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Nicht einer Zahl allein vertrauen


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utimacoSecur.:

Nicht einer Zahl allein vertrauen

 
26.03.07 20:23


von Martin Diekmann

Die Volatilität ist für Fonds ein wichtiges Risikomaß - doch Anleger sollten noch weitere Kennziffern im Blick haben.

Bei der Auswahl eines Fonds achten die meisten Anleger nach wie vor in erster Linie auf die Performance. An der Wertentwicklung lässt sich auf einen Blick ablesen, wie der Manager des Fonds im Vergleich mit anderen Produkten abgeschnitten hat. Anleger, die sich von diesem Kriterium leiten ließen, griffen in den vergangenen Jahren häufig zu Aktienfonds Emerging Markets, da diese sehr hohe Renditen abwarfen.

Wie sich später zeigte, war diese Entscheidung oft nicht die glücklichste. Denn hohe Renditen gehen in der Regel einher mit hohen Schwankungen oder - wie es in der Fachsprache heißt - mit hohen Volatilitäten.

In der Praxis gilt eine hohe Volatilität zwar als Synonym für große Gewinnchancen, gleichzeitig ist sie aber auch ein Indiz für erhebliche Risiken. Was die Volatilität bei einzelnen Fondstypen betrifft, können sich Anleger an einigen Faustregeln orientieren. Nischen- und Brancheninvestments wie Schwellenländer- oder Technologiefonds sind fast immer volatiler als breit streuende Aktienfonds. Letztere wiederum schwanken stärker als Rentenfonds. Die geringste Volatilität weisen Geldmarktfonds auf, den Preis dafür zahlen Anleger in Form extrem niedriger Renditen.

Erhebliche Abweichungen

Nach Angaben des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) wiesen Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Deutschland auf Sicht der vergangenen zehn Jahre eine Volatilität von 23,4 Prozent auf. Das bedeutet, dass diese Fonds im Durchschnitt 23,4 Prozent um ihre in diesem Zeitraum erzielte Rendite schwankten. Innerhalb der Gruppe der Aktienfonds gibt es jedoch erhebliche Abweichungen. So weist der HSBC Trinkaus Special INKA, der schwankungsärmste Fonds der Vergleichsgruppe Aktien Deutschland über zehn Jahre, mit einer Wertentwicklung von 144,3 Prozent nur eine Volatilität von 16,5 Prozent auf. Am stärksten schwankte der Nestor-Deutschland-Fonds mit 28,2 Prozent, kommt dabei aber nur auf eine kumulierte Performance von 34,6 Prozent. Während der HSBC-Fonds zu den fünf performancestärksten gehört, liegt das Nestor-Produkt auf dem vorletzten Platz der Vergleichsgruppe.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Aktienfonds mit internationaler Ausrichtung. Hier liegt die Durchschnittsvolatilität bei 18,1 Prozent. Der am stärksten schwankende Fonds mit einer Volatilität von 29,1 Prozent, der Metzler Wachstum International, liegt mit einer kumulierten Wertentwicklung von minus fünf Prozent auf dem vorletzten Platz. Der schwankungsärmste, der MC International, erreicht eine Gesamtperformance von 62,7 Prozent, kommt damit über einen Mittelfeldplatz jedoch nicht hinaus. Der erfolgreichste Fonds, der DWS Vermögensbildungsfonds I, wiederum weist über denselben Zeitraum eine Wertentwicklung von 236,9 und eine Volatilität von 19,2 Prozent auf.

"Die Zahlen zeigen, dass die Volatilität für Anleger nur eine begrenzte Aussagekraft hat", sagt Christian Schreckeis, Fondsspezialist beim österreichischen Brancheninformationsdienst e-fundresearch.com. Er empfiehlt Anlegern deshalb, eher auf die sogenannte Sharpe Ratio zu schauen. Diese zeigt die Überschussrendite eines Fonds an unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos. Unter Überschussrendite versteht man dabei die über eine risikolose Geldanlage - in der Regel Festgeld - hinausgehende Rendite. "Eine Sharpe Ratio größer null zeigt an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde", erläutert Schreckeis. "Je größer die Sharpe Ratio, desto besser ist das Verhältnis der Mehrrendite zum eingegangenen Risiko."

Wann die Information Ratio aussagekräftig ist

Da die Sharpe Ratio als Gesamtrisiko im Nenner aber nur die Volatilität nutzt, ist es nicht möglich, den Grad der Diversifikation der jeweiligen zu vergleichenden Portfolios zu berücksichtigen. "Die Sharpe Ratio eignet sich deshalb nur für den Fall, dass ein Investor sein ganzes Geld in einen einzigen Fonds steckt", sagt Roland Kölsch, Fondsmanager für Sustainable and Responsible Investments bei Dexia Asset Management. Aussagekräftiger sei deshalb die sogenannte Information Ratio, so Kölsch. "Die Information Ratio zeigt die Überrendite im Vergleich zum Tracking Error, der Abweichung eines Fonds von der durchschnittlichen Entwicklung vergleichbarer Fonds. Die Kennzahl ist für einen direkten Vergleich sehr gut geeignet, da sie genau angibt, ob ein Fondsmanager für seine Abweichung gegenüber dem Index entsprechend belohnt wird." Je höher die Kennzahl ausfällt, desto erfolgreicher agiere das Management.

Allerdings birgt die Information Ratio ein Problem: Während man Angaben zur Sharpe Ratio zumindest bei einigen Datenanbietern wie etwa Morningstar und e-funddata finden kann, sucht man nach der Information Ratio auf den gängigsten Websites oft vergeblich.

Gruß

uS
Moderation
Zeitpunkt: 31.03.07 20:18
Aktion: Forumswechsel
Kommentar: der Thread ist hier besser aufgehoben ;-)

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Antworten
utimacoSecur.:

Fonds-Check verhindert Enttäuschung

 
31.03.07 11:12

von Martin Diekmann

In Deutschland sind Tausende von Investmentfonds zugelassen. Die meisten Anleger fühlen sich bei der Suche nach dem passenden Produkt überfordert. Doch verschiedene Kriterien helfen, das optimale Investment zu finden.


Das hat wohl fast jeder Anleger schon einmal erlebt: Wer sich auf die Suche nach einem Investmentfonds macht und vor dem riesigen Angebot von mehr als 6000 Produkten steht, reagiert reflexartig mit dem Ausspruch: "Wie soll ich da den richtigen finden?" Zugegeben, leicht ist die Aufgabe nicht. Doch zum Glück gibt es ein paar Kriterien, an denen sich Anleger orientieren können, um eine gute Wahl zu treffen.

Die meisten Anleger suchen ihre Fonds allein nach der Wertentwicklung aus und nutzen dabei die berühmt-berüchtigten Performance-Ranglisten. Das hat seine Tücken, denn Ranglisten sind nur eine Momentaufnahme, die noch dazu ausschließlich die Vergangenheit beleuchtet. Oft sehen die Tabellen nur einen Monat später bereits ganz anders aus.

Risikobereitschaft berücksichtigen

Außerdem zeigen verschiedene Studien, dass die Spitzenreiter eines Jahres in den folgenden Jahren sogar oft überdurchschnittlich schlecht abschneiden. "Häufig hängt dies mit guten Zufallsinvestments zusammen, die der Fondsmanager unter erhöhtem Risiko eingegangen ist", erläutert Holger Bufe, Geschäftsführer der Hamburger Vermögen, Gesellschaft für privates Vermögensmanagement. "Davon profitiert der Fonds dann viele Jahre in Performance-Vergleichen", sagt Bufe.

"Dabei kommt es bei einem Fonds nicht allein auf die Rendite an", sagt Andrej Brodnik, Leiter des Frankfurter Büros von Blackrock Merrill Lynch Investment Managers. "Wichtig ist daneben das Risiko, das ein Fondsmanager eingeht und das unbedingt zur eigenen Risikobereitschaft passen sollte." Aus diesem Grund ist auch ein Blick auf den Chart eines Fonds nur bedingt hilfreich. Denn der sagt nichts über das Anlagegebiet und gewährt in der Regel nur einen groben Einblick in Anlagestil und Risikoneigung.

Auf Währung achten

"Zudem müssen Anleger unbedingt auf die Währung achten, in der der Chart dargestellt ist", sagt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters SJB Fonds Skyline im rheinischen Korschenbroich. Denn ob es sich um Dollar oder Euro handelt, macht einen großen Unterschied.

"So weist beispielsweise der Zehn-Jahres-Chart des Pioneer Fund die Wertentwicklung in Dollar mit 130,52 Prozent aus, in Euro aber nur mit 99,84 Prozent." Vorsicht ist auch geboten, wenn man zwei Fonds miteinander vergleicht, die in verschiedenen Währungen notieren: "Das kommt dem viel zitierten Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen sehr nahe", sagt Bennewirtz.

Besonders verbreitet ist bei Anlegern auch der Irrglaube, bei auf Euro lautenden Fonds seien Währungsverluste ausgeschlossen. Dabei hängt das Währungsrisiko nicht von der Anlagewährung ab, sondern einzig und allein von den im Fonds enthaltenen Wertpapieren.

"Investiert ein Fondsmanager in außereuropäische Staatsanleihen oder auch in Aktien von Unternehmen außerhalb der Euro-Zone, geht er ein Wechselkursrisiko ein - es sei denn, er sichert seine Anlagen entsprechend ab", sagt Brodnik. "Viele Produkte werden deshalb währungsgesichert auf Euro-Basis angeboten."

Gut diversifizieren

Auch alles auf eine Karte zu setzen ist keineswegs sinnvoll. Wer nur in einen einzigen Fonds investiert, geht ein hohes Risiko ein und sollte zumindest ein Produkt aussuchen, dessen Manager seine Anlagen möglichst breit streut. Erste Wahl ist in diesem Fall ein international investierender Aktienfonds oder ein gut diversifizierter Dachfonds. Weitaus besser ist es jedoch, das Ersparte auf verschiedene Fonds aufzuteilen.

Die sollten keineswegs alle von einer Gesellschaft stammen. Denn kein Anbieter ist in allen Anlagegebieten stark. Vielmehr hat jede Investmentgesellschaft besondere Kenntnisse. Einige legen ihren Schwerpunkt auf Europa, andere auf Asien und wieder andere sind im Rentenbereich sehr gut. Es ist deshalb ein Fehler, ausschließlich auf den Berater bei Bank oder Sparkasse zu hören, denn der hat oftmals großes Interesse, die hauseigenen Produkte zu verkaufen.

Neulinge vermeiden

Auch ganz neue Fonds sind keineswegs immer eine gute Wahl. Denn häufig trauen sich die Gesellschaften erst dann mit einem neuen Thema aus der Deckung, wenn sie sich eine entsprechende Nachfrage erhoffen.

Die ist meist dann gegeben, wenn es im jeweiligen Markt über einen längeren Zeitraum hinweg gutes Geld zu verdienen gab - und der Großteil der Gewinne dementsprechend bereits gemacht wurde. Zum anderen vergehen oft Monate, bis sich die Idee für einen neuen Fonds tatsächlich in einem fertigen Produkt niederschlägt.

Weiterer Irrtum: Bei einem Fondssparplan schützt der Cost-Average-Effekt vor Kursverlusten. Wer regelmäßig einen festen Betrag in einen Fonds einzahlt, kauft bei niedrigen Preisen relativ viele und bei hohen Preisen relativ wenige Anteile.

Dieser sogenannte Cost-Average-Effekt sorgt zwar für einen günstigen Durchschnittspreis beim Einkauf der einzelnen Anteile. Das bereits in der Vergangenheit in diesem Fonds angesammelte Vermögen kann er jedoch nicht vor Verlusten schützen. Deshalb sollten Anleger drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Verkauf der Anteile mit ersten Umschichtungen in weniger schwankungsanfällige Fonds beginnen.

Kostenunterschiede ausnutzen

Einen Fehler begeht auch, wer krampfhaft nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt sucht. Denn den zu finden ist praktisch unmöglich. "Durch den Versuch, den Markt zu timen, verpassen viele Anleger den günstigsten Einstiegszeitpunkt und investieren dann viel zu spät", erläutert Bufe. "In der Konsequenz laufen sie den Kursen hinterher und investieren letztlich viel zu teuer."

Schließlich sollten auch die laufenden Kosten keineswegs vernachlässigt werden. Denn für einen langfristig orientierten Anleger macht es einen großen Unterschied, ob er jährlich ein oder zwei Prozent Verwaltungsgebühr bezahlt. Auf lange Sicht macht sich nämlich selbst ein geringer Renditeunterschied überproportional bemerkbar.

Wer zum Beispiel einmalig 10.000 Euro über eine Dauer von 25 Jahren investiert, hat am Ende bei einer Durchschnittsrendite von acht Prozent knapp 60 Prozent mehr auf dem Konto als bei einer Anlage mit einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent.

Gruß

uS
Antworten
BeMi:

Endlich

 
31.03.07 11:37
mal ein Thread mit Niveau,
aber darauf gibt es kaum Resonanz,
weil in den beiden Postings fast
alles zum Thema gesagt wurde.

Grüsse
B.
Antworten
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