Umweltfreundlicher Wasserstoff gilt als „Silberkugel“ im Kampf gegen den Klimawandel. Deutschland fördert mit seiner Wasserstoffstrategie nun seine Produktion.
Wasserstoff wird als eine Art Wundersubstanz angesehen. In einem Motor oder einer Brennstoffzelle verbrennt es, wenn Sauerstoff hinzugefügt wird, und wird zu reinem Wasser. Es kann in Pipelines oder in verflüssigter Form auf Tankschiffen transportiert werden. Leicht lagerfähig, kann es fossile Brennstoffe in nahezu jeder Situation ersetzen: in Lastkraftwagen, Autos und Zügen sowie bei der Herstellung von Stahl, Zement und Chemikalien.
Deutschland hatte bereits vor 20 Jahren gehofft, dass Wasserstoff in wenigen Jahren Benzin und Diesel weitgehend ersetzen würde. Bisher ist Wasserstoff jedoch nur an knapp 100 der rund 14.500 deutschen Tankstellen verfügbar.
Eine deutsche und eine europäische Wasserstoffstrategie
Dies soll sich nun ändern. Im Juni 2020 hat die Bundesregierung ihre nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet . Die Europäische Kommission hat dies Anfang Juli ebenfalls getan. Beide Programme sollen diesem klimafreundlichen Kraftstoff einen Schub geben.
Um dies zu erreichen, setzen Deutschland und die EU vor allem auf umweltfreundlichen Wasserstoff. Es wird aus erneuerbaren Energien gewonnen und ist klimaneutral. Die benötigte Energie könnte unter anderem aus Ländern stammen, die große Mengen an Solar- oder Windkraft erzeugen können , wie beispielsweise Marokko .
Bis 2030 sollen europaweit Elektrolyseure mit einer Leistung von bis zu 40.000 Megawatt gebaut werden, davon 5.000 Megawatt in Deutschland. Sie können jedes Jahr bis zu zehn Millionen Tonnen umweltfreundlichen Wasserstoff produzieren. Zu diesem Zweck plant Deutschland, den Bau spezieller Wasserstoffbohrinseln - ähnlich den heutigen Öl- und Gasbohrinseln - in der Nordsee zu fördern. Umgeben von großen Offshore-Windparks sollen sie Wasserstoff erzeugen, der dann an Bord von Tankschiffen an die Küste transportiert wird.
Umweltfreundlicher Wasserstoff als Alternative zu Batterien
Grüne Brennstoffe sollen fossile Brennstoffe vor allem in Situationen ersetzen, in denen es wenig sinnvoll ist, elektrische Batterien zu verwenden , z. B. auf Lastkraftwagen, Schiffen, Zügen oder Flugzeugen. Die ersten beiden wasserstoffbetriebenen Züge wurden bereits 2018 in Deutschland gestartet. Sie können Entfernungen von bis zu 1.000 Kilometern zurücklegen, bevor sie betankt werden müssen.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist überzeugt, dass umweltfreundlicher Wasserstoff der „saubere Kraftstoff der Zukunft“ ist. Deshalb stellt die Bundesregierung neun Milliarden Euro zur Verfügung, um Forschung, Technologieentwicklung und internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu finanzieren.
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