaufen lässt, denn die ist bei den Anlagen für Schwachwind und mittelstarken Wind mit das beste was es auf dem Markt gibt.
Wenn ich schon beim deutschen Markt bin, dann hier ein Artikel von heute zum aktuell größten sich im Bau befindlichen deutschen Windpark mit Nordex-Turbinen (33,6 MW großer Windpark "Ochsenberg" mit 14 N117 auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg für die Fa. Blauwind):
www.swp.de/heidenheim/lokales/...usweichen;art1168195,3492379
("KREIS HEIDENHEIM - Schwertransport muss wegen Unfall ausweichen")