"Neuer Markt" nicht mehr kontrollierbar
Die Lage wird immer dramatischer und keiner weiß, wohin die Reise geht. Neue
Gewinnwarnungen, neue Kurseinbrüche, fast täglich wechseln die Fakten.
Selbst Informationen aus erster Quelle sind so kurzlebig, dass sie nach 1
oder 2 Stunden schon überholt sind und wieder völlig anderes gilt. Teils
widersprechen sich die Fakten in solch krasser Weise, dass jede seriöse
Vorausschau unmöglich wird.
Ratlose Händler angesichts der Verluste, für die im übrigen weitere
Kursverluste nicht erklärbar sind, kommen selbst in Bedrängnis und jede
weitere Gewinnwarnung drückt die Kurse der ganzen Branche
aufs Neue. Das Ende der Talfahrt ist in der Tat nicht mehr abzusehen.
Dabei läuft die Wirtschaft zumindest noch teilweise, wie geschmiert, was
schon an den sinkenden Arbeitslosenzahlen hierzulande ersichtlich ist. Doch
diese positiven Fakten werden kaum noch beachtet.
In der Globalisierung der Weltwirtschaft gehen die Uhren anders und dies mit
zunehmendem Trend.
Alle Prognosen und Voraussagen, die früher noch als verlässlich galten, sind
heute Makulatur.
Trotz aller Ratlosigkeit im Lande, auf einen Fakt können wir uns mit
Sicherheit verlassen: Die Börse ist ein untrüglicher Seismograph für das
was uns in der Zukunft erwartet und dieser Fakt steht ausser Zweifel.
Wie anfällig die ganze Weltwirtschaft ist, wird uns derzeit täglich vor
Augen geführt. Es genügt nicht, wenn ein Unternehmen gute Gewinne
erwirtschaftet und vollbeschäftigt ist, wenn die äusseren und
länderübergreifenden Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft in nur einem
einzigen Punkt gestört sind.
In früheren Zeiten war ein vollbeschäftigtes Unternehmen das am Markt
bestens platziert ist, zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit, ein Garant
für kontinuierliches Wachstum. Heute brechen ungeachtet hoher Rentabilität,
deren Börsenkurse ein, wenn irgendwo in der Welt ein kleiner aber wichtiger
Bauteil versagt.
Die Wurzel des Übels liegt diesmal in den USA, genauer gesagt, in der
Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft. Und diese Abkühlung ist nicht
einmal gravierend, es geht nur um geringfügige Prozentpunkte.
Aber dieser relativ kleine Fakt reichte schon aus, die ganze Welt in eine
Börsenkrise zu stürzen.
Da löste sich ein Rattenschwanz von Kettenreaktionen, die einmal ausgelöst,
nicht mehr gestoppt werden können.
Als diese leichte Abkühlung in den USA bekannt wurde, begannen einige
Grossunternehmen rein vorsorglich ihre Investitionen zurückzufahren. Diese
Vorgehensweise ließ sofort einige Zulieferfirmen der Hightechindustrie
aufhorchen, deren Umsatzerwartungen daraufhin vorsorglich zurückgeschraubt
werden mussten und auch rein vorsorglich gaben diese die ersten
Gewinnwarnungen aus.
Als Beispiel seien nur einige erstklassige und völlig gesunde
Hightechunternehmen benannt wie z.B. der Netzwerkhersteller Nortel oder das
bisherige Börsenjuwel Cisco. Beide vermuteten wegen der geringfügigen
Abkühlung einen Rückgang ihrer Umsatz-Planzahlen und gaben Gewinnwarnungen
heraus, mit der Folge, dass deren Börsenkurse absackten. Und wie eine
Kettenreaktion nun mal funktioniert, zogen diese Titel die gesamte
Hightechbranche mit in die Tiefe. Aber damit noch nicht genug. Sofort
sprang der Funke nach Japan und in die europäischen Länder über. Und hier
traf es mit einer Zeitverzögerung von nur wenigen Stunden, als erste die
Hightechunternehmen der New Economy. Binnen Stunden brachen deren Kurse ein
und, da diese fast alle am Neuen Markt notiert sind, brachen die gesamten
Kurse am Neuen Markt ein und so nahmen die Crashs ihren Lauf.
Aber das ist noch lange nicht alles. Die Verflechtungen und Vernetzungen der
Wirtschaft sind in Wahrheit noch viel komplexer. So waren bei uns die
konservativen Unternehmen der Old Economy lange Zeit von der Krise überhaupt
nicht betroffen. Diese boomten zunächst unbeirrt weiter und sorgten
weiterhin für sinkende Arbeitslosenzahlen. Voll getroffen hat es dagegen
sofort die jungen und teils hochverschuldeten Unternehmen der New Economy,
die fast allesamt am Neuen Markt notiert sind, und diese Auswirkungen zogen
den gesamten Neuen Markt in die Tiefe. Dort setzten als weitere Folge auch
die ersten Pleiten ein. Inzwischen muss bei den Unternehmen der New Economy
von einem regelrechten Massensterben gesprochen werden.
Ausserhalb des Neuen Markt boomt in Deutschland die Wirtschaft heute noch
weiter. Zwar hat die Old Economy in ihren Börsenbewertungen auch ein paar
kleine Schrammen abbekommen, doch diese halten sich in engen Grenzen.
In dieser überverkauften Situation auf dem Hightechsektor besteht zwar
jederzeit die Möglichkeit einer technischen Reaktion, doch diese Möglichkeit
kann sich einige Stunden später wieder ins Gegenteil verkehren. Es ist in
der Tat jederzeit und alles möglich. Die gesamten Indizien liegen aber voll
im Abwärtstrend.
Am schlimmsten in der ganzen Crashsituation hat es noch Japan getroffen,
deren Börsen fast alle in einem Ausmass einbrachen, wie es in den letzten 15
Jahren kaum ein vergleichbares Beispiel gibt. Die Japanischen Unternehmen
haben, ähnlich wie die deutschen New Economy-Unternehmen, in der Regel einen
hohen Verschuldungsgrad.
Die Erkenntnis ist nicht von der Hand zu weisen, dass Unternehmen mit einem
gefährlich hohen Verschuldungsgrad in Krisenzeiten besonders anfällig und
verwundbar sind.
Das alles ist und war zusammengefasst, eine Krise der Hightech-Branche.
Andere Branchen bei uns, waren von diesem Crash kaum betroffen. Aber eine
bittere Pille müssen wir vermutlich trotzdem hinnehmen. Wenn nicht alle
Fakten trügen, werden die Arbeitslosenzahlen bei uns demnächst zumindest
geringfügig, wieder ansteigen. Die Ankündigungen der Bundesregierung auf
ein Absinken der Arbeitslosenzahlen werden sich vermutlich nicht so schnell
realisieren lassen.
Q:juchu.de
Die Lage wird immer dramatischer und keiner weiß, wohin die Reise geht. Neue
Gewinnwarnungen, neue Kurseinbrüche, fast täglich wechseln die Fakten.
Selbst Informationen aus erster Quelle sind so kurzlebig, dass sie nach 1
oder 2 Stunden schon überholt sind und wieder völlig anderes gilt. Teils
widersprechen sich die Fakten in solch krasser Weise, dass jede seriöse
Vorausschau unmöglich wird.
Ratlose Händler angesichts der Verluste, für die im übrigen weitere
Kursverluste nicht erklärbar sind, kommen selbst in Bedrängnis und jede
weitere Gewinnwarnung drückt die Kurse der ganzen Branche
aufs Neue. Das Ende der Talfahrt ist in der Tat nicht mehr abzusehen.
Dabei läuft die Wirtschaft zumindest noch teilweise, wie geschmiert, was
schon an den sinkenden Arbeitslosenzahlen hierzulande ersichtlich ist. Doch
diese positiven Fakten werden kaum noch beachtet.
In der Globalisierung der Weltwirtschaft gehen die Uhren anders und dies mit
zunehmendem Trend.
Alle Prognosen und Voraussagen, die früher noch als verlässlich galten, sind
heute Makulatur.
Trotz aller Ratlosigkeit im Lande, auf einen Fakt können wir uns mit
Sicherheit verlassen: Die Börse ist ein untrüglicher Seismograph für das
was uns in der Zukunft erwartet und dieser Fakt steht ausser Zweifel.
Wie anfällig die ganze Weltwirtschaft ist, wird uns derzeit täglich vor
Augen geführt. Es genügt nicht, wenn ein Unternehmen gute Gewinne
erwirtschaftet und vollbeschäftigt ist, wenn die äusseren und
länderübergreifenden Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft in nur einem
einzigen Punkt gestört sind.
In früheren Zeiten war ein vollbeschäftigtes Unternehmen das am Markt
bestens platziert ist, zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit, ein Garant
für kontinuierliches Wachstum. Heute brechen ungeachtet hoher Rentabilität,
deren Börsenkurse ein, wenn irgendwo in der Welt ein kleiner aber wichtiger
Bauteil versagt.
Die Wurzel des Übels liegt diesmal in den USA, genauer gesagt, in der
Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft. Und diese Abkühlung ist nicht
einmal gravierend, es geht nur um geringfügige Prozentpunkte.
Aber dieser relativ kleine Fakt reichte schon aus, die ganze Welt in eine
Börsenkrise zu stürzen.
Da löste sich ein Rattenschwanz von Kettenreaktionen, die einmal ausgelöst,
nicht mehr gestoppt werden können.
Als diese leichte Abkühlung in den USA bekannt wurde, begannen einige
Grossunternehmen rein vorsorglich ihre Investitionen zurückzufahren. Diese
Vorgehensweise ließ sofort einige Zulieferfirmen der Hightechindustrie
aufhorchen, deren Umsatzerwartungen daraufhin vorsorglich zurückgeschraubt
werden mussten und auch rein vorsorglich gaben diese die ersten
Gewinnwarnungen aus.
Als Beispiel seien nur einige erstklassige und völlig gesunde
Hightechunternehmen benannt wie z.B. der Netzwerkhersteller Nortel oder das
bisherige Börsenjuwel Cisco. Beide vermuteten wegen der geringfügigen
Abkühlung einen Rückgang ihrer Umsatz-Planzahlen und gaben Gewinnwarnungen
heraus, mit der Folge, dass deren Börsenkurse absackten. Und wie eine
Kettenreaktion nun mal funktioniert, zogen diese Titel die gesamte
Hightechbranche mit in die Tiefe. Aber damit noch nicht genug. Sofort
sprang der Funke nach Japan und in die europäischen Länder über. Und hier
traf es mit einer Zeitverzögerung von nur wenigen Stunden, als erste die
Hightechunternehmen der New Economy. Binnen Stunden brachen deren Kurse ein
und, da diese fast alle am Neuen Markt notiert sind, brachen die gesamten
Kurse am Neuen Markt ein und so nahmen die Crashs ihren Lauf.
Aber das ist noch lange nicht alles. Die Verflechtungen und Vernetzungen der
Wirtschaft sind in Wahrheit noch viel komplexer. So waren bei uns die
konservativen Unternehmen der Old Economy lange Zeit von der Krise überhaupt
nicht betroffen. Diese boomten zunächst unbeirrt weiter und sorgten
weiterhin für sinkende Arbeitslosenzahlen. Voll getroffen hat es dagegen
sofort die jungen und teils hochverschuldeten Unternehmen der New Economy,
die fast allesamt am Neuen Markt notiert sind, und diese Auswirkungen zogen
den gesamten Neuen Markt in die Tiefe. Dort setzten als weitere Folge auch
die ersten Pleiten ein. Inzwischen muss bei den Unternehmen der New Economy
von einem regelrechten Massensterben gesprochen werden.
Ausserhalb des Neuen Markt boomt in Deutschland die Wirtschaft heute noch
weiter. Zwar hat die Old Economy in ihren Börsenbewertungen auch ein paar
kleine Schrammen abbekommen, doch diese halten sich in engen Grenzen.
In dieser überverkauften Situation auf dem Hightechsektor besteht zwar
jederzeit die Möglichkeit einer technischen Reaktion, doch diese Möglichkeit
kann sich einige Stunden später wieder ins Gegenteil verkehren. Es ist in
der Tat jederzeit und alles möglich. Die gesamten Indizien liegen aber voll
im Abwärtstrend.
Am schlimmsten in der ganzen Crashsituation hat es noch Japan getroffen,
deren Börsen fast alle in einem Ausmass einbrachen, wie es in den letzten 15
Jahren kaum ein vergleichbares Beispiel gibt. Die Japanischen Unternehmen
haben, ähnlich wie die deutschen New Economy-Unternehmen, in der Regel einen
hohen Verschuldungsgrad.
Die Erkenntnis ist nicht von der Hand zu weisen, dass Unternehmen mit einem
gefährlich hohen Verschuldungsgrad in Krisenzeiten besonders anfällig und
verwundbar sind.
Das alles ist und war zusammengefasst, eine Krise der Hightech-Branche.
Andere Branchen bei uns, waren von diesem Crash kaum betroffen. Aber eine
bittere Pille müssen wir vermutlich trotzdem hinnehmen. Wenn nicht alle
Fakten trügen, werden die Arbeitslosenzahlen bei uns demnächst zumindest
geringfügig, wieder ansteigen. Die Ankündigungen der Bundesregierung auf
ein Absinken der Arbeitslosenzahlen werden sich vermutlich nicht so schnell
realisieren lassen.
Q:juchu.de
Werbung