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10.09.2011 08:00 Uhr
Nordex: Das Schlimmste ist eingepreist
Werner Sperber
Die Aktien von Nordex sind derzeit wenig begehrt, obwohl Windkraft benötigt wird, um aus der Atomkraft auszusteigen. Zudem spricht das Engagement von Großaktionärin Susanne Klatten für das Unternehmen. Analysten sehen das derzeit allerdings etwas anders.
Susanne Klatten beziehungsweise ihre Anlagefirma Skion/Momentum Capital hat rund 765.000 Aktien von Nordex beziehungsweise 1,04 Prozent des Kapitals gekauft. Damit erhöhte die Großaktionärin ihren Anteil an der Windkraft-Firma mit Vorstands-Sitz in Hamburg von 23,95 auf 24,99 Prozent, blieb also etwas unterhalb der Grenze für die Sperrminorität. Die Analysten der WGZ Bank ließ diese Transaktion unbeeindruckt. Sie bestätigten ihre Einstufung für die Aktie mit "Verkaufen" und ihr Kursziel von vier Euro. Sven Diermeier, Analyst von Independent Research, sehe in dem Kauf ebenfalls kein Signal für positive Zukunftsperspektiven von Nordex. Aufwärtsimpulse könne die Aktie nur dann erhalten, wenn der Vorstand Partner für das Asien- und das Offshore-Geschäft finden würde. Diermeier beließ es ebenfalls bei seinem Rating von "Verkaufen" und seinem Kursziel von vier Euro. Die Analysten der Deutschen Bank erklärten, die hätten die schwierigen kurzfristigen Geschäftsperspektiven eingepreist und erhöhten ihr Votum von "Sell" auf "Hold", beließen ihr Kursziel allerdings bei vier Euro.
"2012 wird besser"
Die Analysten der Unicredit erinnern an den beständigen Margendruck in der Windkraft-Industrie. Nordex benötige eine kritische Masse, um mittelfristig bestehen zu können. Der Vorstand suche zwar nach Partnern, allerdings gebe es keine Anzeichen, dass Susanne Klatten gewillt sei, eine Änderung in der Eigentümerstruktur hinzunehmen. Das Management möchte die Kosten um 50 Millionen Euro senken, um im kommenden Jahr wieder die angepeilte EBIT-Marge von vier Prozent zu erreichen. Diese Gewinnspanne dürfte im laufenden Jahr aufgrund von Rückgängen bei den Preisen und der Gewinnspanne deutlich verfehlt werden. Die Analysten schätzen das Ergebnis pro Anteilschein für dieses Jahr auf minus 0,01 Euro und für nächstes Jahr auf 0,20 Euro. Die Experten bestätigten ihre Einstufung für die Aktie mit "Hold", reduzierten allerdings ihr Kursziel von sechs auf vier Euro.
Kein Kaufgrund
Insgesamt haben die Analysten ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie für dieses Jahr deutlich gesenkt, für nächstes Jahr beibehalten und für 2013 sogar erhöht. Sie schätzen diese Werte nun auf 0,10 Euro, 0,27 Euro und 0,45 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 41, von 15 und von 9. DER AKTIONÄR sieht weiterhin keinen Grund, einzusteigen.