Chartanalysen
Nordex Vom Loser zur Silvesterrakete?
[10:20, 30.12.10]
Von Franz-Georg Wenner, Lars Winter
Kein Zweifel – mit einem Kursverlust von 47 Prozent seit Jahresbeginn zählen die Papiere von Nordex zu den großen Enttäuschungen im TecDAX. Viele Fondsmanager räumen die Loser aus ihren Depots. Für Trader können sich gute Chancen ergeben – wie bei Nordex.
Alle Jahre wieder sorgt das Window Dressing kurz vor Jahresschluss an den Börsen noch einmal für Gesprächsstoff. Fondsmanager kaufen gerne noch die Gewinneraktien des Börsenjahrgangs 2010, um ihre Depots zum Jahresende hin aufzuhübschen. Da die Jahresendbestände in den Rechenschaftsberichten der Fondsgesellschaften ausgewiesen werden müssen, können sie ihren Kunden auf diese Weise vorgaukeln, sie hätten aufs richtige Pferd gesetzt.
Was viele Anleger nicht wissen: Das als Window Dressing bekannte Phänomen gilt auch umgekehrt: Die Aktien mit den größten Kursverlusten werden noch vor Jahresende aus den Depots geräumt. Denn welcher Fondsmanager will schon zugeben, dass er auf TecDAX-Nieten wie Nordex gesetzt hat? Dann schlägt die Stunde der Trader, da sich für sie mitunter prima Chancen auf kurzfristige Gewinne ergeben. Denn wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, kaufen viele Profis Anfang Januar des Folgejahrs die Loser zurück.
Anzeige
Kurzfristiger Chart auf Stundenbasis
Einer der Kandidaten ist Nordex. Nachdem der Wert im November kräftig von sieben Euro auf bis zu 4,24 Euro absackte, scheint der Ausverkauf nun vorerst gestoppt zu sein. Denn auf den kräftigen letzten Kursrutsch von Ende November folgte eine ebenso dynamische Erholung in der Form eines „V“. Auch ein zweiter Rückschlag Anfang Dezember wurde bei Kursen um 4,70 Euro wieder aufgekauft. Danach kam es zu einer Rally bis knapp an die runde Marke von sechs Euro. In der zweiten Dezemberhälfte setzen wieder Gewinnmitnahmen ein, wobei die Unterstützung bei fünf Euro erfolgreich getestet wurde. Aktuell läuft der Wert in einem noch sehr kurzfristigen Aufwärtskanal mit einer unteren Begrenzung bei 5,35 Euro und einem Limit um 5,76 Euro. Sollte die Aufwärtstendenz sich fortsetzen, liegt das nächste Ziel bei sechs Euro.
Hier fällt eine wichtige Entscheidung: Entweder setzen erneut Gewinnmitnahmen ein, oder es kommt zu einem Durchbruch mit guten Chancen auf eine Rally bis an den harten Widerstand bei 6,60 Euro. Wer mitzocken möchte, sollte den Stoppkurs bei 4,90 Euro platzieren.