Noch nicht genug Pessimismus gegen den Euro


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DarkKnight:

Noch nicht genug Pessimismus gegen den Euro

 
19.03.01 12:58
Interessanter Kommentar, wie üblich aus der BZ

Wie man aus einer angezählten Währung wieder einen Shooting Star macht, hat Alan Greenspan in den vergangenen beiden Monaten gezeigt. Die Sorgen um den Zustand der US-Konjunktur sind zwar mitnichten verschwunden, doch der Dollar sonnt sich im Vertrauen in die Fed. Die Kursrally des Euro zum Dollar endete fast zeitgleich mit dem ersten überraschenden Zinsschritt der Fed Anfang Januar.
Dennoch wäre es verfehlt, von Dollar-Stärke zu sprechen. Fundamental spricht derzeit nichts für einen hohen Außenwert der US-Währung - schon gar nicht in Relation zum Euro. Vielmehr steckt der Euro mal wieder fest im Sumpf aus zu viel Optimismus. Zu viel Optimismus seitens der Europäischen Zentralbank, was den Konjunkturverlauf in Euroland betrifft, aber auch zu viel Optimismus hinsichtlich des Aufwärtspotenzials der Gemeinschaftswährung.

So grotesk es auch anmuten mag, wahrscheinlich hätte der Euro am Donnerstag die für Charttechniker so bedeutsame 200-Tages-Linie nicht nach unten durchbrochen, wenn die EZB die Zinsen gesenkt hätte. Während Alan Greenspan als personifizierte US-Notenbank noch immer das Vertrauen genießt, das "V" hinzubiegen, gerät die EZB immer stärker unter Druck. Ohne Zinssenkungen riskiert sie, den Konjunkturmotor auch in Euroland ins Stottern zu bringen. Das Argument ist per se zwar richtig, doch sind der EZB die Hände in Sachen Zinssenkung vorerst gebunden, da sie vornehmlich dem Ziel der Preisstabilität verpflichtet ist. Und je schwächer der Außenwert des Euro, desto größer werden die Gefahren der importierten Inflation.

Die Devisenmarktakteure interessiert das Dilemma der EZB allerdings wenig. Für sie zählt die Gefahr der konjunkturellen Abschwächung in Europa, einhergehend mit der Hoffnung einer im zweiten Halbjahr einsetzenden Erholung der US-Wirtschaft, was dem "V" entspräche - dank aggressiver Zinssenkungen seitens der Fed. Dass die Wirtschaft Eurolands in diesem Jahr trotz aller Prognoserevisionen schneller wachsen wird als jene der USA, spielt dabei keine Rolle.

Mit Erstaunen muss man allerdings auch zur Kenntnis nehmen, dass die Baisse an den Aktienmärkten dem Euro nicht auf die Beine hilft. Zwar beteuern große Investmenthäuser seit Jahresbeginn das Outperformance-Potenzial europäischer Aktien gegenüber anderen Regionen, die Fondsgelder fließen aber aus dem Euroraum ab.

Seit der Einführung des Euro sprach selten so viel für seine dauerhafte Aufwertung. Und darin mag momentan auch der Grund für seine erneute Schwäche liegen. Ein bisschen mehr Pessimismus könnte nicht schaden.

Mein pers. Fazit: Gerade im Zusammenhang mit der bereits von Stox und mir mehrfach erwähnten Sensibilität des Dollar/Yen Themas wird Greenspan alles daran setzen um eine nachhaltige Schwächung des $ zu vermeiden, d. h. er wird die Erwartungen des Marktes bzgl. Zinssenkungen anders als früher so schnell und so vollständig wie möglich erfüllen (Argumente schon seit Dez. mehrmals gepostet, keinen Bock auf eiwge Wiederholungen) 0,75% bleibt nunmehr auch für mich Favorit



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