Neues aus dem "Woodstock für Kapitalisten."


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das Zentrum d.:

Neues aus dem "Woodstock für Kapitalisten."

 
30.04.01 09:18
In meinen Value-Threads habe ich immerwieder darauf hingewiesen, das ich der Investmentstragie von Warren Buffett nachgehen. Seine Erfolge mit Berkshire Hathaway sind einzigartig und herausragend. Es versteht sich somit von selbst, das ich die nachfolgende Meldung hier veröffentliche.


Warren Buffett ist auf der Suche nach Übernahmezielen

Omaha/Nebraska, 27. April (Bloomberg) -Der legendäre US- Investor Warren Buffett ist ,bereit und begierig", bis zu 20 Mrd. Dollar in Akquisitionen zu investieren. Aber interessante Unternehmen sind dünn gesät. Eine Suche in der Bloomberg- Datenbank auf der Basis früherer Übernahmen durch Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway Inc. und der Richtlinien, die er am 10. März in einem Brief an seine Investoren aufgestellt hat, bringt unter 370.000 Unternehmen nur acht mögliche Kandidaten hervor. Von diesen haben sieben eine Marktkapitalisierung von weniger als einer Mrd. Dollar. Zu den Kandidaten gehören unter anderem der Waggonhersteller Trinity Industries Inc. aus Dallas, der Lampenproduzent Genlyte Group Inc. aus Louisville, der Wohnmobilbauer Thor Industries Inc. aus Jackson Center in Ohio und der Uhren- und Sonnenbrillenhersteller Fossil Inc. aus Richardson in Texas.

An diesem Wochenende findet in Omaha/Nebraska die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt - Buffett nennt dieses Ereignis "Woodstock für Kapitalisten." Als günstiges Schnäppchen für die Aktionäre gibt es diesmal Cowboy-Siefel aus Krokodilleder mit dem Logo von Berkshire Hathaway - aus der Produktion der kürzlich übernommenen Justin Industries. Buffet, laut Forbes Magazin der viertreichste Amerikaner, hält 35 Prozent der Klasse Aktien von Berkshire, das entspricht einem Vermögen von 31,5 Mrd. Dollar.

Die Aktionäre machen sich immer einen Spaß daraus, zu erraten, welche Unternehmen demnächst das Berkshire-Portfolio bereichern werden. Buffett mag Versicherungen, Bauunternehmen und Anteile an Unternehmen wie American Express Co. ,Er schwimmt geradezu Geld", erklärt Stevin Hoover, Vorstandsvorsitzender von Hoover Capital Management aus Kansas City, Missouri. Hoover Capital hält ungefähr 26 Millionen Dollar an Berkshire. ,Aber es gibt immer noch so wenig geeignete Kandidaten."

Im letzten Jahr hat Berkshire acht Gesellschaften für acht Mrd. Dollar übernommen. ,Wir schwimmen immer noch in Liquidität und sind bereit und begierig, auch auf größere Akquisitionen", schrieb Buffett in einem Brief an seine Aktionäre. ,Je größer das Unternehmen, desto größer unser Interesse: Wir suchen nach einer Übernahmemöglichkeit im Bereich zwischen fünf und 20 Mrd. Dollar."

Buffett ist für Angebote von Übernahmekandidaten offen. In seinem Aktionärsschreiben zählt er nicht nur sechs Kriterien für die Aspiranten auf, sondern gibt auch seine Telefonnummer an. ,Wir garantieren vollständige Vertraulichkeit und eine schnelle Antwort - im allgemeinen innerhalb von fünf Minuten - ob wir interessiert sind", so Buffett. Allerdings werden ihm selten passende Firmen offeriert: ,Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, wenn wir ein Kaufinteresse für Collies bekunden, die Leute ankommen und uns ihre Cockerspaniel verkaufen wollen."

Buffett erwartet von den Kandidaten einen Gewinn vor Steuern von mindestens 50 Mio. Dollar, beständige Gewinne, eine ,gute" Eigenkapitalrendite und keine oder nur geringe Schulden, eine ,einfache Geschäftsidee", die Buffett verstehen kann und ein funktionierendes Management. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Preis. Bei den fünf börsennotierten Unternehmen, die Berkshire im letzten Jahr übernommen hat, lag das Kurs-Gewinn- Verhältnis am Freitag vor der Ankündigung der Übernahme im Schnitt bei 8,47. Bei der Suche in der Datenbank blieben daher Gesellschaften mit einem KGV von über 10 außen vor. Der Russell 3000 Index weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32 auf.

Anfang der Woche berichtete das Wall Street Journal, dass Buffett den Kauf von Versorgungsunternehmen erwäge. Keiner von ihnen erfüllt jedoch Buffetts Kriterien. Im März des letzten Jahres hatte Buffett mit der Übernahme von 76 Prozent von MidAmerican Energy Holdings Co. seinen ersten Vorstoß in die Versorgungsbranche gewagt.

Der Kandidat mit der geringsten Marktkapitalisierung bei der Bloomberg-Recherche war Thor Industries aus Jackson Center/Ohio. In Freizeitfahrzeuge hat Buffett bisher noch nie investiert, aber in der Transportbranche sammelte er mit der Übernahme von Executive Jet Inc. 1998 Erfahrung.

Im letzten Jahr übernahm Berkshire vor allem Baustoffhersteller wie den Isolierungsproduzenten Johns Manville Corp. In diese Richtung würde auch eine Übernahme von Lafarge Corp. gehen. Das Unternehmen aus Herndon, Virginia, produziert Trockenwände und Zementerzeugnisse und ist bei Baustoffen die Nummer Eins in den USA. Lafarge befindet sich im Mehrheitsbesitz des französischen Baustoffkonzerns Lafarge SA und erzielt im Jahr 2000 einen Umsatz von 2,8 Mrd. Dollar und einen Gewinn vor Steuern von 404 Mio. Dollar. Auch Centex Construction Products Inc. aus Dallas könnte ein geeigneter Kandidat sein. Das Unternehmen produziert ebenso wie Lafarge Trockenwände und Zementerzeugnisse und ist so gut wie schuldenfrei.

Im Einzelhandelsbereich hält Berkshire unter anderem Anteile an Nebraska Furniture Mart. Übernahmekandidaten mit äußerst geringen Schulden wären hier die Bekleidungskette Dress Barn Inc. aus Suffern/New York oder der Uhren- und Sonnenbrillenhersteller Fossil Inc. aus Richardson/Texas. Farmer Brothers Co., ein Kaffeehändler aus Torrance/Kalifornien besitzt für Buffett noch die zusätzliche Attraktion, seit 1951 in Familienbesitz zu sein. Außerdem ist das Unternehmen schuldenfrei.

Buffett kontrolliert von seinem Büro in Omaha aus Unternehmen mit insgesamt 112.000 Mitarbeitern, mehr als doppelt so viel wie noch vor einem Jahr. Berkshire, das außer Buffett noch 12,8 Angestellte hat (inklusive eines Teilzeitmitarbeiters), mischt sich nicht in den Geschäftsbetrieb der übernommenen Unternehmen ein. ,Er hat mir erklärt, dass er nicht wisse, wie man Stiefel herstellt oder verkauft, und das auch nicht lernen wolle", berichtet Randy Watson, Präsident und Chief Executive bei Justin Brands.

Investoren, die Buffetts Kaufverhalten beobachten und ihm zuvorkommen wollen, haben selten Erfolg. Bloomberg-Daten zeigen, dass Buffett bei seinen letzten Übernahmen eine Prämie von durchschnittlich 38 Prozent bezahlt hat, verglichen mit einem Durchschnitt von 49 Prozent bei den in diesem Jahr in den USA angekündigten Transaktionen. ,Er ist bekannt dafür, dass er nicht zuviel bezahlt", erläutert Mark Finch, ein Berkshire-Aktionär aus Minnesota. Finch hat versucht, herauszufinden, in welche Unternehmen Buffett investieren könnte. ,Es bringt mehr Geld ein, in seine Holding zu investieren, als in Konkurrenz zu ihm zu treten und in der Hoffnung zu kaufen, dass er das Unternehmen übernimmt."

Letzten Endes kann kein Computer en Denkprozess, den Buffett während seiner langen Tätigkeit als Investor vervollkommnet hat, nachahmen. ,Wir können die Umsatzzahlen und den Gewinn eingeben, aber nicht Buffetts Kunst", gesteht Andrew Kilpatrick. Der Berkshire-Aktionär aus Birmingham/Alabama hat die Buffett- Biografie ,Von bleibendem Wert" veröffentlicht. ,Seine Fähigkeit ist es, die Ehrlichkeit und Integrität seiner Manager zu beurteilen. Das unterscheidet ihn vom Rest der Welt."

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das Zentrum d.:

Die Angaben zu den KGV`s sind leider nicht

 
30.04.01 09:26
ganz richtig. So hat Warren Buffett Coca-Cola zu einem KGV zwischen 15 und 20 gekauft. Er ist durchaus bereit, für besonders gute Unternehmen auch einen angemessenen Preis zu bezahlen.  
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das Zentrum d.:

Also nochmal up, für heute Abend o.T.

 
30.04.01 20:06
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